Therapie bei Gicht

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Therapie und Naturheilmittel bei Gicht
Es gibt zwei grundlegende Konzepte zur Behandlung von Gicht.


Der erste Schritt ist die Blockade der akuten Entzündung in den betroffenen Gelenken und danach die langfristige Prävention der Krankheit zur Vermeidung von Rezidiven schmerzhafter Attacken. Man muss also die Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken verringern.

Die Behandlung dieser Erkrankung ist anders als die Behandlung der Hyperurikämie.

Die Behandlung einer akuten Attacke der Gichtarthritis besteht in Heilmitteln und Medikamenten, die die Entzündung verringern.
Um einer Gicht vorzubeugen, sollte man viel trinken, das Gewicht reduzieren, die Ernährung ändern und weniger Alkohol trinken.
Der Arzt kann Medikamente empfehlen, die den Harnsäurespiegel im Blut senken, also die Hyperurikämie reduzieren.
Die Vermeidung akuter Gichtattacken ist möglich, indem man viel trinkt. Das verringert auch das Risiko zur Bildung von Nierensteinen.
Alkohol ist für seine harntreibende Wirkung bekannt, die eine Dehydratation und eine Veränderung des Metabolismus der Harnsäure verursachen kann, was möglicherweise Hyperurikämie hervorruft.

Einige Naturheilmittel, die die Symptome der akuten Gicht lindern können, sind: Ruhigstellung und Hochlagern des entzündeten Gelenkes.
Eisauflagen können die Entzündung verschlimmern, denn sie begünstigen die Bildung von Harnsäurekristallen in den Gelenken.
Die Patienten sollten, wenn möglich, Medikamente vermeiden, die Aspirin enthalten, denn dieses Medikament verhindert die Ausscheidung von Harnsäure aus dem Organismus.

 

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Fleisch und Fisch provozieren Gicht

Was sollte man essen? Diät und Ernährung bei Gicht

Eine Ernährungsumstellung kann helfen, die Harnsäurespiegel im Blut zu senken. Da Purine im Organismus in Harnsäure umgewandelt werden, sollte man Lebensmittel, die viel von dieser Substanz enthalten, meiden.
Beispiele für Nahrungsmittel, die reich an Purinen sind: Krustentiere und Fleisch, vor allem Leber, Gehirn und Nieren.

Forscher haben entdeckt, dass der Verzehr von Fleisch und Fisch das Risiko von Gichtattacken erhöht, während der Verzehr von Milchprodukten die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren scheint.
Milchprodukte sollten jedoch aus anderen Gründen vermieden werden.
Eine Ernährung, die reich an Eiweiß oder pflanzlichen Purinen ist, beeinflusst diese Erkrankung nicht, während Alkohol eine negative Wirkung auf sie hat.
Eine gesunde Ernährung, die hauptsächlich aus Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen, Reis und Getreide besteht, ist auch bei Gicht bekömmlich.

Eine Gewichtsreduktion kann sinnvoll sein, um das Risiko von rezidivierenden Gichtanfällen zu verringern.
Zu diesem Zweck muss man die Kalorienzufuhr reduzieren und ein regelmäßiges Trainingsprogramm durchführen.

Was sollte man nicht essen?
Zu vermeidende Lebensmittel sind Fleisch, vor allem rotes, Fisch, Alkoholgetränke und generell alle Speisen, die tierisches Eiweiß enthalten.

Medikamente bei Gicht

Es gibt drei Arten von Medikamenten zur Behandlung der Gicht.

An erster Stelle stehen Schmerzmittel wie Paracetamol (ben-u-ron) oder stärkere Analgetika zur Schmerzbehandlung.

An zweiter Stelle finden sich nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAID), Colchizin und Kortikosteroide, die benutzt werden, um die Gelenkentzündung zu verringern.

Und schließlich werden Medikamente zum Ausgleich des metabolischen Ungleichgewichts verwendet, das die Hyperurikämie verursacht.
Sie dienen dazu, den hohen Harnsäurespiegel im Blut zu senken.

Die NSAID, wie Indometacin (Indomet®) und Naproxen (Proxen), sind wirksame entzündungshemmende Medikamente zur Behandlung akuter Gichtanfälle.
Häufige Nebenwirkungen der NSAID sind Reizungen des Verdauungssystems, Magengeschwür und intestinale Blutung.
Menschen mit einer vorliegenden Aspirin-Allergie oder mit Nasenpolypen sollten NSAID aufgrund des Risikos von allergischen Reaktionen meiden.

Colchizin (Colchysat) wird oral eingenommen und dient zur Reduzierung der Entzündung und um Attacken der Gichtarthrose zu vermeiden, während die Hyperurikämie mit Medikamenten wie Allopurinol (Zyloric) oder Febuxostat (Adenuric) behandelt wird. Bei akuten Gichtanfällen wird Colchizin jede Stunde oder jede zweite Stunde eingenommen, bis sich eine Besserung der Schmerzen einstellt oder der Patient Nebenwirkungen wie Durchfall entwickelt.
Andere unerwünschte Wirkungen des Colchizins sind Übelkeit und Erbrechen.


Kortikosteroide wie Prednison sind starke Entzündungshemmer zur Gichtbehandlung, sollten jedoch nur über eine kurze Zeit angewandt werden.
Sie können oral oder durch eine Infiltration direkt in das entzündete Gelenk verabreicht werden.
Kortikosteroide werden Patienten verschrieben, die gastrointestinale Probleme oder Probleme mit den Nieren oder der Leber haben.
Die langfristige Anwendung von Kortikosteroiden ist aufgrund schwerwiegender langfristiger Nebenwirkungen nicht empfohlen.

Probenecid und Sulfinpyrazon sind Medikamente, die zur Senkung des Harnsäurespiegels im Blut und zur Erhöhung in der Urinausscheidung (Urikosurikum) angewendet werden.

Indem der Harnsäurespiegel im Blut gesenkt wird, verringert sich das Risiko von Anfallsrezidiven der Arthritis, Nierensteinen und Nierenerkrankungen.
Diese Pharmaka können auch über längere Zeit eingenommen werden.
Medikamente zur Senkung der Harnsäure dürfen vom Patienten erst nach Abklingen der akuten Entzündung eingenommen werden, anderenfalls können sie die Situation verschlimmern.
Man kann sie auch vor dem Auftreten einer Attacke einnehmen.

Therapie bei Gicht
Therapie bei Gicht

In seltenen Fällen können diese Medikamente Nierensteine verursachen, daher sollten sie Patienten mit Steinproblemen nicht verabreicht werden.
Die Urikosurika müssen mit viel Wasser eingenommen werden, um eine schnelle Passage der Harnsäure durch das Harnwegssystem zu ermöglichen und eine Nierensteinbildung zu verhindern.

Allopurinol senkt die Harnsäure im Blut, indem ihre Produktion blockiert wird.
Tatsächlich wird die metabolische Umwandlung von Purinen in Harnsäure blockiert.
Dieses Medikament muss von Patienten mit Nierenproblemen mit Vorsicht verwendet werden, weil Nebenwirkungen auftreten können, darunter schwere Hautausschläge und Leberschäden.

Febuxostat (Adenuric) wurde von der „Food and Drug Administration“ in den USA zur Behandlung der chronischen Hyperurikämie zugelassen.
Dieses Medikament hat bei der Verhinderung von akuten Anfällen der Gichtarthritis eine größere Wirksamkeit als Allopurinol gezeigt und ist bei der Verminderung der Harnsäureablagerungen in Fingern, Ellenbogen und Ohren wirksam.
Da Febuxostat keine Nebenwirkungen an den Nieren verursacht, kann es für Patienten mit Niereninsuffizienz besser geeignet sein, als Allopurinol.

Febuxostat und Allopurinol werden Patienten nur nach dem vollständigen Abklingen akuter Gichtattacken verschrieben.
Bei manchen Patienten verringert die Dosiserhöhung dieses Medikamentes die Gichtattacken.

Ein neues intravenös zu verwendendes Medikament zur Senkung des Harnsäurespiegels im Blut bei manchen Patienten mit chronischer Gicht ist Pegloticase (Krystexxa).
Dieses Medikament (alle zwei Wochen verabreicht) wird nur Patienten verschrieben, die aus anderen Medikamenten keinen Nutzen gezogen haben.

Ist Gicht gefährlich? Komplikationen

Gicht verursacht Gelenksteifigkeit und Gelenkschmerzen, sie führt auch zu chronischen und fortschreitenden Schäden an Gelenkknorpel und Knochen. Mit der Zeit können „Knötchen“ als Ablagerungen von Harnsäure im Körpergewebe auftreten, die lokale Schmerzen in den betroffenen Körperbereichen verursachen.

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Gicht verursacht auch Nierensteine und arterielle Hypertonie (Bluthochdruck).

Vorbeugung

Um wiederkehrende Gichtanfälle zu verringern, sollte man sich vorschriftsmäßig ernähren, abnehmen und viel trinken.
Darüber hinaus sollten Medikamente wie Thiazid-Diuretika, Nikotinsäure, Levodopa, Aspirin usw., die die Harnsäure im Blut erhöhen, soweit wie möglich reduziert werden.
Eine gute Diät reicht allerdings nicht aus, um Gichtattacken zu verhindern.
Medikamente, die den Harnsäurespiegel im Blut senken, können verwendet werden, um eine Gichtarthritis zu verhindern.

Wie lange dauert die Erkrankung? Heilungszeit oder Genesung

Allgemein klingen die Attacken der Gichtarthritis bei Einsatz entzündungshemmender Medikamente oder physiotherapeutischer Gerätebehandlung zur Beseitigung der Schwellung innerhalb einer Woche ab.
Eine wiederkehrende Gicht ist nicht nur schmerzhaft, sie verursacht auch bleibende Schäden an Knorpel und Knochen.
Der beste Weg zur Verhinderung weiterer Gichtanfälle ist die Senkung der Harnsäure im Blut. Der Wert sollte unterhalb von 6,0 mg/dl liegen.
Daher sind regelmäßige Untersuchungen der Harnsäure im Blut erforderlich. Eine Umstellung der Ernährung ist die beste Vorbeugung bei Gicht.