Funktionsmassage nach Cyriax

Die tiefe Querfriktion oder Funktionsmassage nach Cyriax ist die Art einer Manipulation, die der Behandlung des Weichgewebes dient.

In den 30-er und 50-er Jahren erbrachte Dr. Cyriax den Nachweis, dass im Hinblick auf Erkrankungen der Weichteile die Diagnosen von Arzt zu Arzt unterschiedlich waren.

Verletzungen, die knöcherne Strukturen betreffen, erfordern eine andere Art diagnostischer Behandlung.

Funktionsmassage nach Cyriax
Funktionsmassage nach Cyriax

Cyriax verließ die orthopädische Chirurgie und die Studien, die sich nur mit den Knochen befassten, und konzentrierte sich auf das Studium der Muskeln und Weichteile. Er entwickelte eine neue Methode der Diagnostik, bei der eine genaue Krankengeschichte erhoben, eine funktionelle Untersuchung und schließlich die Palpation der Körperstrukturen durchgeführt wird. Seine Methode umfasst: Tiefenmassage, Infiltrationen und Manipulationen der peripheren Gelenke.

 

Was ist eine Funktionsmassage nach Cyriax?

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Cyriax, tiefe Quermassage

Die tiefe Querfriktion oder Funktionsmassage nach Cyriax ist eine Massageart, die basiert auf: tiefer Massage, Infiltration und Manipulation, die sich auf den Ort der Schmerzen und Verletzungen konzentriert und das umgebende gesunde Gewebe schont. Sie geht auf leichte Muskelläsionen oder Sehnenverletzungen ein, mit dem Ziel der Wiederherstellung oder Aufrechterhaltung der Elastizität und Beweglichkeit der Gewebe. Diese Massage ermöglicht die Behandlung einer gut begrenzten und lokalisierten Zone, indem sie auf Adhäsionen oder die anatomische Struktur einwirkt, die von einer posttraumatischen Entzündung betroffen ist. Normalerweise dauert eine solche Therapiesitzung 15 Minuten und wird zwei- oder dreimal wöchentlich wiederholt.

Natürlich muss einer Behandlung eine gründliche Untersuchung vorausgehen, um eine Gesamtbeurteilung der klinischen Situation des Patienten zu erhalten.
In Vorbereitung der Behandlung erfolgt eine Untersuchung mit der Bestimmung der zu behandelnden Region.
Die Behandlung hat zum Ziel, die Bewegungen schmerzfrei zu gestalten, aber nicht, den kompletten Bewegungsablauf wiederherzustellen, zumal das Osteophyten oft unmöglich machen.
Viele Wirbelmanipulationen werden durch das Aufrechterhalten einer Traktionskomponente durchgeführt.

 


Was bewirkt die tiefe Quermassage?

Ziel der Behandlung ist es, die normale Beweglichkeit und Elastizität der Gewebe zu erhalten oder wiederherzustellen; sie erlaubt zudem, nur bestimmte Zonen zu behandeln, ohne auf Teile des angrenzenden gesunden Gewebes einzuwirken.
Hauptindikation ist die Behandlung von Sehnenentzündungen: Epikondylitis, Pubalgie, Tendinitis der Schulter usw.

Weitere Behandlungsziele:

  1. Blockierung der Bildung fibrösen Narbengewebes, wodurch die Entstehung von Adhäsionen zwischen Fibrillen vermieden wird.
  2. Vorübergehende Verringerung der Schmerzen und Stabilisierung des Zustroms von Metaboliten und Substraten durch die Stimulation einer lokalen Hyperämie.
  3. Ausrichten der Kollagenfasern in ihre Ausgangslage (vor der Verletzung), indem die Faszien wieder in ihre korrekte Lage gebracht werden, um angemessen auf mechanische Reize zu reagieren.
  4. Aussenden von Reizen an die Mechanorezeptoren, um Einfluss auf nozizeptive Afferenzen zu nehmen, die zum Gehirn verlaufen.
  5. Verhinderung der Bildung von Entzündungen im fibrös geschädigten Gewebe, die sich selbst unterhalten.
  6. Bildung einer starken und funktionellen Wundeilung.
  7. Durch die Bewegung im Innern der betroffenen anatomischen Strukturen werden Adhäsionen verhindert oder gelöst, die sich infolge von Gewebeverletzungen bilden.

Die einzigen Kontraindikationen sind:

  • Große Weichgewebeverkalkungen.
  • Sehnenverletzungen rheumatoiden Ursprungs.

 

Wie anwenden?

Man wirkt auf eine genau umschriebene und lokalisierte anatomische Struktur, die von einer posttraumatischen Entzündungsform oder von Adhäsionen betroffen ist, mit einer besonderen manuellen Technik ein.

Praktische Anwendung:

  1. Der Physiotherapeut legt seinen Finger, Ellenbogen oder Knöchel auf den betroffenen Bereich und führt Bewegungen (Druck und Reibung) senkrecht zur Faserrichtung der betroffenen Struktur aus. Dadurch unterbricht oder hemmt er die Bildung von Narbenadhäsionen (Vernetzungen).
  2. Diese Massage verursacht eine lokale Hyperämie (übermäßiges Blutangebot), wodurch die Geschwindigkeit des Abbaus entzündlicher Substanzen zunimmt.
  3. Der starke Reiz auf die Mechanorezeptoren hemmt die Schmerzübertragung (Gate-Control).


Es gibt verschiedene Massagearten: die klassische der senkrechten Friktion ist von grundlegender Bedeutung. Darüber hinaus gibt es die Manipulation mit kreisender Friktion. Bei der letzteren wird die betroffene Sehne zwischen Daumen und Zeigefinger genommen und darauf Druck in kreisender Bewegung ausgeübt.
Mit dieser kreisenden Technik kann man eine „Beule“ oder auch die Punkte finden, an denen die Sehne besonders empfindlich ist.
Mit der kreisenden Friktion kann man verhindern, dass sich eine Entzündung im fibrös geschädigten Gewebe bildet, die sich selbst unterhält. Also ist das Ziel, die Bildung einer funktionellen Wundheilung zu fördern.
Ist der schmerzende Punkt ermittelt, wird die Massage mit einer „Hin- und Herbewegung“ mit der Spitze des Zeigefingers und unterstützt durch den Mittelfinger ausgeführt, immer im rechten Winkel zur Ausrichtung der verletzten Fasern.

Wichtig ist, während der Behandlung keine Reibung auf die Haut auszuüben.
Man muss den Hautbereich aufspüren, in dem sich die Keloide befinden, ergreifen und das Unterhautgewebe mit entgegengesetzten Bewegungen der Hände mobilisieren.
Diese Technik wird zuerst angewendet, weil damit die betroffene Zone durch das Schaffen bester Voraussetzungen auf die Massage vorbereitet wird. Man muss eine gute Geschmeidigkeit und eine diskrete Hyperämie des Gewebes erreichen, um den zweiten Teil der Behandlung durchzuführen.