Schlechte Verdauung, Ursachen, Symptome und Naturheilmittel

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Eine schlechte Verdauung oder Dyspepsie tritt häufiger auf, als manche Menschen denken. Zudem kann man Verdauungsstörungen haben, ohne es zu wissen.

Ursachen der schlechten Verdauung

Ernährung mit wenigen Ballaststoffen. Ballaststoffe sind keine nahrhaften Komponenten der Ernährung, sie sind aber notwendig, um:

  1. die fäkale Masse weicher zu machen,
  2. die Durchgangsgeschwindigkeit der verdauten Nahrung durch den Darm zu erhöhen.

Der Mangel an Ballaststoffen verlangsamt den Nahrungstransport im Verdauungsapparat (Verstopfung).
Wenn die Fortbewegung der Speisen im Darm verlangsamt ist, besteht ein erhöhtes Risiko, dass einige Lebensmitteltoxine in den Blutstrom gelangen.

Ungenügender Verzehr von rohen Speisen. Lebensmittelenzyme helfen, die Nahrung zu verdauen und sind (außer in Ergänzungsmitteln) ausschließlich in rohen Speisen enthalten. Das Kochen bei hohen Temperaturen (über 116 Grad) zerstört die Enzyme.

In manchen Fällen kann eine Person einige rohe Lebensmittel nicht essen; die Ursachen sind:

  • Zahnprobleme,
  • Schwierigkeiten mit der Verdauung mancher Lebensmittel.

In diesem Fall empfiehlt sich:

  • Dampfgaren.
  • Möglichst kurze Kochzeiten und Trinken des Kochwasses. Das Essen sollte in das warme Wasser getaucht werden, weil auf diese Weise die Koagulation der Proteine erfolgt, was den Austritt der Zellsäfte verringert.

Lebensmittelallergien. Laktoseintoleranz, Zöliakie und Fructoseintoleranz.
Die Unfähigkeit, bestimmte Zucker und Proteine wie Lactose und Gluten zu verdauen, führt zu Verdauungsstörungen.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind für die meisten Menschen nicht offensichtlich, die Verdauungsstörungen werden als normal betrachtet.

Fast Food. Diese fetthaltigen Speisen mit raffinierten Kohlenhydraten und Zucker haben in der Regel keinerlei Nährwert.


Niedriger Magensäurespiegel. Der durch Medikamente oder Krankheiten hervorgerufene Mangel an Magensäften, vor allem Salzsäure (HCL), hat folgende Konsequenzen:

  • ermöglicht Bakterien das Eindringen in den Körper,
  • die Proteine zersetzen sich nicht ausreichend, um von den Verdauungsenzymen verdaut zu werden
  • verursacht einen zu langen Verbleib von Speisen im Magen, was zur Fermentation der Bakterien führt.

Mangel an Verdauungsenzymen. Ist die Konzentration des Hauptbestandteils der Magensäure (Salzsäure – HCl) gering, werden keine Signale an die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gesendet, um die richtige Menge an Enzymen zur Verdauung der Nahrung freizusetzen.
Das Pankreas erzeugt Enzyme für die Spaltung aller Arten von Nahrungsmitteln. Der Mangel an Verdauungsenzymen kann die Malassimilations-Symptome hervorrufen.

Nicht adäquate Zusammensetzung der Nahrung. Viele verschiedene Nahrungsmitteltypen, die bei einer Mahlzeit verzehrt werden, verursachen eine starke Überlastung des Verdauungsapparats.
Beispielsweise wird Obst nicht im Mund oder Magen verdaut, sondern gelangt direkt in den Darm, wo es schnell assimiliert wird.
Wenn Obst nach einer Mahlzeit verzehrt wird, verweilt es zu lange im Verdauungstrakt, die Folge ist die Fermentation.
Dafür gibt es zwei Lösungen:

  1. Eine Mahlzeit auf Obstbasis essen, das Frühstück ist dafür der beste Zeitpunkt.
  2. Obst essen, nachdem die zuvor gegessenen Speisen verdaut sind, also wenn sich der Magen leer anfühlt; bei proteinhaltigen Speisen muss man wenigstens 4 Stunden abwarten.

Obst sollte nicht zusammen mit Kohlenhydraten/Stärke oder Proteinen verzehrt werden.

Zu vermeidende Lebensmittelkombinationen:

  • Säurehaltige Lebensmittel + Stärke weil die Säure das Ptyalin (Enzym, das die Stärke spaltet) zerstört.
  • Proteinhaltige Lebensmittel + Stärke (Brot, Nudeln, Kartoffeln usw.) weil der Magen sehr saure Magensäfte produziert, um die Proteine zu verdauen, und nur leicht saure für die Stärke. Folglich muss die Verdauung der Stärke die der Proteine abwarten.
  • Säurehaltige Lebensmittel + Proteine weil säurehaltige Lebensmittel die Bildung von Salzsäure im Magen hemmen. Diese Substanz braucht das Enzym Pepsin, um die Proteine zu verdauen. Die Kombination von säurehaltigen Lebensmitteln + Nüsse oder Käse ist korrekt, weil letztere viel Fett enthalten und somit keine Fäulnis im Darm hervorrufen, auch wenn die Verdauung langsamer wird.
  • Fetthaltige Lebensmittel + Proteine weil die Fette die Absonderung der für die Verdauung der Proteine nötigen Magensäfte reduziert.

Unausgewogene Darmflora. Wenn man keine ausreichende Menge „guter“ Bakterien im Körper hat, führt das zu einer Fermentation der Nahrung im Darm und schlechte Bakterien werden genährt.
Die Verstopfung ist ein ernstes Zeichen eines Ungleichgewichts der Darmflora. Da sich der Körper von den Abfällen nicht befreien kann, treten die Gifte in den Blutkreislauf ein.

Schwangerschaft. Während der Schwangerschaft werden Muskeln und Bänder, einschließlich der glatten Muskulatur des Verdauungsapparats, elastischer.
Die Folge ist, dass der Darm Schwierigkeiten hat, die verdaute Nahrung weiterzubefördern.
Zudem drückt das Kind gegen den Magen und verursacht damit eine Verringerung des Freiraums für die Nahrung.

Stress. Körperlicher und psychischer Stress gehören zu den wichtigsten Ursachen einer schlechten Verdauung.
Alle unbewussten Aktivitäten des menschlichen Körpers (zum Beispiel die Verdauung) werden vom autonomen Nervensystem gesteuert.
In einer stressigen Situation leitet der Körper durch einen Überlebensmechanismus Energie, Blut, Sauerstoff usw. von den Organen des Verdauungsapparats ab und konzentriert die Energie auf andere Körperbereiche (Muskeln, Gehirn usw.).
Aus diesem Grund haben Angst und Stress einen bedeutenden Einfluss auf die Verdauung.


Andere Ursachen

  • Alter
  • Sport mit vollem Magen
  • Übermäßiges und schnelles Essen
  • Stark verarbeitete Lebensmittel wie Fast Food
  • Zu viel Trinken beim Essen
  • Übermäßig Luft schlucken (Aerophagie)
  • Koffein – zu viel Kaffee und Tee trinken
  • Aufnahme von zu viel fetten oder stark gewürzten Speisen, je nach Art
  • Alkohol
  • Rauchen

Manche Krankheiten

  • Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)
  • Darmerkrankung wie Reizdarmsyndrom oder Gastritis
  • Magenkrankheiten wie peptisches Ulkus oder Krebs
  • Schilddrüsenunterfunktion (Ursache Sodbrennen)
  • Gallensteine oder Cholezystitis (Entzündung der Gallenblase)

Medikamente
Alle Medikamente und chemischen Produkte sind Gift für den Verdauungsapparat, vor allem:

  • Aspirin und andere Schmerzmittel;
  • Kortikosteroide;
  • manche Antibiotika können einen hohen Anteil der „guten“ Bakterien töten, die wir für die Verdauung benötigen.


Was sind die Symptome einer schlechten Verdauung?

Die häufigsten Symptome sind:

Erbrechen
Die Nahrung passiert zu langsam den Darm, was für die Verdauung eine Verzögerung bedeutet.
Zu den Ursachen gehören:

  • Angst,
  • Fettleibigkeit.

Die verspätete Magenentleerung oder eine Gastroparese können Symptome verursachen, die dem Erbrechen ähneln. Anders als bei Erbrechen, das durch einen Virus verursacht wird, provoziert dieses Symptom, wenn es mit einer schlechten Verdauung zusammenhängt, auch sofort nach dem Essen ein Völlegefühl.

Durchfall
Eine Malabsorption von Nähstoffen, ausgelöst durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Ernährungsstörung, kann Folgen haben, wie:

  • Durchfall,
  • abnormer Stuhlgang.

Schlecht verdauter Zucker kann zu einer Diarrhoe mit saurem, stechendem Geruch führen, während schlecht verdaute Fette übel riechenden, schwimmenden Stuhl verursachen können.
Menschen mit Laktoseintoleranz können Symptome aufweisen, wie:

  • chronischen Durchfall,
  • Übelkeit,
  • Flatulenz,
  • Völlegefühl.

Verstopfung
Oftmals ist eine Verstopfung ein Hinweis auf:

  • eine unausgewogene Ernährung,
  • einen Mangel an Ballaststoffen.

Dieses Symptom tritt auf, wenn der Dickdarm während der Verdauung zu viel Wasser aufnimmt.
Die Folge ist die Bildung harten Stuhls, der nur schwerlich zu entleeren ist.

Gewichtsverlust
Ungewollter Gewichtsverlust, vor allem bei Einhaltung einer gesunden Ernährung, kann zu Dysfunktionen der Verdauung führen.
Zum Beispiel nehmen Kinder mit einer Laktoseintoleranz nicht normal an Gewicht zu, wenn in ihrer Ernährung Milch enthalten ist.
In anderen Situationen können chronischer Durchfall und/oder eine verminderte Nährstoffaufnahme zu Gewichtsverlust führen.
Gewichtsverlust zusammen mit Durchfall und anderen Symptomen, wie geistige Verwirrung, kann durch einen Mangel an Nährstoffen wie Niacin oder Vitamin B3 verursacht sein.

Andere Symptome

  • Blähungen
  • Völlegefühl nach dem Essen
  • Kopfschmerzen
  • Aufstoßen
  • Bei gastroösophagealem Reflux: Halitosis oder Mundgeruch, bitteren Geschmack im Mund und Tachykardie
  • Gurgelnde Darmgeräusche nach dem Essen
  • Schmerzen an Nacken, Schultern und Rücken
  • Müdigkeit und Schläfrigkeit nach dem Essen
  • Geblähter Bauch
  • Ständiges Hungergefühl
  • Darmunregelmäßigkeit
  • Partikel unverdauter Nahrung im Stuhl

Naturheilmittel bei schlechter Verdauung

Schlechte Verdauung - Ursachen Symptome und Naturheilmittel
Schlechte Verdauung – Ursachen Symptome und Naturheilmittel

Gut kauen
Kleine Bissen nehmen.
Die Gabel zwischen zwei Bissen ablegen.
Jeden Bissen gut kauen, bis er vollkommen aufgelöst ist, denn die Verdauung von Kohlenhydraten beginnt bereits im Mund.
Amylase ist ein Verdauungsenzym, das im Speichel vorhanden ist zur Verdauung von Kohlenhydraten dient.

Jeden Bissen bewusst wahrnehmen
Den Geschmack und Geruch des Essens genießen.
Frische Blumen kaufen und mittags auf den Tisch stellen.
Kleines Besteck gebrauchen, um auf diese Weise mit jedem Bissen weniger aufzunehmen.
Eine angenehme Atmosphäre schaffen, Licht dimmen, Musik hören, Kerzen anzünden.

Ausreichend trinken
Wenig Wasser trinken ist eine der Hauptursachen für Verstopfung.
Verstopfung verursacht:

  • ein bakterielles Ungleichgewicht,
  • fördert die Entzündung der Darmschleimhaut,
  • kann zur Aufnahme von größeren Molekülen führen, eine Erkrankung, die als Leaky Gut Syndrom, durchlässiger Darm, bekannt ist.

Mehr Ballaststoffe zu sich nehmen
Einige gute Quellen für Ballaststoffe sind:

  • Trockenfrüchte wie Datteln, Feigen und getrocknete Pflaumen.
  • Bohnen und Hülsenfrüchte, wobei Linsen und Erbsen weniger nahrhaft sind.
  • Leinsamen haben eine leicht abführende Wirkung. Sie können bei chronischer Verstopfung und gegen Schädigungen der Darmwand helfen, die durch entzündliche Darmerkrankungen verursacht werden.
    Leinsamen zu Reis, Getreide, Salat oder anderen Lebensmitteln Ihrer Wahl einnehmen.

Speisen vermeiden, auf die man intolerant reagiert
Lebensmittelintoleranzen sind die häufigsten Verdauungsstörungen.
Zum Beispiel erklären zwischen 30 % und 60 % der Patienten mit Reizdarmsyndrom, auch eine oder mehr Intoleranzen auf Lebensmittel zu haben, mit:

  • Blähungen,
  • Flatulenz,
  • Schmerzen.

Am häufigsten dafür verantwortlich sind:

  • Milch und Milchprodukte (40-44 %),
  • Getreideprodukte mit Gluten (40-60 %).

Ernährungsberater können eine Eliminationsdiät erstellen.
Man sollte versuchen, eine Reihe von Lebensmitteln für kurze Zeit aus der Ernährung zu streichen und diese dann nach und nach wieder hinzuzunehmen, um daraus die Folgen der jeweiligen Körperreaktionen auf die Speisen festzustellen.

Die „guten“ Bakterien vermehren
Nicht alle Bakterien sind schädlich.
Es gibt über 400 verschiedene Arten von Bakterien und Hefen des Verdauungssystems.
Darunter sind Lactobacillus acidophilus und Bifidobakterien, die als gute probiotische Bakterien bekannt sind, weil sie dazu dienen, die Darmgesundheit aufrecht zu erhalten.

Acidophilus und andere Probiotika
Auch wenn man die guten Bakterien in einigen Joghurts finden kann, gibt es eine breite Variation in Menge und Qualität.
Ärzte empfehlen biologische Joghurts guter Qualität, denen erst nach der Pasteurisierung aktive Kulturen beigemengt werden. Denn dieser Prozess zerstört gute und schlechte Bakterien.
Nahrungsergänzungsmittel mit Acidophilus und Bifidobakterien findet man in speziellen Lebensmittelgeschäften.
Probiotika sind speziell bei folgenden Erkrankungen hilfreich:

  • Reizdarmsyndrom
  • Durchfall
  • Darmgas, Völlegefühl, Flatulenz
  • Wiederkehrende vaginale Hefeinfektionen
  • Mundgeruch

Man sollte nach folgenden Ernährungstheorien keinen Joghurt und Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen:

  • Hygienismus nach Shelton; danach sind tierische Proteine zu vermeiden, weil die Verdauung sehr langwierig ist, während Obst und Gemüse schnell assimiliert werden.
  • Diät ohne Verschleimung, besteht in veganer Diät/Rohkost.
  • Blutgruppendiät.

 

Ergänzungsmittel und pflanzliche Produkte, die die Gesundheit des Verdauungssystems wiederherstellen

Pfefferminzöl
Pfefferminzöl widersteht der Magensäure und lindert:

  • Bauchschmerzen,
  • Blähungen,
  • Meteorismus.

Verdauungsenzyme – Nach der Schulmedizin begünstigen Integratoren mit Enzymen die Verdauung und helfen gegen andere Störungen, die von einer schlechten Verdauung herrühren.

Magnesium
Viele Menschen mit einem niedrigen Magnesiumspiegel im Blut konnten ihre Verdauung verbessern, nachdem sie mit dem Verzehr von Speisen begonnen hatten, die dieses Mineralsalz enthalten.

Antazida
Es ist nicht erforderlich, den Mageninhalt alkalischer zu machen. Man sollte daher Antazida vermeiden.
Antazida enthalten Aluminium und unverdauliches Kalzium. Zudem sind sie giftig und schädlich und bringen keine Vorteile.
Antazida verhindern die Magensäurebildung und schaffen nur für kurze Zeit Linderung.
Langfristig lösen sie nicht das Problem, sondern verschlimmern es sogar noch.
Alkalisches Wasser führt zu:

  • Säurereflux ,
  • Darmträgheit (langsame Verdauung).

Bikarbonat und Maalox
Bikarbonat und Maalox helfen nur bei einer Übersäuerung des Magens, weil sie den pH senken.
Liegt die Ursache der schlechten Verdauung an einer Darmerkrankung, helfen sie nicht, sondern können sogar die Situation verschlimmern, weil sie die Magentätigkeit behindern.

Nach einer schweren Mahlzeit sollte aus folgenden Gründen kein Nariumbikarbonat oder Maalox eingenommen werden:

  • Sie können die Verdauung verlangsamen.
  • Bikarbonat gibt das Gefühl einer zeitweiligen Erleichterung, aber danach verschlechtern die Symptome. Das Problem ist, das das Bikarbonat die Verdauung verlangsamt, denn in Kontakt mit der Salzsäure im Magen wird Kohlendioxid erzeugt, das das Organ weitet und die Produktion einer größeren Säuremenge anregt.