Übungen für Skoliose

Die korrigierende Gymnastik und Übungen für Skoliose sind von grundlegender Bedeutung, um die skoliotische Wirbelsäulenkrümmung zu reduzieren, die Korrektur aufrechtzuerhalten und eine Verschlechterung zu vermeiden.
Die Übungen werden in verschiedenen Positionen durchgeführt: im Vierfüßlerstand, im Liegen, Sitzen oder Stehen.

Es gibt Methoden, die ausschließlich Übungen im Vierfüßlerstand vorsehen, aber das ist nicht ausreichend.

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Korrekturübungen.
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Es muss auch im Stehen und Sitzen gearbeitet werden, damit die Haltung des Kindes/Jugendlichen auch in normalen Alltagssituationen korrigiert wird.
Die Muskeln auf der konkaven Seite sind verkürzt und halten den Schiefstand der Wirbel auf der Seite der Skoliosekurve aufrecht;  deshalb müssen Übungen durchgeführt und Haltungspositionen eingenommen werden, die die Muskeln verlängern.
Es ist wichtig, die Muskeln, die durch die Kurvenkonvexität überdehnt wurden, in verkürzter Position arbeiten zu lassen und umgekehrt die im konkaven Teil der Kurve liegenden Muskeln verstärkt zu dehnen.
Unter den verschiedenen Übungen und Haltungspositionen spielt die aktive Aufrichtung (Elongation) eine wichtige Rolle, also das Bewegen von Kopf und Kreuzbein in entgegengesetzte Richtungen.
Es können Gewichte über den Kopf des Kindes/Jugendlichen angehoben oder die Wirbelsäule unter Anweisung gestreckt und gerade aufgerichtet werden.

Dadurch wird auch allmählich die Sitzposition während der Alltagstätigkeiten verbessert.

Die Übungen lassen sich in zwei große Gruppen unterteilen:

  • Die symmetrischen Übungen werden auf beiden Seiten des Rückens und Nackens ausgeführt;
  • Die asymmetrischen Übungen werden nur mit einer Schulter oder Hüfte ausgeführt, damit hauptsächlich die Muskulatur  von nur einer Rumpfseite beansprucht wird. Besonders die gravierenderen Fälle müssen vor allem asymmetrische Übungen durchführen, während die Patienten mit einer geringer ausgeprägten Krümmung der Wirbelsäule praktisch nur symmetrische Übungen ausführen.

 

Wie wird die korrigierende Gymnastik durchgeführt und was sind die Behandlungsziele?

 

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Rechtskonvexe Skoliose der Lendenwirbelsäule.

Der Skoliosepatient muss sich zunächst der Krümmung seiner Wirbelsäule bewusst werden, damit er sie korrigieren und die Rückenschmerzen beseitigen kann.
Dazu werden Hilfsmittel verwendet, wie der orthopädische Spiegel, Fotos und die Wand.
Der Patient muss regelmäßig ein Programm mit korrigierenden Gymnastikübungen durchführen.
Es ist wichtig, die tägliche Haltung zu korrigieren; dazu werden bevorzugt skoliosemindernde Positionen eingenommen und verschlechternde Positionen vermieden.
Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichts stimulieren den Gleichgewichtssinn und bringen das Kind bzw. den Jugendlichen dazu, die Position der einzelnen Körperteile wahrzunehmen und eine korrekte Haltung einzunehmen.

Einen wichtigen Bereich der Korrekturgymnastik nimmt die Stärkung der Muskulatur ein, besonders der Rücken-, Lenden- und Bauchmuskeln, weil sie ein tonisches Muskelkorsett bilden, das die Wirbelsäule stützt und ein Fortschreiten der Skoliose verlangsamt.
Die vordere Rumpfmuskulatur (Bauchmuskeln, Zwischenrippenmuskeln, Hüftbeuger) entspringt den Wirbeln und Rippen, deshalb darf man sich nicht ausschließlich auf den hinteren Rückenmuskelstreifen konzentrieren, denn das würde bei gewissen Bewegungen zu einem muskulären Ungleichgewicht und Kraftdefizit führen.

Im Rahmen der korrigierenden Gymnastik können verschiedene Methoden verfolgt werden: Klapp, Niederhoffer, Iop usw., denn keines dieser Systeme ist uneingeschränkt perfekt; jede Methode hat ihre Vor-und Nachteile, sie ergänzen sich jedoch.
Welche Übungen schließlich ausgeführt werden, ist vom Skoliosetyp abhängig und muss im Laufe der Zeit den Entwicklungen der Skoliosekurve angepasst werden.
In schweren Fällen wird der Orthopäde einen chirurgischen Eingriff oder die Verwendung eines Korsetts oder einer Orthese empfehlen, was ein Fortschreiten der Kurvenbildung stoppen und die Wirbelsäule so weit wie möglich aufrichten soll.
Wie gestaltet sich das Übungsprogramm vor der Verwendung des Korsetts?

Die korrigierende Aktivität besteht hauptsächlich aus asymmetrischen und isometrischen Übungen, Traktion und Dehnung der Wirbelsäule, Bewegungen auf allen Raumebenen (Strecken, Beugen, Seitwärtsneigung, Drehen usw.), Stärkung der Bauchmuskeln.
Nicht zu vergessen die vorbereitenden Übungen zur Rehabilitation des Atmungssystems.

 

Wie gestaltet sich das Übungsprogramm mit Korsett?

Von einer Wirbelmanipulation der Wirbelsäule wird abgeraten, auch wenn ein Korsett getragen wird, denn es wäre so als würde man “am schiefen Turm von Pisa rütteln”; wenn das Gleichgewicht instabil ist, kann sich die Situation verschlechtern.
Deshalb werden isometrische Kontraktionen der Lenden-, Rücken-, Brust- und Bauchmuskeln durchgeführt, die die durch das Korsett erhaltenen Behandlungsergebnisse festigen; auf diese Weise wird verhindert, dass sich die Wirbelsäule wieder krümmt, wenn das Korsett abgenommen wird.
Um die Stabilität des Patienten zu erhöhen, werden einige Mobilisations- und Muskelaufbauübungen für Schulter und Hüfte in das Programm integriert.
Das Kind/der Jugendliche muss lernen, die neue Krümmung der Wirbelsäule wahrzunehmen und mit Hilfe gezielter Maßnahmen eine bessere Koordination entwickeln.
Auch die Atmung muss korrigiert werden, der Patient muss in den freien Teil des Korsetts hineinatmen, das heißt in die konkave Körperseite.

 

Wie erfolgt die Skoliosekorrektur nach der Klapp-Methode?

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Beugen der Wirbelsäule.

Die Klapp-Methode stützt sich auf die Beobachtung von Tieren, die ihr Leben auf allen vieren verbringen (Hunde, Katze, Löwen usw.): sie leiden nicht an Skoliose; deshalb lässt er seine Patienten den Vierfüßlerstand einnehmen.
Diese Position bringt folgende Vorteile:

  • Aufhebung der Schwerkraftwirkung;
  • Rücken- und Rumpfmuskulatur sind entspannt, weil sie weder das Gewicht tragen noch das Gleichgewicht halten müssen;
  • die Wirbelsäule ist beweglicher.

Die Neigung des Oberkörpers nach vorn wandelt die Lordose der Lendenwirbelsäule in Kyphose um und blockiert die seitlichen Bewegungen; somit kann man sich auf die Bewegungen des oberen Rückens konzentrieren.

 

Wie erfolgt die Skoliosekorrektur nach der Niederhoffer -Methode?

Die Methode nach Niederhoffer basiert auf dem Grundsatz, dass die einseitige Ausführung von Elongationsübungen der Wirbelsäule und der Muskulatur nicht ausreichend sind.
Es gibt zwei Muskelgruppen im Rücken, die unterschiedlich und komplementär zueinander wirken:

  • Muskeln, die den oberen Rippen und Wirbeln entspringen, an den unteren Rippen und Wirbeln oder am Becken ansetzen und vertikal verlaufen;
  • Muskeln, die den Wirbeln entspringen und am Schulterblatt oder an den Gliedmaßen ansetzen; sie haben einen horizontalen Verlauf.

Bei einer Wirbelsäule mit Linkskrümmung werden die horizontalen Muskeln der linken Seite zusammengezogen und gedehnt, um der Schwerkraft entgegenzuwirken, während die Muskeln auf der rechten Seite abbauen (Hypotrophie), weil sie weniger benutzt werden.

 

Wie erfolgt die Skoliosekorrektur nach der Iop-Methode?

Die Iop-Methode ist eine Weiterentwicklung des Klappschen Konzepts und basiert auf dem Prinzip, dass die Position auf allen vieren keine gute Ausführung der Übungen garantiert, wenn nur eine Hand und ein Knie aufgestützt werden.
Das Kind/der Jugendliche muss beide Hände und beide Knie aufsetzen können; wenn das Bein gestreckt wird, muss der Fuß am Boden bleiben und nicht in der Luft stehen.
Die Arme können angehoben werden, wenn sie an der Sprossenwand Halt finden.
Das Beugen der Hüfte oder nur einer unteren Extremität ermöglicht das Verschieben der Korrektur von der oberen Rückenpartie zum unteren Lendenbereich.
Das Anheben einer Schulter oder einer Hüfte hinsichtlich der anderen hebt die durch die Skoliose verursachte Wirbeldrehung   auf.

 

Welchen Sport kann ein Skoliose-Patienten ausüben?

Von Wettkampfsport ist auf jeden Fall abzuraten, weil sich die Skoliosekrümmung noch weiter ausbilden kann. Wenn die wettkämpferische Komponente wegfällt, kann der Sport dazu beitragen, durch den Umgang mit anderen Kindern keine Einschränkung durch die Deformierung zu empfinden.
Geeignete Sportarten sind Basketball, wo eine Körperstreckung nach oben erfolgt, Karate, weil hier eine gerade Körperhaltung eingenommen werden muss und Golf, weil es an der frischen Luft stattfindet und asymmetrische Bewegungen erfordert.
Schwimmen schadet nicht. In den 80er und 90er Jahren haben die Ärzte das Schwimmen empfohlen, weil man dachte, dass es die Wirbelsäule geraderichten würde.
In den letzten Jahren hat sich herausgestellt, dass Schwimmen die Wirbelsäule eigentlich nicht korrigieren kann, weil die Bewegung sehr symmetrisch erfolgt, außerdem die natürliche Lebenssituation des Kindes nicht nachempfunden wird und somit nicht dazu beitragen kann, die Haltung zu korrigieren.

 

 

Dr. Massimo Defilippo Fisioterapista Tel 0522/260654 Defilippo.massimo@gmail.com
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