Harter Stuhl und Kotsteine

INDEX

Bei hartem Stuhl kann es zu starken Analschmerzen beim Stuhlgang kommen.

Ursachen von hartem Stuhl und Kotsteinen (Fekalom)

Ernährung
Nahrungsmittel, die wenig Ballaststoffe enthalten, können zu hartem Stuhl führen.
Menschen, die viele weiße Kohlenhydrate essen, wie Weißbrot oder weißen Reis, sollten auf Vollkornprodukte übergehen.

Harter Stuhl und Kotsteine
Harter Stuhl und Kotsteine

Eier können zusammen mit Milchprodukten (zum Beispiel Käse) und Fleisch harten Stuhl hervorrufen.
Kinder essen oft verarbeitete Lebensmittel (zum Beispiel Süßwaren), die Schwierigkeiten beim Stuhlgang verursachen.

Medikamente, die harten Stuhl verursachen
Manchmal sind Stuhlbeschwerden die Nebenwirkung eines Medikamentes.
Medikamente, die harten Stuhl hervorrufen:

  • Diuretika, weil sie zu großem Wasserverlust führen; in diesem Fall sollte man viel trinken.
  • Antidepressiva, Kalziumantagonisten, Kodein und Morphin sind andere Medikamente, die harten Stuhl hervorrufen.

Diese Liste ist nicht vollständig, man muss die Packungsbeilage bei jedem Medikament überprüfen, um herauszufinden, ob es zu Verstopfungen (Obstipation) führen kann.


Schwangerschaft und harter Stuhl
Aufgrund hormoneller Veränderungen und der Notwendigkeit von mehr Wasser im Körper, kann eine Schwangerschaft harten Stuhl verursachen.
Eine schwangere Frau sollte zum Frühstuck etwas Kleie sowie Aprikosen und Pflaumen essen.
Verstopfung in der Schwangerschaft ist in den letzten drei Monaten häufig und vergeht gewöhnlich wieder nach der Geburt des Kindes.

Harter Stuhl und Krankheiten des Verdauungssystems
Bei ständiger Obstipation kann man an einer Erkrankung des Verdauungssystems leiden.
Morbus Crohn und das Reizdarmsyndrom verursachen häufig harten Stuhl.
Diese Krankheiten können einen Wechsel von hartem und weichem Stuhl verursachen.
Zudem sollte der Arzt die Möglichkeit eines Darmverschlusses ausschließen.
Nur selten wird Verstopfung durch einen Dickdarmtumor verursacht. Dennoch sollte der Arzt Untersuchungen anordnen, die diese Erkrankung ausschließen (zum Beispiel eine Koloskopie).

Neurologische und metabolische Erkrankungen
Manche neurologischen und metabolischen Erkrankungen können die Stuhlpassage im Verdauungssystem verlangsamen, was zur Obstipation führt.
Neurologische Störungen, wie ein Trauma am Rückenmark und Parkinsonismus, können Gehirn und Wirbelsäule beeinflussen.
Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes und Hypothyreose verändern die Art und Weise der Nahrungsverwertung zur nötigen Energiegewinnung.
Die Hypothyreose ist eine Erkrankung, die den Körper dahingehend induziert, zu wenig Schilddrüsenhormone zu erzeugen. Das kann zu einer Verlangsamung vieler Körperfunktionen führen.


Angst und Depression
In manchen Fällen können auch Stress und Depression aufgrund von Hormonveränderungen dieses Problem verursachen.

Abführmittel (Laxantien)
Der übermäßige Gebrauch von Laxantien kann ironischerweise zu hartem Stuhl führen.
Das geschieht, wenn der ständige Gebrauch von Abführmitteln die Darmmuskulatur schwächt, die den Kot befördert.
Die Ausscheidungsprodukte der Verdauung verbleiben daher länger im Kolon und verlieren mehr Flüssigkeit.
Die regelmäßige Unterdrückung des Stuhldrangs kann zum Verlust des Impulses für die Stuhlausscheidung führen.

Harter Stuhl bei Säuglingen
Eine Verstopfung bei Säuglingen kommt ziemlich häufig vor, weil sich der Darm noch nicht vollständig entwickelt hat.
Säuglinge, die mit künstlicher Milchnahrung ernährt werden, leiden häufiger unter Verstopfung, weil Lactulose (eine Art Zucker, der in der Muttermilch enthalten ist) fehlt.
Der Arzt kann Probiotika oder Milchsäurebakterien empfehlen, die die Gesunderhaltung des Darmes begünstigen.
Während der Stillzeit sollte sich die Mutter gesund ernähren und Kaffee sowie gezuckerte Getränke meiden.

Symptome von hartem Stuhl oder Kotsteinen

Die häufigsten Symptome sind:

  • Bauchkrämpfe,
  • Bauchblähung,
  • plötzliche Attacken von wässrigem Durchfall bei Menschen, die unter chronischer Verstopfung leiden,
  • Blut im Stuhl,
  • kleine Kotstücke und Kotbällchen,
  • bei einer Darmblockade (Kotballen) kann es zum Abgang von Schleim aus dem Anus kommen,
  • Schwierigkeiten der Stuhlentleerung.


Stuhlkonsistenz mit kleinen Bällchen
Die ideale Konsistenz des Stuhls ist groß, weich und locker und sollte normalerweise zu leichtem Stuhlgang führen.
Doch bei Problemen kann der Stuhl kleinen harten Bällchen ähnlich werden.
Die Zeit der Darmpassage kann ein Risikofaktor sein, weil der Stuhl bei langsamem Durchlaufen des Darms Flüssigkeit verliert und weniger voluminös und weich wird.
Im Allgemeinen ist diese Art von Stuhl schwer und sinkt auf den Boden der Toilettenschüssel, während weicher Stuhl schwimmt.
Ballaststoffmangel in der Ernährung kann dafür verantwortlich sein.
Achtung, Proteindiäten (wie Atkins oder Dukan), die auf mehr Protein und weniger Kohlenhydraten basieren, haben einen geringen Ballaststoffgehalt.
Die Folge ist harter Stuhl in Form von Bällchen.
In jedem Fall leiden Menschen, die wenig essen, vermehrt unter Verstopfung.

Farbe des Stuhls

Die Ausscheidungsprodukte des Darmes können auch eine anormale Farbe haben, zum Beispiel:
Sind sie dunkel, kann die Ursache ein Überschuss an Eisen oder eine Blutung im oberen Verdauungstrakt (Magen, Speiseröhre oder Dünndarm) sein.
Gelber und heller Stuhl kann auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (zum Beispiel eine Pankreatitis oder einen Pankreastumor), eine Zöliakie oder Probleme bei der Fettabsorption hinweisen.
Grüner Stuhl kann durch eine Ernährung reich an chlorophyllhaltigem Gemüse, Durchfall oder einige entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie und Dickdarmtumoren hinweisen.

Kann eine Person, die nicht an Verstopfung leidet, harten Stuhl haben?
Ja, es ist möglich, jeden Tag Stuhlgang und dabei festen Kot zu haben.
Die Verstopfung gilt als eine Erkrankung, bei der ein Mensch weniger als drei Stuhlgänge pro Woche hat.
Es ist möglich, dass harter Stuhl auch bei Menschen auftritt, die täglich zur Toilette gehen.

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Therapie bei hartem Stuhl

Die Behandlung von Kotsteinen besteht in der Ausräumung des festgeklemmten Stuhls.
Danach muss eine weitere Stuhlverhärtung vermieden werden.
Die unmittelbarste Behandlung zum Erweichen und Geschmeidigmachen des Stuhls besteht in der Verabreichung eines erwärmten Klistiers mit Mineralöl oder Olivenöl.
Normalerweise ist jedoch ein Klistier allein nicht ausreichend, um ein großes Fekalom zu entfernen.

Tritt der Stuhl nicht aus, ist eine manuelle Ausräumung erforderlich.
Ein Arzt oder Krankenpfleger führt ein oder zwei seiner Finger in das Rektum ein und bricht die Stuhlmasse in kleinere Stücke, damit sie austreten können.
Dieser Prozess muss stufenweise erfolgen, um zu verhindern, dass das Rektum verletzt wird.
Normalerweise steckt der Stuhl in der Rektumampulle oder im Mastdarm fest.
In den Enddarm eingeführte Zäpfchen können verabreicht werden, um schwer ausstoßbaren Stuhl zu entfernen.

Selten erfolgt eine chirurgische Operation zur Behandlung eines Fekaloms.
Ein Noteingriff erfolgt bei:

  • toxischem Megakolon, also einer übermäßigen Erweiterung des Darmes aufgrund von Darmgasansammlungen;
  • komplettem Darmverschluss.

Fast jeder, der schon einmal ein Fekalom hatte, benötigt ein Darmschulungsprogramm.
Der Arzt und eine spezialisierte Krankenschwester müssen sich über folgende Punkte Kenntnis verschaffen: die Krankengeschichte des Patienten, die Ernährungsweise, die Stuhlart, den Laxantien- und Medikamentengebrauch und andere vorliegende Erkrankungen.

 

Was sollte man bei hartem Stuhl tun? Naturheilmittel

Behandlung der Verstopfung
Wenn die Ursache von hartem Stuhl eine Verstopfung ist, sollte man die Ursache ermitteln.
Eine genaue Diagnose ist unerlässlich, um ein Behandlungsprogramm zu entwickeln.

Ballaststoffreiche Ernährung
Eine Lösung gegen Verstopfung können lösliche Ballaststoffe sein.
Diese lösen sich in Wasser und machen somit den Stuhl weich.
Lösliche Ballaststoffe findet man in vielen Früchten, Gemüse, Bohnen und Vollkornprodukten vor. Flohsamen (Plantago psyllium) und Leinsamen sind hervorragende Quellen löslicher Ballaststoffe.
Diese Inhaltsstoffe können den Stuhl deutlich erweichen.

Regelmäßige Bewegung
Körperliche Aktivität kann dazu verhelfen, die Darmaktivität zu stimulieren.

Flüssigkeitsaufnahme
Das Trinken von viel Wasser und anderen Flüssigkeiten hilft, den Stuhl weich zu halten.

Zur Toilette gehen
Man sollte sich genügend Zeit für den Gang zur Toilette nehmen.
Stuhldrang sollte man nicht ignorieren.

Alternative Therapien

Es gibt verschiedene alternative Ansätze, die Erleichterung schaffen könnten, auch wenn sie bisher nicht näher untersucht wurden.

Massage. Massagetherapie zur Unterstützung des Kolons mit Kompression, Manipulation und Vibration begünstigt die Defäkation.
Zu den natürlichen Behandlungsweisen zählen auch Akupunktur und Shiatsu.
Die Bauchmassage kann alle Muskeln entspannen, die die Harnblase und den Darm unterstützen. Sie begünstigt daher die Darmaktivität.

Akupunktur. Diese traditionelle chinesische Medizin sieht die Manipulation und das Einführen sehr feiner Nadeln in diverse Körperzonen vor.
Diese Therapie stimuliert das Kolon und kann die Schmerzen bei Obstipation verringern, auch wenn es keine ausreichenden Beweise für die Wirksamkeit der Akupunktur bei hartem Stuhl gibt.

Kräutertee. Unter den bewährten Hausmitteln gibt es gegen Verstopfung Kräutertees, die Faulbaumrinde, Fenchel, Süßholz, Kamille oder Melisse enthalten können.

Weichmacher für den Stuhl
Es gibt rezeptfreie Produkte, die als Weichmacher für den Stuhl gelten und die Darmmuskulatur stimulieren.
Weichmacher für den Stuhl verringern die vom Darm absorbierte Menge an Flüssigkeit und lassen mehr Wasser im Stuhl zurück.
Diese Produkte funktionieren anders als Zäpfchen (die eine Form stimulierender Laxantien sind).
Im Allgemeinen werden Weichmacher als eine sicherere Alternative angesehen.
Man sollte stets mit dem Arzt zusammen die freiverkäuflichen Produkte überprüfen, ehe sie genommen werden.

Empfohlene Lebensmittel

 

Kategorie Lebensmittel
Brot Müsli, Brot, Weizenkleie-Muffins, Vollkornbrot
Getreide und Zerealien Cornflakes, Maisflocken, Kleieflocken, glasiertes Getreide, Weizenschrot, Hafermehl, Kleiestangen, All-Bran, Kleie, Maiskleie, Haferkleie, Vollkornreis, Roggenbrot
Gemüse Artischocken, Rosenkohl, Brokkoli, Kohl, Rucola, Mangold, Karotten, Erbsen, grüne Bohnen, süßer Mais, Spinat, Kürbis, Kartoffeln mit Schale, Rüben
Hülsenfrüchte gekochte Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Erbsen, Limabohnen, Pintobohnen, Chili mit Bohnen
Obst Avocado, Apfel mit Schale, Banane, Orange, Papaya, Nektarinen, Kiwi, Birnen, Brombeeren, Himbeeren, Mango, Erdbeeren, Pflaumen
Sonstiges grobe Erdnussbutter, Mandeln, Pistazien, Walnüsse, Cashewnüsse, Trockenfeigen, Sonnenblumenkerne, Tomatenmark, Apfelmus, Rosinen

 

Zu meidende Speisen

Lebensmittel mit niedrigem Ballaststoffgehalt
Ballaststoffe sind der unverdauliche Teil pflanzlicher Lebensmittel und wichtig zur Weicherhaltung des Stuhls, weil sie eine große Menge an Flüssigkeit resorbiert.

Fette Lebensmittel
Der Stuhl, der von fetthaltigen Lebensmitteln herrührt, ist eher hart.
Fette Speisen passieren den Darm langsam. Das führt zu einer größeren Absorption von Flüssigkeiten aus dem Stuhl.


Den Verzehr von fetten Lebensmitteln einschränken, wie:

  • Vollmilch
  • Eis
  • Vollmilch-Joghurt
  • Kartoffelchips
  • feine Erdnussbutter
  • Butter
  • Margarine
  • Salatdressings

Verarbeitete Lebensmittel
Den Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln sollte man begrenzen, weil sie wenige Ballaststoffe enthalten.
Beispiele für verarbeitete Lebensmittel:

  • Cracker
  • Fertiggerichte
  • Kuchen
  • Krapfen

Was sind die Komplikationen bei Verstopfung?

Obstipation kann zu einem Fekalom führen, das sich vor allem bei Kindern und alten Menschen zeigt.
Verstopfung kann Komplikationen verursachen wie:

  • Hämorrhoiden, die durch Pressen beim Stuhlgang auftreten;
  • Analrhagaden (Hautverletzungen im Anusbereich), die auftreten, wenn harter Stuhl die Muskeln des Sphinkters zu stark dehnt. Das kann rektale Blutungen verursachen.
  • Manchmal führt zu starkes Pressen zu einem rektalen Prolaps, bei dem ein kleiner Teil der Darmschleimhaut aus der Analöffnung austritt.