Beckenboden-Rehabilitation

Beckenboden-Rehabilitation oder perineale Rehabilitation bedeutet die Durchführung einer Physiotherapie, um das ordnungsgemäße Funktionieren des Beckenbodens wiederherzustellen.

Sie hilft bei Lösung der Probleme von Harninkontinenz und Stuhlinkontinenz, außerdem bei Prolaps, Beckenschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Diese Therapie wurde von Kegel in den Vereinigten Staaten in den 50-er Jahren ins Leben gerufen und verbreitete sich schnell in der ganzen westlichen Welt.

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Übungen zur Kräftigung der Hüftadduktoren

Während der Geburt erfährt der Beckenboden eine starke Dehnung zu Lasten von Nerven, Muskeln, Sehnen, Bändern usw., vor allem wenn das Neugeborene mehr als 3,5 kg wiegt.
Die Dehnung der Nerven und Muskeln beeinflusst die Funktionsfähigkeit der Geschlechtsorgane und Harnwege.
Das kann in den meisten Fällen eine Harn- und Stuhlinkontinenz verursachen, doch gewöhnlich bilden sich die Symptome in wenigen Tagen wieder zurück.
Patienten, bei denen dies nicht der Fall ist, sollten sich eine Stunde am Tag Zeit nehmen, um wieder zu ihrer vorgeburtlichen Kondition zurückkommen, ohne länger an Beschwerden zu leiden, wie:

  • ungewollter Harnverlust;
  • Harnblasen- oder Gebärmutterprolaps;
  • Stuhlinkontinenz;
  • Beschwerden beim Geschlechtsverkehr;
  • Schmerzen.

Die Übungen sind nicht komplex. Es muss nur der Wille vorhanden sein, diese Störungen aufzulösen.
Die Rehabilitation des Beckenbodens (Diaphragma pelvis) kann auf drei Arten durchgeführt werden: aktive Kinesitherapie, Biofeedback und Elektrostimulation.
In Wirklichkeit werden nur die spezifischen Übungen durchgeführt, denn klinische Studien haben gezeigt, dass das aktive Mitwirken am wirkungsvollsten ist.
Die Elektrostimulation ist schmerzhaft und wird von den Patienten schlecht toleriert. Und die Ergebnisse, die durch Biofeedback erreicht werden, kann man auch mit einer guten Physiotherapie erreichen.
Elektrostimulation erfolgt mit Nadeln, die in den Muskel des Patienten eingeführt werden, wie bei der Elektromyographie.


Man sendet eine Reihe von Impulsen unterschiedlicher Frequenz aus und provoziert damit die Kontraktion einiger Muskeln.
Um die erhofften Ergebnisse zu erreichen, muss diese Therapie gleichzeitig durch ein aktives Mitwirken des Patienten erfolgen.
Biofeedback erfolgt durch eine Maschine, die in der Lage ist, die Intensität des Signals, das der Nerv an den Muskel sendet, mit Elektroden zu messen und das Signal dann über Kabel an ein Gerät zu sendet.
Man bittet des Patienten, die Muskeln anzuspannen. Dabei erkennen die Elektroden „die Kraft“, die entwickelt wird und das Gerät zeigt eine Reihe farbiger LEDs an, proportional zur erreichten Intensität.
Auf diese Weise bekommt der Patient einen sichtbaren und hörbaren Stimulus, er ist also motiviert, noch mehr mitzuarbeiten, um das Ziel zu erreichen.
Die aktive Kinesitherapie besteht aus einer Reihe von Übungen, die dazu dienen, die Muskelkraft, die vor dem Geburtsereignis bestand, wieder herzustellen.
Sind die Muskeln stark, kann die Muskelkontraktion den erhöhten abdominellen Druck aushalten, der entsteht, wenn der Patient hustet, niest und eine Anstrengung ausübt.
Außerdem sendet die Physiotherapie notwendige Nervenreize aus, um die Funktionsfähigkeit und Kontrolle des Schließmuskels wiederherzustellen; die Kontrolle der Muskeln hängt von der Nervenstruktur ab, besonders vom Nervus pudendus.
Der Musculus levator ani (Heber des Afters) ist der wichtigste Muskel bei der Rehabilitation, denn er ist die Hauptstütze der Unterbauchorgane und eine Struktur, die die Inkontinenz verhindert.
Die perineale Rehabilitation hat keine Nebenwirkungen, wenn sie ohne Elektrostimulation durchgeführt wird.

 

Was ist das Perineum?

Das Perineum ist als jenes Gebiet definiert, das vorn durch das Schambein, hinten durch das Steißbein und seitlich durch die Oberschenkel begrenzt wird.
Das Perineum umfasst anatomische Strukturen, die die Miktion, den Stuhlgang und den Geburtsvorgang regulieren: Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven usw.
Das Perineum ist die Außenseite des Beckenbodens, ein Muskeldiaphragma, das Organe und Eingeweide des Unterleibs enthält und stützt: Harnblase, Scheide und Mastdarm. Es hat die Funktion, die Miktion, den Stuhlgang und den Geburtsvorgang zu unterbinden oder zuzulassen.
Der wichtigste Muskel des Beckenbodens ist der Levator ani.

 

An wen richtet sich die Beckenboden-Rehabilitation?

Die Rehabilitation des Beckenbodens ist für diejenigen bestimmt, die unter Harninkontinenz leiden, einem Harnverlust durch die Harnröhre. Dies führt zu einer schlechten Intimhygiene und zu Beschwerden beim Geschlechtsverkehr.


Die Physiotherapie des Beckenbodens dient auch in folgenden Fällen:

  • leichter Gebärmutterprolaps,
  • Beckenschmerzen,
  • Störungen mit häufigem Wasserlassen oder plötzlichem Harndrang.

Diese Störungen betreffen 1-2 Millionen Frauen in ganz Italien, vor allem nach einer Geburt.
Oftmals beklagt der Patient ungewollten Ausfluss von Urin aufgrund einer Zunahme des abdominellen Drucks, zum Beispiel beim Husten oder Niesen.
Bei Männern ist die perineale Rehabilitation nach einer Prostatektomie (Entfernung der Prostata) angezeigt.
In den meisten Fällen beseitigt diese Art der Rehabilitation die Probleme und vermeidet einen chirurgischen Eingriff.

 

Wie wird die Beckenboden-Rehabilitation durchgeführt?

Die beste Vorgehensweise dieser Therapie ist ein Zyklus von 10 Sitzungen in der physiotherapeutischen Praxis von etwa 30 Minuten Dauer, bei denen den Patienten die Notwendigkeit erklärt wird, zu Hause auch nach Beendigung der Sitzungen mit den Übungen fortzufahren.
Menschen, denen die Ausdauer für die Durchführung der Übungen zu Hause fehlt, sollten zwei weitere Behandlungszyklen in der Praxis in Anspruch nehmen.
Man kann mit der Therapie einen Monat nach einer Geburt beginnen, bei Männern sofort nach der Operation einer Prostatektomie.

 

Welche Übungen sind zu befolgen?

Das Programm umfasst eine Reihe von Übungen für die pubococcygealen Muskeln und ihre Synergisten, d.h. jener Muskeln, die bei der Durchführung bestimmter Bewegungsabläufe zusammenarbeiten.
Zu Hause absolvieren nicht alle diese Übungen regelmäßig. Deshalb sollte man sich an einen Therapeuten wenden, der auf diesem Gebiet spezialisiert ist.
Der Therapeut überwacht die ordnungsgemäße Durchführung der Übungen und beteiligt sich aktiv, um einen manuellen Widerstand aufzubauen.
Die Therapie besteht in pubococcygealen Muskelkontraktionen und Bewegungen der Beckenboden-, Bauch-, der lumbosakralen und der Hüftmuskulatur.
Jedes Mal beim Gang zur Toilette muss beim Wasserlassen eine Übung durchführt werden, die darin besteht, den Urinstrahl anzuhalten und wieder fließen zu lassen.
Dieser Vorgang muss mehrmals beim Wasserlassen durchgeführt werden.
Jeden Tag sollte die Beckenbodenmuskulatur 3-4 Sekunden lang angespannt und über 5-10 Sekunden wieder entspannt werden, in derselben Weise, wie der Harnfluss beim Wasserlassen unterbrochen wird; dies jeweils in verschiedenen Positionen durchführen:

  • im Stehen, die Knie leicht gebeugt und die unteren Extremitäten leicht auseinandergestellt;
  • im Sitzen;
  • im Liegen mit gebeugten Knien.

Wird dem Patienten gesagt, die Beckenmuskeln anzuspannen, tendiert er meist dazu, das Becken nach unten zu drücken. Hingegen sollte er lernen, es nach oben zu heben.
Die Kontraktionen müssen selektiv werden, indem die Bauchmuskeln, die Gesäßmuskeln und die Muskulatur der Hüfte entspannt bleiben.
Bei der Rehabilitation mit dem Physiotherapeuten eignen sich vor allem Vaginalkonen. Es gibt Objekte von verschiedener Größe und Gewicht, die zum Teil in die Scheide eingeführt und gegen die Schwerkraft gehalten werden müssen.