Vaginale und anale Blutungen

Vaginale Blutungen, die nicht durch die Regelblutungen verursacht werden, können auf eine schwerwiegende Krankheit hinweisen aber auch harmlos sein.

 

Was sind die Ursachen von vaginalen Blutungen?

Mutterhormone: Bei Mädchen können Blutungen durch die Hormone der Mutter verursacht sein.

Dies tritt nur bei neugeborenen Mädchen auf, da die mütterlichen Hormone die Gebärmutterschleimhaut des Kind während der Schwangerschaft anregen können.
Ein paar Wochen nach der Geburt sind die Hormone beseitigt und eine Blutung tritt nicht wieder auf.

Fremdkörper: Kleine Mädchen stecken manchmal kleines Spielzeug in die Vagina (als Spiel oder beim Versuch, den eigenen Körper zu erkunden) und entfernen es nicht wieder.
Das kann zu Verletzungen und Blutungen führen.
Bei Frauen ist der Fremdkörper meist ein vergessener Tampon.

Sexuell übertragbare Erkrankungen: Es gibt viele Symptome von Geschlechtskrankheiten, zum Beispiel:

  1. Blutungen nach dem Menstruationszyklus;
  2. vaginaler Schleimausfluss;
  3. Schwellung, Geschwür, Hautausschlag oder ein Knötchen, das im Bereich von Vulva, Vagina oder Anus erscheint;
  4. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr;
  5. Schmerzen beim Wasserlassen.

Die häufigsten Infektionen, die vaginale Blutungen verursachen, sind:

  • Kandidose,
  • Feigwarzen,
  • Chlamydien,
  • Gonorrhoe,
  • Trichomoniasis.

Polyp am Gebärmutterhals – Ein Polyp ist ein abnormes Gebilde, das über einen Stiel mit dem Uterusepithel verbunden ist.
Polypen sind kleine Fehlbildungen, die sich am Gebärmutterhals oder innerhalb der Gebärmutterhöhle entwickeln können.
Normalerweise entdeckt es der Arzt bei einer Untersuchung.
Polypen kann man entfernen, sie sind meist nicht bösartig.

Einige Tumoren, wie Gebärmutterhalskrebs, können Blutungen verursachen. Oft treten andere Symptome auf, zum Beispiel Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

 

Vaginale Blutungen während des Menstruationszyklus

Für einige Tage im Monat kommt es zu Blutungen aus der Vagina.
Die Menge des Verlusts kann zwischen den jeweiligen Menstruationszyklen variieren und ist von Frau zu Frau unterschiedlich.
Einige Frauen verlieren weniger und dunkleres Blut, während bei anderen mehr Blut austritt, das eine leuchtend rote Farbe hat.
Manchmal werden auch Blutgerinnsel ausgeschwemmt, vor allem wenn die Blutung stark ist.
Die normale Blutmenge bei einer Regelblutung beträgt zwischen 20 und 60 ml.
Menstruationsblutungen können bis zu acht Tage andauern, der Durchschnitt liegt jedoch bei fünf Tagen.
Die Blutung ist in den ersten zwei Tagen am stärksten.
Unterleibsschmerzen treten dabei recht häufig auf, sind aber kein Anzeichen für eine schwere Erkrankung.

Starke Menstruationsblutungen
Dies ist ein häufiges Phänomen. Die verlorene Blutmenge lässt sich schwer messen, in der Regel spricht man von starken Menstruationsblutungen, wenn der Blutverlust 80 ml pro Zyklus überschreitet.
Menstruationsblutungen gelten als stark, wenn:

  1. der Tampon alle zwei Stunden gewechselt werden muss;
  2. der Blutfluss länger als 7 Tage andauert;
  3. mit dem Blut Blutgerinnsel ausgeschwemmt werden;
  4. der normale Alltag dadurch beeinträchtigt wird.

 

Ursachen für Blutungen in der Schwangerschaft

Erstes Schwangerschaftsdrittel
Eine leichte Blutung im ersten Schwangerschaftsdrittel weist nicht immer auf ein Problem hin.
Sie kann zurückzuführen sein auf:

  • Geschlechtsverkehr,
  • Infektion,
  • normaler Blutverlust durch das Einnisten der Eizelle in der Gebärmutter,
  • Hormonveränderungen.

Schwerwiegende Ursachen für Blutungen in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft sind:

  • Fehlgeburt: Bei fast allen Frauen, die einen Abort erleiden, tritt vor einer Fehlgeburt eine Blutung auf.
  • Eileiterschwangerschaft, die Blutungen und Krämpfe verursachen kann.
  • Molenschwangerschaft, bei der sich eine befruchtete aber nicht lebensfähige Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Der Embryo entwickelt sich nicht und die Schwangerschaft kann daher nicht ausgetragen werden.

Drittes Schwangerschaftsdrittel
Die Veränderungen des Gebärmutterhalses können zu Blutungen führen, insbesondere nach Geschlechtsverkehr.

Abgang des Schleimpfropfes
Wenn sich der Schleimpfropf löst, der sich während der Schwangerschaft im Gebärmutterhals befindet, ist das ein Zeichen dafür, dass der Muttermund zur Geburt bereit ist.
Der Schleimpfropf geht zusammen mit etwas Blut ab.
Die Blutung ist durch die Ruptur der fragilen Kapillaren im Gebärmutterhals bedingt.
Dieser helle Ausfluss kann ein paar Tage vor Eintritt der Wehen oder während der Geburt auftreten.

Plazentaablösung – eine gravierende Komplikation der Schwangerschaft, bei der sich die Plazenta teilweise oder vollständig von der Gebärmutterwand löst. Die Plazentaablösung verursacht in der Regel:

  • Bauchschmerzen,
  • harten Bauch,
  • starke Kontraktionen,
  • Blutung.

Die Plazentaablösung kann auch ohne Symptome und ohne Blutung erfolgen.

Tiefliegende Plazenta (oder Placenta praevia) – wenn sich die Plazenta im unteren Teil der Gebärmutter, in der Nähe oder oberhalb des Gebärmutterhalses befindet.
Die Blutungen bei einer tiefliegenden Plazenta können sehr stark sein und eine Gefahr für Mutter und Kind darstellen.
Meist empfiehlt der Arzt einen Kaiserschnitt.

Vasa praevia – eine Komplikation der Schwangerschaft, bei der die Blutgefäße der Plazenta oder des Bauchnabels durch die Membranen reichen, die den Gebärmutterhals bedecken.

Normalerweise werden die Blutgefäße von Nabelschnur und Plazenta umschlossen.
Wenn die Fruchtblase platzt, können diese Gefäße reißen und eine Blutung verursachen.
Das Kind kann eine gefährliche Menge an Blut verlieren, das kann sogar zum Tod führen.

Eine Vasa praevia lässt sich nur sehr schwer vor der Geburt diagnostizieren, sie kann aber in bestimmten Fällen durch eine Doppler-Sonographie festgestellt werden, um den Blutfluss zu kontrollieren, der die Öffnung der Gebärmutter oberhalb der Zervix passiert.
Bei Vasa praevia ist ein Not-Kaiserschnitt vorzunehmen.

 

Blutungen nach der Geburt

Der Wochenfluss nach der Geburt wird auch Lochien genannt und ist normal.
Es handelt sich um Fragmente der Gebärmutterschleimhaut (Decidua).
Der Ausfluss ist in den ersten Tagen intensiv rot, doch mit der Zeit ändert sich die Farbe und wird rosarot, gelblich und schließlich weiß.
Die Menge wird immer geringer und verschwindet innerhalb von 3 Wochen. Einige Frauen bemerken den Ausfluss nur über 2 Wochen.

 

Andere Ursachen für Blutungen

Blutungen während des Eisprungs
Während des Eisprungs können leichte Blutungen oder Ausfluss von blutigem Schleim auftreten.
Die Ursache ist ein Absinken des Östrogenspiegels im Blut, das dem Höhepunkt des Eisprungs vorausgeht.
Das Blut ist meist auf hormonelle Schwankungen zurückzuführen.

Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr werden auch postkoitales Spotting genannt.
Sie können auftreten, weil der Gebärmutterhals (Cervix) wund und entzündet ist.
Daher können Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr vermehrt auftreten.
Einige der Ursachen für häufige Blutungen beim Geschlechtsverkehr sind:

  • Infektionen wie Chlamydien,
  • hormonelle Veränderungen,
  • Scheidentrockenheit,
  • Läsionen der Zervix.

Dunkle Blutungen

Braunes Blut oder Spotting kann folgende Ursachen haben:

  • Stress: kann unregelmäßige Monatsblutungen hervorrufen.
  • Anorexie, Bulimie und Fettleibigkeit – können Schwäche und dunklen Ausfluss verursachen.
  • Antibabypille oder Vaginalring – Manchmal können leichte Blutungen in den ersten Monaten nach der erstmaligen Einnahme der Antibabypille auftreten.
    Meist hören sie nach einigen Monaten auf.
  • Unkorrektes Einführen der Spirale
  • Organische Erkrankungen wie Eierstockzysten, Polypen und Endometriose.
Blutungen

Blutungen


Diagnose der Blutungen

Wenn man zum Arzt geht, muss man ihm folgende Informationen mitteilen:

  • Art der Blutung,
  • Menge des Ausflusses,
  • ob Blutgerinnsel vorhanden sind,
  • ob der Ausfluss übel riecht.

Der Arzt muss Bescheid wissen über die Einnahme von:

  • Medikamenten,
  • pflanzlichen Produkten.

Manchmal können natürliche Produkte mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, wie oralen Kontrazeptiva, interagieren.

Der Arzt erfragt Informationen über das Sexualleben, um zu sehen, ob der Patient eine Infektion haben könnte.
Es ist wichtig, die Art der verwendeten Verhütungsmittel zu kennen. Zum Beispiel kann ein Präservativ vor übertragbaren Geschlechtskrankheiten schützen.

Frauenarztbesuch
Der Gynäkologe kann die Vagina untersuchen, indem er zwei Finger einführt. Dadurch kann er die Größe der Gebärmutter ermitteln und feststellen, ob sie wund ist.
Der Arzt kann ein sogenanntes Spekulum verwenden, um in die Vagina zu sehen.
Mit einem Spekulum kann man vaginalen Ausfluss sehen und mit Stäbchen eine Probe entnehmen (vaginaler Abstrich).
Das entnommene Gewebe wird zur Analyse an ein Labor geschickt, um festzustellen, ob die Ursache für den Ausfluss eine Infektion ist.

Der Frauenarzt kann weitere Untersuchungen verordnen oder einen Ultraschall durchführen

 


Blutungen aus dem Anus

Eine rektale Blutung wird als Hämatochezie bezeichnet, was das Austreten von frischem Blut aus dem Anus bedeutet, häufig zuammen mit dem Stuhl.

Meist tritt sie plötzlich auf und ist auf eine Darmstörung zurückzuführen.
Auch wenn die Blutungen möglicherweise aus dem Rektum stammen, können sie doch in einigen Fällen auch in anderen Bereichen des unteren und oberen Gastrointestinaltrakts (vor allem im Kolon) ihren Ursprung haben.
Die Blutung kann bei verschiedenen Stuhlformen beobachtet werden:

  • schwarzer Stuhl oder Teerstuhl (Meläna),
  • leuchtend roter Stuhl,
  • Blut auf dem Toilettenpapier.

Die möglichen Folgen der Blutung sind Symptome wie:

  • Schwäche,
  • Schwindel,
  • Übelkeit,
  • Ohnmacht,
  • niedriger Blutdruck oder Hypotension beim Aufstehen (ein Abfall des Blutdrucks, wenn man sich aus dem Sitzen oder Liegen erhebt).

 

Ursachen für Blutungen aus dem Anus

Analrhagaden: Analrhagaden sind eine häufige Ursache für Rektalblutungen.
Die Wand des Anuskanals reißt aufgrund von Verstopfung ein, was zu Blutungen und auch starken Schmerzen beim Stuhlgang führen kann.

Hämorrhoiden: Hämorrhoiden sind erweiterte Blutgefäße oder Venen im Analkanal.
Die Venen schwellen aus unterschiedlichen Gründen an:

  • Schlechte Ernährung, beispielsweise zu viel Schalenobst (Nüsse, Mandeln usw.) oder Getreide.
  • Anspannung des Anus während der Passage von hartem oder trockenem Stuhl an, was Anusschmerzen oder Blutungen verursacht.

Meist sind jedoch Blutungen von Hämorrhoiden mäßiggradig und verursachen keine:

  • Anämie,
  • niedrigen Blutdruck.

Fistel: Eine Analfistel ist ein unnatürlicher Kanal, der vom Rektum bis in die Haut um den Anus reicht.
Meist enthält sie eine gelbliche Flüssigkeit (Eiter), doch manchmal kann sie auch bluten.
Meist hängt eine Fistel mit einer chronischen Entzündung des Verdauungstraktes zusammen und verursacht:

  • Schmerzen,
  • blutigen Stuhl.

Divertikulose: Divertikulose ist eine Erkrankung, bei der sich Divertikel genannte taschen- oder sackförmige Ausstülpungen im Dickdarm bilden (Ausstülpungen der Darmschleimhaut).
Diese Ausstülpungen entstehen im Wesentlichen durch eine Schwäche der Dickdarmwand und äußern sich in:

  • leichten Rektalblutungen,
  • übel riechendem Stuhl.

Proktitis und Colitis sind Krankheiten, die infolge einer Entzündung oder eines Geschwürs in Mastdarm, Dickdarm oder beiden auftreten.
Wenn sich die Entzündung auf das Rektum beschränkt, heißt die Krankheit Proktitis, wenn sie sich auf den Dickdarm ausweitet, Colitis.

Zu den Symptomen gehören

  • Krämpfe,
  • Durchfall (Diarrhoe),
  • Stuhldrang (das Gefühl unverzüglich den Darm entleeren zu müssen),
  • Blutungen.

Polypen und Krebs: Polypen sind gutartige Tumoren im Dickdarm, die große Dimensionen erreichen und Blutungen verursachen können.
Einige Arten von Polypen entwickeln Dickdarmkrebs und verursachen:

  • intensiv rote Blutungen,
  • abdominellen oder analen Schmerz,
  • Durchfall oder Verstopfung.


Rektaler Prolaps: Diese Störung tritt aufgrund einer Schwächung des rektalen Stützgewebes vor allem bei älteren Menschen auf.
Die Person kann eine anormale Ausbuchtung am Gesäß erspüren, während sie sich abtrocknet.
Zu den Symptomen eines Rektalprolapses gehören auch Rektalblutungen.

 

Diagnose der Blutung aus dem Anus

Bei Blutungen aus dem Anus ist ein Proktologe aufzusuchen, da sie ein Anzeichen für ernsthafte Krankheiten sein können.
Zunächst wird der anale Bereich untersucht, um Hämorrhoiden oder Rhagaden festzustellen.
Kann bei der Untersuchung die Ursache für die Blutung nicht geklärt werden, ist eine Darmspiegelung (Koloskopie) angezeigt.

Wie behandelt man Blutungen aus dem Anus?

Die Therapie hängt von der jeweiligen Ursache der Blutung ab.
Sie kann von dem Gebrauch einfacher, frei verkäuflicher Medikamenten und Hausmittel bis zu einer Operation reichen.

 

 

Vaginale und anale Blutungen ultima modifica: 2016-03-17T12:54:14+00:00 da daggy