Dickdarmentzündung – Ursachen, Symptome und Heilmittel

INDEX

Die Entzündung des Dickdarms wird als Kolitis bezeichnet, eine Erkrankung, bei der sich die innere Wand des Dickdarms entzündet.
Die Entzündung kann Folge einer Autoimmunerkrankung, einer Infektion des Dickdarms, einer schlechten Blutversorgung oder einer anderen unbekannten Ursache sein.

Wie funktioniert das Kolon?

Der Dickdarm besteht aus Kolon (Grimmdarm) und Rektum (Mastdarm).
Hauptfunktion des Kolons ist die Absorption von Wasser und anderen unverdauten Nahrungspartikeln und die Beförderung des daraus geformten Stuhls in den Mastdarm.
Die Entzündung des Darms (oder Kolitis) tritt auf, wenn die Darmwand des Kolons anschwillt.
Das Kolon wird durch einen aufsteigenden (rechten), einen horizontal verlaufenden und einen absteigenden Abschnitt (auf der linken Seite) gebildet, der im Mastdarm endet.
Wenn der Darm an verschiedenen Stellen entzündet ist, können sich Geschwüre (Ulzera) in Magen und Darm bilden.
Diese Erkrankung wird Colitis ulcerosa genannt.

Das Kolon kann mit einem Schlauch verglichen werden, der Wasser befördert.
Ist der Schlauch aufgrund einer Ansammlung von Abfallprodukten verstopft, kann das Wasser nicht mehr durchfließen.
Es erfordert eine regelmäßige Reinigung, um einen Darmverschluss zu vermeiden.
Bei der Entzündung werden die Außenwände des Kolons dünn.
Es ist möglich, dass toxische Abfallprodukte in das Körpergewebe übergehen und sich ablagern, indem sie die Darmwände passieren.
Das kann zu verschiedenen Störungen führen, wie zu einer Zerstörung von Zellen, einer schlechten Verdauung oder zu Schwierigkeiten bei der Entleerung.

Arten der Entzündungen des Kolons

Die Dickdarmentzündung (Kolitis) kann verschiedene Ursachen haben:
Infektiöse Kolitis – tritt aufgrund der Aufnahme vieler pathogener Bakterien auf.
Ischämische Kolitis – die Blutversorgung ist aufgrund einer Behinderung unterbrochen, wodurch eine Ischämie verursacht wird.
Colitis ulcerosa – es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die Rektum und Colon sigmoideum betrifft.
Morbus Crohn – er kann verschiedene Abschnitte des Verdauungsapparats betreffen, darunter auch das Kolon.
Mikroskopische Kolitis – eine seltene Störung, die bei einer Autoimmunerkrankung auftreten kann.

 


Ursachen der Dickdarmentzündung

Die genauen Gründe für eine Kolitis sind unbekannt, es handelt sich um eine idiopathische Form.
Studien haben gezeigt, dass ein spezielles Gen für diese Erkrankung verantwortlich ist, das als NOD2 identifiziert wurde.
Einige Forschungen haben aufgezeigt, dass die Dickdarmentzündung durch eine genetische Prädisposition hervorgerufen sein kann.

Bei der infektiösen Kolitis sind Bakterien die Ursache der Erkrankung: Campylobacter, Shigellen, Escherichia coli und Salmonellen.
Die Forschung zeigt, dass manche Menschen sofort nach Einnahme von Antibiotika eine Kolitis entwickeln.
Dies geschieht aufgrund der Unterdrückung der Bakterien durch die Medikamente und das damit verbunden Wachstum anderer Bakterien.

Die ischämische Kolitis wird durch Verhärtung oder Verengung von Blutgefäßen im Dickdarm hervorgerufen.
Die Blutversorgung ist in dem Bereich vermindert, was zur Entzündung führt.
Da sich diese vaskuläre Erkrankung mit dem Alter verschlimmert, ist die Wahrscheinlichkeit einer ischämischen Kolitis bei älteren Menschen höher.

Der hypovolämische Schock und eine rasche Dehydratation können eine ischämische Kolitis bei Menschen mit einem unzureichenden Blutdruck verursachen.
Eine längere Behinderung des Blutstroms zum Dickdarm kann aufgrund einer Hernie oder durch Bauchkrämpfe verursacht sein.
Die Folge ist eine ischämische Kolitis.
Die Betroffenen können aufgrund mangelhafter Durchblutung Unterleibsschmerzen, Durchfall und Fieber verspüren.


Andere Arten der Dickdarmentzündung sind in der Regel idiopathisch (ohne fassbare Ursache) oder können durch Autoimmunstörungen entstehen.
Die Entzündung des Dickdarms wird oft durch eine Autoimmunerkrankung verursacht, wie die Crohn-Krankheit oder die Colitis ulcerosa.
Morbus Crohn kann jeden Abschnitt des Verdauungstraktes angreifen, während die Colitis ulcerosa den Mastdarm und das Kolon sigmoideum betrifft.

Symptome der Dickdarmentzündung

Da der Dickdarm von dieser Erkrankung betroffen ist, gibt es eine direkte Auswirkung auf Verdauung und Ausscheidung.

Wo schmerzt es?
Den Schmerz verspürt man im Unterbauch, er kann aber auch an der rechten und linken Seite des Bauches auftreten.
Der Schmerz kann nach hinten und unten ausstrahlen, wobei er lumbale Rückenschmerzen oder Beinschmerzen bis zum Knie verursacht.
Ein Eisprung kann die Symptome im Dickdarm verstärken.

Die häufigsten Symptome einer Dickdarmentzündung sind:

  1. Durchfall oder Verstopfung über längere Zeit; die Verstopfung kann Hämorrhoiden begünstigen;
  2. Blut im Stuhl und/oder Schmerzen bei der Defäkation;
  3. Luft im Bauch;
  4. Fieber;
  5. Häufiges Erbrechen und Übelkeit;
  6. Gewichtsverlust, Appetitverlust und Müdigkeit;
  7. Kinder, die unter einem Reizdarmsyndrom oder Colitis ulcerosa leiden, können Angstzustände und Depressionen entwickeln;
  8. Männer mit Prostatitis können eine Zunahme der Symptome beobachten, wenn der Dickdarm stark entzündet ist;
  9. Das Reizdarmsyndrom kann die Harnblase reizen, wodurch häufigeres Wasserlassen und nächtlicher Harndrang (Nykturie) bestehen.

 


Wie wird eine Dickdarmentzündung diagnostiziert?

Wenn der Arzt den Patienten untersucht, übt er zwei Fingerbreit neben der rechten Fossa iliaca einen Druck auf den Bauch aus, um zu sehen, ob die Symptome vom Blinddarm und vom aufsteigenden Kolon herrühren.
Dann drückt er unterhalb des Bauchnabels zwei Fingerbreit von der rechten Fossa iliaca entfernt auf den Bauch, um das aufsteigende Kolon zu beurteilen und eine Appendizitis auszuschließen.

Um diese Erkrankung zu diagnostizieren kann er den Patienten auffordern, sich einer Blut- und Stuhluntersuchung zu unterziehen.
Auf diese Weise kann der Arzt die Ursachen der Darmentzündung des Patienten feststellen.

Koloskopie und Sigmoidoskopie sind invasive Untersuchungen, jedoch sehr dienlich, um zu sehen, wie die Beschaffenheit des Dickdarms ist.
Bei diesen Verfahren führt der Arzt ein Endoskop, ein kleines und spezielles dafür entwickeltes Gerät, über den Anus in den Darm ein.
Damit kann er die Darmentzündung des Patienten erkennen.
Der Arzt kann auch Gewebeproben aus dem Darm entnehmen.

Die Echographie des gesamten Abdomens kann Vergrößerungen der Lymphknoten aufzeigen, die bei Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und unspezifischer Kolitis auftreten würden.

Eine Magnetresonanztomographie dient zum Ausschluss anderer Erkrankungen, wie einer intestinalen Endometriose.

Therapie der Dickdarmentzündung

Die Behandlung variiert von Person zu Person und hängt vor allem vom Fortschreiten der Entzündung ab.
Es gibt keine speziellen Medikamente zur Behandlung oder Heilung der Dickdarmentzündung.
Gewöhnlich verschreiben Ärzte Medikamente, die die Krankheitsauswirkungen verringern.
Verschlimmert sich die Entzündung trotz gegebener Medikamente, kann der Arzt zu einem chirurgischen Eingriff raten.

Wie behandelt man eine Dickdarmentzündung?
Medikamente wie Mesalazin (zusammengesetzt aus 5-ASA) und Kortikosteroide werden zur Verringerung der Entzündung verordnet, die durch Colitis ulcerosa und Morbus Crohn verursacht wurde.
Diese Medikamente dienen der Verringerung der Entzündung und halten sie auf einer möglichst niedrigen Stufe.
Bei Reizdarmsyndrom verordnen Ärzte oftmals krampflösende Mittel (z.B. Buscopan), die meist gute Wirkung zeigen.

Einige Medikamente werden auch nur verordnet, um den Angriff des Immunsystems gegen den Darm zu bremsen.
Diese Pharmaka werden Immunmodulatoren genannt, weil sie helfen, die Entzündung zu verringern. Sie werden manchmal Patienten verabreicht, bei denen Steroide wirkungslos blieben.
In der Schwangerschaft können keine Medikamente eingenommen werden, auch wenn manche Gynäkologen Buscopan verschreiben.
Schwangere oder stillende Frauen sollten sich mit natürlichen Heilmitteln kurieren oder alternative Therapien wählen.

 

Dickdarmentzündung - Ursachen Symptome und Heilmittel
Dickdarmentzündung – Ursachen Symptome und Heilmittel

Chirurgischer Eingriff

Wenn die Medikamente bei der Behandlung der Darmentzündung erfolglos bleiben, raten die Ärzte ihren Patienten in manchen Fällen zu einem chirurgischen Eingriff.
Die Operation umfasst die Entfernung der Blockade in Kolon und Rektum.
Während des chirurgischen Eingriffs kann der Chirurg wie folgt vorgehen:

  1. Einen Bauchschnitt durchführen, den Darm oberhalb und unterhalb der Blockade abtrennen und die beiden Darmenden (ileo-anale Anastomose) unter Umgehung des Kolons verbinden. Dieser neue Verlauf erleichtert die Stuhlentleerung;
  2. Das Kolon entfernen und ein Reservoir oder Säckchen einbringen, das die Defäkation erleichtert.

Beide Methoden werden je nach Schwere der Entzündung und der Störungen, die sie verursachen, angewendet.
Nach der Operation kann der Patient ein normales und aktives Leben führen.

Die Dickdarmentzündung kann zu einem bösartigen Tumor führen, doch kommt das sehr selten vor. Dabei ist es wichtig, auf die Ernährung zu achten, vor allem eine gesunde Diät einzuhalten und sauberes und reines Wasser zu trinken

Ernährung bei Dickdarmentzündung

Neben der Einnahme von Medikamenten ist auch eine entsprechende Ernährung wichtig.
Bei einer Dickdarmentzündung muss man folgende Punkte beachten:

  1. Getränke vermeiden, die den Durchfall verschlimmern. Beispiele dafür sind Getränke mit Kohlensäure, Alkohol (Bier, Wein) usw.
  2. Zu den zu meidenden Nahrungsmitteln gehören fetthaltige Speisen und Milchprodukte, weil sie zur Überlastung des Verdauungssystems führen und die Erkrankung verschlimmern können.
  3. Die Aufnahme unlöslicher Ballaststoffe vermeiden. Eine ballaststoffreiche Diät ist unter normalen Bedingungen gesund, kann jedoch die Entzündung im Dickdarm verschlimmern.
  4. Frittierte Speisen wie Pommes frites und Spiegeleier vermeiden.
  5. Die Ernährung sollte reich an löslichen Ballaststoffen sein, die das Wachstum gesunder Darmbakterien fördern.
  6. Empfohlen sind Weißbrot, Haferflocken, Tofu und Getreide ohne Ballaststoffzusätze.
  7. Andere empfohlene Lebensmittel sind Zucchini, Gerste, Radieschen und im Allgemeinen Obst und Gemüse.
  8. Stress abbauen, indem Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, tiefe Atemübungen usw. durchgeführt werden. Dies hilft dem Körper, mit Dickdarmbeschwerden und vor allem der Colitis ulcerosa fertig zu werden.

Nahrungsergänzungsmittel bei Dickdarmentzündung

Man sollte die Verwendung natürlicher Ergänzungsmittel in Erwägung ziehen, die die Darmfunktion begünstigen und Symptome einer Dickdarmentzündung verringern.
Das University of Maryland Medical Center empfiehlt die folgenden Ergänzungsmittel, die hilfreich sein können:
1. Zink (25 mg pro Tag),
2. Folsäure (1 mg pro Tag),
3. Vitamin B12 (1 mg pro Tag),
Fischöl (3 g pro Tag) kann die Entzündung verringern.
Probiotika mit der Hefe Saccharomyces boulardii (250-500 mg, viermal pro Tag) können Durchfall verringern.
Glutamin (400 mg, viermal pro Tag) begünstigt die allgemeine Darmgesundheut.

 


Naturheilmittel bei Dickdarmentzündung

Derzeit hat sich keine alternative Therapie bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms als wirksam erwiesen, doch in der Schwangerschaft dürfen keine Medikamente eingenommen werden. Stattdessen sollte man nachfolgende Heilmittel versuchen:
Milchsäurebakterien. Da Darmbakterien Colitis ulcerosa beeinflussen können, nehmen Forscher an, dass die Zuführung von nützlichen Bakterien (Probiotika) dem Darm helfen können, die Krankheit zu bekämpfen.

Fischöl. Fischöl wirkt entzündungshemmend, doch Studien haben über die Wirkung bei Menschen mit Colitis ulcerosa gegenteilige Ergebnisse aufgewiesen.

Aloe vera. Aloe-vera-Saft ist ein natürlicher Entzündungshemmer, der bei Menschen mit Colitis ulcerosa in Betracht gezogen wird. Doch es gibt keinerlei Beweis, der diese Behauptung stützt.
Außerdem beobachten einige Menschen, die Aloe-vera-Saft einnehmen, eine abführende Wirkung.

Akupunktur. Viele Studien zeigen, dass für Menschen mit Colitis ulcerosa Akupunktur von Vorteil sein kann.
Das Verfahren sieht das Einbringen feiner Nadeln in die Haut vor.
Auf diese Weise werden natürliche körpereigene, schmerzlindernde Substanzen freigesetzt.

Curcumin. Diese Verbindung wird aus einem Gewürz, dem sog. Kurkuma, gewonnen und ist in Drogerien erhältlich.
Die Kombination von Curcumin mit der Standardtherapie der Colitis ulcerosa (Kortikosteroide und Sulfasalazin) hat dazu beigetragen, die Symptome zu verbessern und die Dosis der eingenommenen Arzneimittel zu verringern.
Der Beweis dafür stammt jedoch nur aus zwei kleinen wissenschaftlichen Studien.
Ehe diese Therapie empfohlen werden kann, sind weitere Forschungen erforderlich.

Prognose und Dauer der Dickdarmentzündung

Die Prognose der Dickdarmentzündung ist generell gut.
Die Kolitis hat keine langfristigen Folgen, außer bei sehr schweren Verlaufsformen.
Tritt irgendeines der oben genannten Symptome auf, sollte man sich nicht einschüchtern lassen, sondern den Arzt aufsuchen.

Bei Infektion, Darmverschluss oder ischämischer Kolitis vermindert sich die Entzündung und vergeht in wenigen Tagen vollständig, sobald die Ursache behandelt wird.
Ist das entzündete Kolon die Folge einer Autoimmunerkrankung wie Morbus Crohn, ist die Dauer unbestimmt, weil es noch keine definitive Behandlung gibt.