TENS-Therapie

Die TENS-Therapie ist eine elektrische Schmerztherapie, die Frequenzen zwischen 2 Hz und 150 Hz verwendet, um Schmerzen unterschiedlichster Herkunft zu bekämpfen.
Der Name steht für Transkutane Elektrische Nervenstimulation.
Die TENS-Therapie wird nicht besonders häufig eingesetzt, weil sie nur eine zeitweilige Erleichterung verschafft.

Die Methode basiert darauf, dass elektrische Impulse über Elektroden auf die Haut übertragen werden.

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TENS-Therapie am Knie.

Durch die Stimulation der Nervenfasern kann die TENS die Schmerzsignale neutralisieren, so dass sie nicht ins Gehirn gelangen und somit nicht wahrgenommen werden.

Außerdem wird das Gehirn durch die Impulse angeregt, beta-Endorphine auszuschütten, das sind physiologische Substanzen mit einer morphingleichen Wirkung, die die schmerzlindernde Tätigkeit ergänzen.

In der Physiotherapie wird die TENS-Therapie vor allem in folgenden Fällen eingesetzt: Nackenschmerzen, Tendinitis, Zervikobrachialgie, Lumboischialgie, Zwischenrippenschmerz, Rückenschmerzen, Periarthritis der Schulter u.v.a.
Die für die Rehabilitation relevante Eigenschaft der TENS besteht darin, dass sie Schmerzen bekämpfen und den normalen physiologischen Zustand wiederherstellen kann.

Man muss nicht unbedingt ein Reha-Zentrum aufsuchen, um die TENS- Therapie durchzuführen, es gibt tragbare Geräte, die bei spezialisierten Firmen gemietet oder gekauft werden können, auch über das Internet.
Der Unterschied zwischen tragbaren und professionellen Geräten liegt lediglich in der angebrachten Leistung, die Frequenzen sind dieselben.

 

Wo werden die Elektroden angebracht?

Damit die Therapie maximalen Nutzen bringen kann, muss die Impulsübertragung optimal erfolgen; diese wird durch stromleitende Gummiplättchen (Elektroden) garantiert, die mit einem leitfähigen Gel auf der Haut angebracht werden.
Weniger wirksam scheinen selbstklebenden Elektroden zu sein, weil sie eine höhere Dispersion aufweisen.
Die Elektroden sind unterschiedlich gepolt: die negative Elektrode wird an der Stelle positioniert, von wo der Schmerz ausgeht, während die positive Elektrode am Ende der Körperregion angebracht wird, in die der Schmerz ausstrahlt.
Die Elektroden werden so angeordnet, dass sie im schmerzenden Bereich ein Rechteck bilden; es gibt allerdings auch andere Platzierungsmöglichkeiten, deshalb sollte der behandelnde Physiotherapeut zu Rate gezogen werden.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten beim Anbringen der Elektroden: an der schmerzenden Stelle, im Bereich der reflektierten Projektion, entlang der Nervenbahn, die den Bereich versorgt (Dermatom) oder an den Akupunkturpunkten.

 

Welche Potenz und Frequenz sind einzustellen?
Während der Therapie ist es wichtig, die abgegebene Stromintensität zu kontrollieren, um eine Linderung der Schmerzen zu bewirken:
der Patient muss ein konstantes Kribbeln verspüren, das während der gesamten Anwendung stets ein angenehmes Gefühl darstellen muss.
Zu diesem Zweck muss die Impulsintensität im Laufe der Sitzung angepasst werden , denn sonst tritt ein Gewöhnungseffekt ein und das Kribbeln  verschwindet.
Hat der Patient starke, akute Schmerzen, kann für eine rasche Schmerzlinderung die Intensität  verstärkt werden, bis das “Zwicken” stärker ist als der Schmerz selbst, aber nur für maximal 1-2 Minuten.
Danach muss ein Wert eingestellt werden, der ein “angenehmes Kribbeln ” verursacht, um eine Hautreizung unter den Elektroden zu vermeiden.

Große Bedeutung haben die Impulsfrequenzen. Ein gutes Gerät bietet normalerweise ein Frequenzspektrum zwischen 2 Hz und 150 Hz an, die gewünschte Frequenz kann dann abhängig vom Schmerztyp eingestellt werden.

In der Fachliteratur werden Kriterien zur Anwendung der unterschiedlichen Frequenzen festgelegt:

  • Bei hohen Frequenzen (80-150 Hz) tritt eine sofortige Wirkung ein, der Schmerz lässt nach etwa 10-20 Minuten der Behandlung merklich nach, wird nach 2-3 Stunden aber tendenziell wieder stärker.
  • Bei mittleren Frequenzen (40-60 Hz) werden 30-40 Minuten benötigt, um eine Schmerzminderung zu erreichen, aber die Wirkung hält einige Stunden länger an.
  • Bei niedrigen Frequenzen (2-20 Hz) ist die Anwendungszeit noch länger, es dauert etwa 60-80 Minuten, bis die Schmerzen nachlassen, aber die analgetische Wirkung hält sehr viel länger an. Bei diesen Frequenzen wird der Organismus angeregt, Neuropeptide freizusetzen (Endorphine sind morphinähnliche Substanzen). Die Neuropeptide hemmen die Schmerzübertragung auf Höhe des Rückenmarks, auch für mehrere Tage.

Es ist von grundlegender Bedeutung zu wissen, wie die TENS-Therapie dem Patienten- und Schmerztyp anzupassen ist.

Um akute Schmerzen zu bekämpfen, empfiehlt es sich, zunächst für etwa 10 Minuten die höchste Frequenz (150 Hz) anzuwenden; wenn die Schmerzen nachlassen, wird die Frequenz im 10-Minuten-Takt schrittweise vermindert (80 Hz, 60 Hz, 40 Hz, 20 Hz und 2 Hz) und somit die schmerzlindernde Wirkung auf 1-2 Tage verlängert.
 Bei chronischen Schmerzen kann eine wiederholte Anwendung notwendig sein, bevor die Schmerzen verschwinden: hier empfiehlt sich eine erhöhte Sitzungsdauer  (mindestens 1 Stunde) bei mittleren und niedrigen Frequenzen, die in Folge für jeweils 20-30 Minuten angebracht werden.

 

Wie lange dauert die Therapie?

Die Anzahl der insgesamt notwendigen Anwendungen ist unterschiedlich; diese alternative Therapieform kann über einen langen Zeitraum angewandt werden, weil sie wenig Nebenwirkungen und Komplikationen mit sich bringt.
Bei mittellangen und langen Sitzungen fallen die Intervalle länger aus, während die kurzen Sitzungen auch zweimal täglich durchgeführt werden können.
Normalerweise werden die Behandlungszyklen alle zwei Tage anberaumt. Bei Patienten mit chronischen Schmerzen rheumatologischer Natur kann innerhalb von 10 Sitzungen eine wirksame Schmerzkontrolle erreicht werden, auch wenn die Behandlung weiter fortgesetzt werden muss.

 

Welche Programme können verwendet werden?
Die TENS-Methode lässt sich aufgrund des zur Schmerzreduktion verwendeten Mechanismus in bestimmte Kategorien unterteilen: konventionelle TENS mit schneller schmerzlindernder Wirkung, TENS-Training durch Elektro-Akupunktur mit verzögerter analgetischer Wirkung, TENS-Raster mit Variation der Stimulationsparameter während der Behandlung, TENS bei Maximalwerten mit sofortiger schmerzlinderender und beruhigender Wirkung, TENS-Burst, eine Mischung der ersten beiden Formen.

 

Welche Wirkungsweise steht dahinter?

Nach der Theorie von Melzack und Wall kann der Schmerz durch eine angemessene elektrische Stimulation gewisser Nervenfasern beeinflusst oder blockiert werden.

 

Bei welchen Erkrankungen wird die TENS-Methode vorwiegend eingesetzt?

Die TENS-Methode findet ein breites Anwendungsspektrum, sie wird bei Problematiken eingesetzt wie: Nackenschmerzen, Sehnenleiden, Rheuma-, Knochen- oder Nervenschmerzen, wie Kreuzschmerzen, Rückenschmerzen, Ischias, Verstauchungen, Verrenkungen, Tennisarm, Golferarm postoperativen Schmerzen u.v.a.
Da sich akute Schmerzen behindern oder blockieren lassen, kann die Therapie einen erheblichen Beitrag dabei leisten, Wundschmerzen zu reduzieren, beispielsweise in der Phase unmittelbar nach einer Operation.
Bei Krebserkrankungen in der Endphase lässt sich dank der durch elektrische Nervenstimulation erzielten Schmerzlinderung die Dosierung von narkotisierenden Medikamenten reduzieren, die im letzten Krankheitsstadium eingenommen werden.

 

Was sind die wichtigsten Kontraindikationen?

Die Anwendung der TENS-Schmerztherapie weist keine nennenswerten Gegenanzeigen oder Nebenwirkungen auf, abgesehen von Patienten mit den folgenden klinischen Besonderheiten:

  • Herzschrittmacherträger;
  • schwangere oder stillende Frauen;
  • Personen mit Herzrhythmusstörungen.

Die Elektroden dürfen nie direkt auf Wunden, erkrankten Hautstellen oder in Regionen mit gestörter Empfindsamkeit angebracht werden; auch sollte die TENS-Methode nicht vorn am Hals angewandt werden, weil die Gefahr eines Kehlkopfkrampfes besteht.

 

 

 

Dr. Massimo Defilippo Fisioterapista Tel 0522/260654 Defilippo.massimo@gmail.com
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