Nystagmus – Ursachen, Test und Operation

Ursache des Nystagmus

Bekannte Ursachen des Nystagmus sind:

  • Vererbung. Der Nystagmus kann angeboren sein. Wenn mindestens ein Familienmitglied diese Störung hat, erhöht sich das Risiko, sie ebenfalls zu entwickeln.
  • Albinismus (Pigmentmangel der Haut).
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  • Verschiedene Augenerkrankungen, Katarakt, Strabismus und schwere Refraktionsstörungen.
  • Krankheiten wie Morbus Meniere, Labyrinthitis, Multiple Sklerose oder Schlaganfall. Der Schlaganfall ist eine häufige Ursache für einen erworbenen Nystagmus bei älteren Menschen.
  • Läsionen des Nervensystems (Kleinhirn und Hirnstamm). Das ist eine häufige Ursache eines erworbenen Nystagmus bei jüngeren Menschen.
  • Einnahme von einigen Medikamenten wie Lithium oder antiepileptische Medikamente.
  • Genuss von Alkohol oder Drogen.
  • Probleme mit dem Innenohr (Gleichgewichtsorgan).

Okulärer NystagmusSymptome des Nystagmus

Hauptsymptome des Nystagmus sind unwillkürliche Augenbewegungen.

Die Bewegung ist meist seitlich (horizontaler Nystagmus), kann aber auch von oben nach unten gehen (vertikaler Nystagmus) oder kreisen (Rotationsnystagmus).

Die Bewegung kann zwischen langsam und schnell wechseln, in der Regel sind beide Augen davon betroffen.

Außer Augenbewegungen verursacht Nystagmus:

 


Diagnose des Nystagmus

Der Nystagmus kann bei Neugeborenen oder Kleinkindern (jünger als 3 Jahre) bei einer umfassenden augenärztlichen Untersuchung diagnostiziert werden.
Kinder, die ein Nystagmusphänomen aufweisen, sollten einem Facharzt vorgestellt werden, um die Ursache festzustellen, beispielsweise Schielen oder Katarakt.

Folgende Tests können zur Nystagmusdiagnose durchgeführt werden:

  • Anamnese des Patienten, um eventuelle Symptome zu bestimmen, die der Patient hat, und das Vorliegen von Erkrankungen, Medikamenteneinnahmen oder Umweltfaktoren festzustellen, die die Symptome hervorrufen können.
  • Videonystagmographie – bei dieser Untersuchungsmethode wird eine dunkle Maske aufgesetzt, die an einen Computer angeschlossen ist. Auf diese Weise können Qualität und Quantität beurteilt werden, man kann feststellen, um welche Art von Nystagmus es sich handelt und welche Frequenz (Gravität) er aufweist.
  • Positionsmanöver – zur Ermittlung des Nystagmus bittet der Arzt den Patienten, gewisse Bewegungen durchzuführen oder bestimmte Positionen einzunehmen.

Indem die Informationen aus den Untersuchungen genutzt werden, kann der Optiker ein bestehendes Problem ermitteln und eine wirksame Behandlung empfehlen.

Therapie des Nystagmus

Nystagmus kann nicht geheilt werden.
Manche Erkrankungen, die einen Nystagmus verursachen, können zur Verbesserung der Symptome behandelt werden.
Wissenschaftler in aller Welt erforschen dieses Phänomen, um eine wirksame Behandlung zu finden.
Viele dieser Forscher konzentrieren sich auf die Steuerung der Augenbewegungen, ein noch immer wenig erforschtes Gebiet.
Nicht alle entwickelten Behandlungsformen sind durch gute wissenschaftliche Ergebnisse gestützt.

Brillen und Kontaktlinsen
Brillen und Kontaktlinsen gewährleisten, dass die Sehkraft korrigiert wird. Sie korrigieren das Problem nicht, können aber dazu beitragen, es zu reduzieren: verbessertes Sehen kann die Augenbewegungen verlangsamen. Spezielle Vergrößerungslinsen können beim Lesen helfen.

 


Operation bei Nystagmus

Selten wird eine Operation durchgeführt, um die Position der Muskeln, die die Augen bewegen, zu verändern.
Beim Sakkaden-Nystagmus verringert sich der Nystagmus deutlich oder verschwindet ganz, wenn sich die Pupille in einem Augenbereich, dem sogenannten „Nullpunkt“, befindet.

Ziel des Eingriffs ist:

  • den Nullpunkt aus einer peripheren Position in eine vorrangige Position zu verlegen;
  • die Zeit zu verlängern, in der das Lichtsignal in der Sehgrube der Netzhaut verbleibt;
  • die Nackenhaltung zu verbessern;
  • die Verbesserung der Sehkraft.

Die Operation kann jedoch nicht den Nystagmus korrigieren oder heilen.
Die Augenoperation wird durchgeführt, damit die Augenmuskeln den Nystagmus korrigieren.
Auf diesem Gebiet befindet sich die Wissenschaft noch in einem frühen Stadium.

Augenmuskeln-Musculus-rectus-Augenhöhle

Medikamente
Manchmal werden zur Behandlung des erworbenen Nystagmus Medikamente angewendet (zum Beispiel bei einer Person mit Multipler Sklerose, die einen Nystagmus entwickelt).
Die Medikamente helfen bei der Steuerung der Augenbewegungen und verringern das Bewusstsein der konstanten Augenbewegung.
Dies ist eine sehr spezifische und noch immer nicht sehr häufig angewendete Behandlung bei kongenitalem Nystagmus.

Biofeedback
Biofeedback besteht in dem Versuch, die Bewegungen der Augenmuskeln zu verringern, indem sich der Patient der Augenbewegungen so bewusst wird, dass er sie kontrollieren kann.
Diese Technik basiert auf Audio- und Videosignalen, die als Biofeedback bekannt sind.
Ein Ansatz mit intermittierender photopischer Stimulation (IPS) hat keine deutliche Verbesserung gezeigt.
Es gibt keinen deutlichen Beweis, dass Biofeedback zu guten Ergebnissen führt, doch manche Menschen mit Nystagmus haben eine Verbesserung beobachtet.