Madenwürmer oder Oxyuren

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Eine Madenwurm-Infektion (Oxyuriasis) wird von winzigen parasitischen Würmern verursacht, die den Dickdarm und das Rektum befallen.
Die Infektion tritt auf, wenn die Eier der Madenwürmer verschluckt werden.
Die Eier öffnen sich im Darm.

Wer gehört zu den Risikogruppen einer Madenwurm-Infektion?

Die Infektionsgefahr mit Oxyuren besteht in der ganzen Welt und betrifft Personen jeden Alters und jeder sozio-ökonomischen Ebene.
Oxyuren suchen häufiger Kinder im Vorschul- und Schulalter heim.

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Die Oxyuren-Infektion tritt oft bei mehr als einem Familienmitglied auf.
Für Erwachsene ist es weniger wahrscheinlich, dass sie sich infizieren, mit Ausnahme der Mütter von infizierten Kindern.
Jedoch können sich Geschlechtspartner die Eier gegenseitig übertragen.

Schwangerschaft und Stillzeit
Ein besonderes Augenmerk auf die Hygiene ist die empfohlene Therapie für schwangere Frauen oder stillende Mütter, anstatt Medikamente zu nehmen.
Mebendazol (Vermox®) und Albendazol (Eskazole) dürfen in den ersten 13 Wochen einer Schwangerschaft nicht genommen werden.
Während dem 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel und während der Stillzeit darf das Medikament gegebenenfalls angewendet werden.
Diese Entscheidung sollte von qualifiziertem medizinischem Fachpersonal getroffen werden.

Ursachen der Oxyuren

Eine Infektion mit Oxyuren tritt auf, wenn zufällig Eier der Madenwürmer geschluckt werden.
Die mikroskopisch kleinen Eier können durch kontaminierte Lebensmittel, Getränke oder Fingerkontakt in den Mund geraten.
Einmal geschluckt, schlüpfen die Larven im Darm aus den Eiern und in wenigen Wochen werden daraus erwachsene Würmer.
Die Oxyureneier können im Freien für zwei oder drei Wochen überleben.

Lebenszyklus der Madenwürmer

Etwa vier Wochen nach der Aufnahme gelangt das Weibchen zum After und verlässt den Körper, um die Eier in der umgebenden Haut abzulegen.
Dieser Vorgang findet nachts statt.
Nach der Eiablage stirbt der Wurm.
Die Wurmlarven schlüpfen im Darm zwei Wochen nachdem die Eier verschluckt wurden.
Zwei Wochen später ist das Oxyurenweibchen reproduktionsfähig, das ist die Zeit der Inkubation.

Die Madenwürmer, die den Menschen befallen, können keine Haustiere infizieren.
Doch einige der mikroskopisch kleinen Eier können im Fell eines Haustieres landen und von hier auf den Menschen übertragen werden, wenn dieser den Hund oder die Katze streichelt.

Symptome bei Oxyurenbefall

Viele Menschen haben keinerlei Symptome.
Manche spüren einen Juckreiz um After oder Vagina.
Der Juckreiz kann intensiv werden und den Schlaf stören.

  • Analer Juckreiz und Juckreiz in der Scheide sind die häufigsten Symptome bei Erwachsenen und Kindern.
    In der Regel deponiert das Oxyurenweibchen seine Eier während der Nacht, wenn der Wirt (Mensch) schläft.
    Der Juckreiz entsteht aufgrund der entzündlichen Reaktion, die durch den Wurm und die Eier im perianalen Gewebe hervorgerufen wird.
    Der Mensch mit den Madenwürmern kratzt sich, wodurch die Haut in dem Bereich möglicherweise beschädigt und somit weitere Infektionen hervorgerufen werden.
  • Schlaflosigkeit ist ein anderes Symptom. Dieses Problem entsteht aufgrund des ständigen Juckreizes in der Analzone.
  • Ein weiteres Symptom sind Unterleibsschmerzen. Diese treten jedoch nur auf, wenn die Infektion schwerwiegend ist.
  • Manchmal kann die infizierte Person beim Wasserlassen Schmerzen verspüren.
  • Gewichts- und Appetitverlust sind weitere Symptome, auch wenn diese bei vielen anderen Infektionen ebenso auftreten.
  • Zähneknirschen oder Bruxismus (tritt vor allem bei Kindern auf, die von Oxyuren befallen sind).
  • Bettnässen.
  • Säuglinge zeigen auch Anzeichen von Hautausschlag oder Urtikaria.
  • Übelkeit.
  • Müdigkeit wegen Schlafmangel.
  • Blut im Stuhl.
  • Abmagerung, der Wurm ernährt sich von Speisen, die er im Darm des Wirts vorfindet.

Wie übertragen sich Madenwürmer?

Die Übertragung der Oxyuren erfolgt hauptsächlich durch mangelnde Hygiene. Die Eier werden vom After einer infizierten Person in den Mund (sich selbst re-infizieren) oder auf andere Flächen übertragen.


Wenn jemand die kontaminierte Oberfläche und danach den Mund berührt, können die Eier geschluckt werden.
Ein Madenwurm kann Tausende von mikroskopisch kleinen Eiern legen.
Die Eier können vom Anus einer Person übertragen werden auf:

  1. Bettlaken,
  2. Teppiche,
  3. Hände,
  4. Handtücher,
  5. Unterwäsche und Kleidung.

Während der Eiablage setzt das Oxyurenweibchen einen juckenden Schleim ab, der in dem betreffenden Bereich (Anus/Vagina) den Drang erzeugt, sich zu kratzen.
Wenn an der Haut im Innern des Anus gekratzt wird, übertragen sich die Eier auf die Hände des Patienten.
Von den Händen können die Eier auf alles übertragen werden, das berührt wird, wie:

  • Waschutensilien (Zahnbürste, Kämme usw.),
  • direkt auf die Hände anderer Menschen (wenn die Hände einer infizierten Person die Hände einer anderen berühren),
  • Möbel,
  • Oberflächen in Küche und Bad,
  • Küchenutensilien,
  • Spielsachen,
  • Mund – die Eier können bis zu drei Wochen auf den Oberflächen überleben. Wenn diese berührt werden und die Hand dann in Kontakt mit dem Mund einer Person gerät, besteht das Risiko des Verschluckens der Eier.

Einatmen der Eier. Die mikroskopisch kleinen Eier können sich in der Luft verteilen und eingeatmet und dann verschluckt werden.
Das kann geschehen, wenn ein Bettlaken oder Handtücher aufgeschüttelt werden.

Mangelnde Hygiene. Kleine Kinder haben eine größere Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, weil sie sich die Hände nicht so gründlich waschen, wie Erwachsene.
Kinder können auch über längere Zeit Infektionen haben, weil sie fortgesetzt frische Eier verschlucken.
Normalerweise sind Kinder untereinander in engem Kontakt, teilen sich das Spielzeug und halten sich beim Spielen an den Händen.
Auf diese Weise wird eine Re-Infektion begünstigt.

Der Parasit kann auch durch Geschlechtskontakt übertragen werden.

Komplikationen bei Oxyuren

Infektionen mit Madenwürmern verursachen keine großen Probleme.
In seltenen Fällen kann ein schwerer Befall folgende Auswirkungen mit sich bringen:

  1. Infektion der weiblichen Genitalien. Bei Frauen oder Mädchen kann der Parasit von der Analzone in Scheide, Gebärmutter, Eileiter bis in die umgebenden Beckenorgane gelangen.
    Das kann Beschwerden wie eine Scheidenentzündung (Vaginitis) und eine Entzündung der inneren Gebärmutterwand (Endometritis) verursachen.
  2. Gewichtsverlust. Wenn viele ausgewachsene Madenwürmer in den Darm gelangen, können diese Würmer Bauchschmerzen verursachen und die Nährstoffe verzehren, die gerade verdaut werden. Die Folge ist ein Gewichtsverlust.

 

Diagnose von Madenwürmern

Der nächtliche Juckreiz in der Perianalzone eines Kindes weckt einen starken Verdacht auf eine Oxyureninfektion.
Die Diagnose erfolgt, indem der Parasit oder seine Eier identifiziert werden.
Manchmal können die Madenwürmer etwa 2-3 Stunden, nachdem das Kind eingeschlafen ist, auf der Haut nahe dem After, in der Unterwäsche, Nachtwäsche oder auf dem Bettlaken gesehen werden.

Untersuchungen und Tests bei Oxyuren
Besteht bei einem Menschen der Verdacht, dass er Oxyuren hat, auch wenn diese nicht sichtbar sind, kann man einen Test mit einem durchsichtigen Klebestreifen machen.
Am besten ist es, diesen Test nachts zu machen, wenn typischerweise der Juckreiz auftritt oder am frühen Morgen, noch bevor man ins Bad geht und sich wäscht.
Ein Stück Klebestreifen mit der Klebeseite nach außen um einen Rachenspatel wickeln.
Dann damit fest auf die Haut um dem After drücken, um die Eier aufzusammeln.
Danach wird der Klebestreifen einem Arzt übergeben, der ihn unter einem Mikroskop untersucht, um nach den Oxyureneiern zu suchen.
Der Arzt kann den Betreffenden bitten, mehrere solcher Klebestreifen anzufertigen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, die Eier zu sehen.
Eine einzige Probe kann in 50 % der Fälle die Oxyuren erfassen; wenn der Test dreimal wiederholt wird, werden 90 % der Infektionsfälle erfasst.

Blutuntersuchungen sind nicht erforderlich, um die Diagnose einer Oxyureninfektion zu bestätigen.

Manchmal kann man die Madenwürmer in der Analzone, in der Leibwäsche oder im Stuhl sehen.
Im Stuhl erscheinen die Würmer wie kleine Baumwollfäden.
Oxyuren sind aufgrund ihrer Größe und ihrer weißen Farbe schwierig zu sehen.

Differentialdiagnose
Der Arzt muss folgende Krankheiten ausschließen, die analen Juckreiz und weiße Flecke in der Analzone verursachen können:

  1. Candida
  2. Dermatitis

 

Was ist die Therapie bei einer Oxyureninfektion?

Madenwürmer oder Oxyuren
Madenwürmer oder Oxyuren

Die Behandlung bei Oxyuren sieht verschreibungspflichtige und frei verkäufliche Medikamente vor.
Man sollte vor Beginn einer Behandlung den Arzt konsultieren, wenn Oxyuren vermutet werden.
Unter den verfügbaren Medikamenten gibt es die folgenden Antiwurmmittel:

  1. Vermox® (Mebendazol)
  2. Helmex® (Pyrantel)

Die Behandlung sieht zwei Dosen des Medikamentes vor, wobei die zweite Dosis 2 Wochen nach der ersten gegeben wird.
Alle Oberflächen und Gegenstände, die die infizierte Person berührt, müssen gleichzeitig behandelt werden.
Rezidive bei Oxyuren sind ein häufiges Problem. Es ist daher wichtig, die Hygienevorschriften strikt einzuhalten (zum Beispiel korrektes Hände, die Nägel sauber und kurzgeschnitten halten, Nägelkauen vermeiden, kein Kratzen in der Analgegend).

Naturheilmittel für Erwachsene bei Madenwurm-Infektion
Außer den oben genannten Medikamenten kann man einige Hausmittel versuchen und eine Änderung in der Ernährung vornehmen, um sich von den Madenwürmern zu befreien.
Man sollte täglich eine Zehe Knoblauch essen, am besten roh.
Man kann den Knoblauch mit Honig mischen.
Ein anderes nützliches Lebensmittel ist die Zitronenschale, auch wenn Kinder nicht leicht davon zu überzeugen sind, sie zu essen.
Da sich die Oxyuren von Zucker und Kohlenhydraten ernähren, ist es besser, diese Lebensmittel in der Ernährung weitgehend einzuschränken.
Man kann eine Paste aus einer Zehe Knoblauch und etwa ½ Teelöffel Vaseline zubereiten.
Diese Mischung sollte auf den After aufgetragen werden, denn sie hilft, die Eier zu töten und den Juckreiz zu lindern.
Man sollte häufig das Bettlaken wechseln und mit einer Lösung aus Geschirrspülmittel und Ammoniak waschen.

Sollten die Angehörigen einer infizierten Person mitbehandelt werden?
Ja. Die infizierte Person und alle Personen, die mit ihr unter einem Dach wohnen, sollten die Therapie gleichzeitig vornehmen.

Vorbeugung von Madenwürmern

Um den Großteil der Eier zu entfernen, ist es hilfreich, sich jeden Morgen gründlich zu waschen und die Leibwäsche zu wechseln.
Um eine Kontamination des Badewassers zu vermeiden, ist eine Dusche vorzuziehen.
Man sollte Unterwäsche, Nachtwäsche, Handtücher und Bettlaken häufig wechseln.
Diese Gewebe sollten in heißem Wasser gewaschen werden, vor allem nach jeder Behandlung des Patienten, solange die Infektion nicht eliminiert wurde.

Wie lange bleiben Madenwürmer? (Prognose)

Man kann die Infektion mit Oxyuren durch Medikamente und eine korrekte Hygiene besiegen.
Oxyuren vergehen nicht von selbst.
Da jedoch die Eier der Oxyuren für das bloße Auge unsichtbar und sehr ansteckend sind, ist eine Re-Infektion wahrscheinlich.
Eine Person kann sich von allein oder durch die Eier einer anderen Person infizieren.
Wenn nach der Behandlung der Familie verschiedene Rezidive auftreten, könnten die Primärquellen der Oxyureneier Menschen und Orte außerhalb des eigenen Hauses sein.

Die Medikamente töten die Würmer, doch die Eier verbleiben. Wenn die Larven aus den Eiern schlüpfen, entstehen neue Würmer.
Nicht alle Eier öffnen sich zum gleichen Zeitpunkt. Es ist daher wichtig, solange Medikamente zu nehmen, wie der Juckreiz besteht.
Die gesamte Genesungszeit kann ein oder zwei Wochen umfassen.
In der Zwischenzeit ist es wichtig, wenigsten einmal am Tag die Leibwäsche zu waschen und alle Oberflächen zu reinigen, die in Kontakt mit den Oxyureneiern kommen können.