Lichtempfindlichkeit oder Photophobie

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Photophobie bedeutet Lichtempfindlichkeit oder Lichtintoleranz. Manche Personen empfinden nur Beschwerden bei sehr hellem Licht, während der Betroffene bei starker Lichtscheu jede Art von Licht als störend empfindet.
Mögliche Lichtquellen:

  • Sonnenlicht
  • fluoreszierendes Licht
  • Licht von Glühlampen
  • Kerzenflammen
  • Feuer

Lichtscheu betrifft gewöhnlich Menschen mit hellen Augen, denn sie besitzen weniger Pigment in den mehrlagigen Schichten des Auges als Menschen mit dunklen Augen.
Aus diesem Grund sind sie nicht in der Lage, die Einwirkung von starkem Licht, wie dem der Sonne, oder von fluoreszierendem Licht zu blockieren.

Ursachen für Lichtempfindlichkeit

Die zwei häufigsten Ursachen der Photophobie sind Migräne und Blepharospasmus (eine Bewegungsstörung, die häufige Lichtblitze verursacht).

Auch trockene Augen können bei manchen Menschen zu Photophobie führen, beispielsweise wenn sie an Krankheiten leiden, wie:

  1. Sicca-Syndrom
  2. Sjögren-Syndrom

Eine sehr häufige Ursache für eine Photophobie ist die Entzündung des vorderen Augenbereichs, die die Iris mit einbezieht.
Die Iris steuert die Größe der Pupille und reguliert die Lichtmenge, die ins Auge eintritt.
Bei Entzündung der Iris ziehen sie sich jedes Mal unter Schmerzen zusammen, wenn Licht ins Auge dringt.

Menschen mit heller Augenfarbe reagieren empfindlicher auf Licht und auf Blendung, zum Beispiel Menschen mit Albinismus, denen die Pigmentierung völlig fehlt.

Hornhautabrasionen können eine anhaltende Lichtintoleranz verursachen, wie die Uveitis, eine Entzündung der mittleren Augenhaut (Uvea), die aus der Aderhaut, dem Strahlenkörper und der Regenbogenhaut besteht.

Erkankungen des Nervensystems
Zu den Ursachen einer Photophobie gehören einige neurologische Erkrankungen wie:

  • Netzhautablösung, verursacht das Erscheinen von Lichtblitzen oder Schatten im Blickfeld; in der Regel ist sie monolateral (nur ein Auge ist betroffen).
  • Optikusneuritis, eine Entzündung des Sehnervs, gewöhnlich durch multiple Sklerose oder vaskuläre Störungen hervorgerufen.

Eine andere häufige Ursache ist die Katarakt (grauer Star), eine Erkrankung, die eine Linsentrübung des Auges bedeutet.
Die Photophobie kann in dieser Situation leicht durch eine Kataraktoperation behoben werden.

Die Lichtintoleranz macht sich auch in den Tagen nach einem chirurgischen Eingriff wie LASIK und PRK bemerkbar, die mit einem Augenlaser zur Korrektur von Brechungsfehlern (Kurzsichtigkeit, Astigmatismus usw.) durchgeführt werden. Es handelt sich um eine zeitweilige Störung, die in der Regel nach einigen Tagen wieder vergeht.

Manche Medikamente und Drogen, können eine Photophobie verursachen, indem sie über längere Zeit zur Pupillenerweiterung führen, zum Beispiel Kokain und Amphetamine.
Zu den Medikamenten, die zu Photophobie führen können, gehören:

  • einige Antibiotika wie Tetracyclin und Doxycyclin,
  • Atropin zur Pupillenerweiterung,
  • Scopolamin,
  • Absetzen von Benzodiazepin, in diesem Fall ist die Lichtscheu ein Symptom der Abstinenz.

Andere Ursachen für Photophobie

  • Allergische, virale und bakterielle Konjunktivitis.
  • Zoster ophthalmicus
  • Verbrennungen am Auge.
  • Hornhautgeschwür.
  • Mangel an Vitamin B2 oder Riboflavin führt zu Pupillenerweiterung und somit zu Photophobie.
  • Übermäßiger Gebrauch von Kontaktlinsen oder schlecht angepasste Kontaktlinsen;
  • Erkrankungen, Läsionen oder Infektionen des Auges (zum Beispiel Gerstenkorn, Episkleritis, grüner Star (Glaukom), Keratokonus.
  • Botulismus.
  • Augenuntersuchung bei erweiterter Pupille.

Psychologische Ursachen
Wissenschaftler an Universitäten und Medizinzentren forschen nach einem besseren Verständnis der Photophobie, die oftmals eher als psychische anstatt körperliche Störung betrachtet wird.
Doch manche Ärzte sind der festen Ansicht, dass sie ein neurologisches und nicht psychologisches Problem sei und somit auch anders behandelt werden sollte.
Es wurde jedoch beobachtet, dass Menschen mit folgenden Störungen eher zur Photophobie neigen:

  • Depression
  • Angst und Panikattacken. In der Regel treten die Panikattacken tagsüber im Sommer und Frühjahr auf, wenn viel Licht da ist.
  • Platzangst
  • Bipolare Störung

Ursachen für Lichtscheu und Kopfschmerzen

Migräne – eine Krankheit mit folgenden Charakteristiken:

  • einseitige Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Geräuschempfindlichkeit

Wer an Migräne leidet, zieht sich in einen dunklen, ruhigen Raum zurück.
In der Regel ist die Ursache ernährungsbedingt; wenn also alle Lebensmittel weggelassen werden, die die Symptome verursachen können (Käse und Milchprodukte, Wurstwaren, Schokolade, glutenhaltiges Getreide usw.), geht es dem Patienten gut.
Zu den Nervenerkrankungen gehören:

  • Trigeminusneuralgie, verursacht Lichtempfindlichkeit. Die Nervenfasern im Trigeminusnerv haben ihren Ursprung in der Hornhaut, der Iris (farbiger Teil des Auges) und auch am Augenhintergrund.
  • Andere neurologische Erkrankungen, die diese Symptome verursachen, können Tumoren an der Hypophyse oder eine Meningitis (Entzündung der äußeren Hirnhaut) sein.
  • Meningitis, eine ernste Infektion, die mit Fieber, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen verbunden ist.
  • Sinusitis.

Symptome der Photophobie

Es gibt einige offensichtliche Symptome, um eine Zunahme der Lichtempfindlichkeit zu erkennen, zum Beispiel:

  1. Beschwerden bei starkem Licht oder nach langem Sitzen vor dem PC;
  2. Drang, die Augen zu schließen;
  3. Drang zu blinzeln;
  4. Augenbrennen;
  5. tränende Augen;
  6. Kopfschmerzen;
  7. Augenschmerzen;
  8. gerötete Augen;
  9. getrübter Blick.

Die Intensität der Störung variiert von Mensch zu Mensch und hängt auch von der Jahreszeit ab. Natürlich ist das Problem in den Wintermonaten weniger offenkundig.

 Lichtempfindlichkeit oder Photophobie
Lichtempfindlichkeit oder Photophobie

Therapie bei Photophobie

Zunächst muss der Augenarzt die zugrunde liegende Erkrankung diagnostizieren und behandeln und dem Patienten wichtige Verhaltensweisen erklären, darunter der Hinweis, in der Wohnung keine Sonnenbrille zu tragen.
Menschen, die dunkle Brillen tragen, können sich tatsächlich an eine dunklere Umgebung gewöhnen und die Lichtempfindlichkeit verstärken.

Rosarote Brille FL-41
Vorläufige Untersuchungen an der Universität von Utah zeigen, dass speziell gefärbte Brillengläser Menschen mit Photophobie helfen können. Viele Patienten mit Photophobie bevorzugen eine FL-41-Farbtönung bei Sonnenbrillen anstelle von grün oder gelb.
Die Tönung FL-41 ist ein rosafarbener Filter, der sich bei Patienten mit Migräne als hilfreich erwiesen hat und die blau-grünen Wellenlängen blockiert.

Bei einer Untersuchung trugen Patienten mit Blepharospasmus ohne andere Bedingungen:

  • zwei Wochen lang eine FL-4l-Sonnenbrille,
  • danach zwei Wochen lang eine normale Sonnenbrille.

Am Ende jedes Zeitabschnitts füllten die Patienten Fragebögen aus.
Das Ergebnis war, dass Patienten mit Blepharospasmus entschieden Sonnenbrillen mit FL-4l-Tönung anstatt herkömmlicher Sonnenbrillen bevorzugten.

Bei einer neuen Studie führten die Forscher eine Elektromyographie durch, um Frequenz, Dauer und Weite des Lidschlags bei Patienten mit Blepharospasmus zu messen.
Der Test erfolgte während eines fünfminütigen Lesens der Patienten mit:

  1. normaler Brille,
  2. einer Brille mit leichter Graufärbung,
  3. einer Brille mit FL-41-Tönung.

Die Ergebnisse zeigen einen objektiven Beweis dafür, dass FL-4l den Blepharospasmus verringert.

FL-41-Gläser sind:

  • nicht invasiv,
  • haben keine Nebenwirkungen,
  • sind nicht teuer.

Sicherstellen, dass die Brillengläser blaues und grünes Licht blockieren
FL-41-Gläser sind bei Optikern erhältlich, doch manche sogenannte FL-4l-Gläser tragen diesen Namen fälschlicherweise.

Muss man sicher sein, dass der Optiker diese Gläser kennt und sicherstellen kann, dass es sich wirklich um FL-41-Gläser handelt.
Man kann von den Linsen eine Spektralanalyse anfertigen lassen um sicherzustellen, dass sie das richtige Licht blockieren.

Naturheilmittel gegen Lichtempfindlichkeit

In der Regel empfiehl der Arzt Riboflavin B2 100 mg und mit weiteren Vitaminen aus dem B-Komplex.
Man nimmt sie 4 Tage in der Woche über ein paar Monate ein.
Einige Nahrungsmittel, die einen hohen Gehalt an Zeaxanthin haben, sind bei Photophobie hilfreich, wie:

  • Paprika,
  • Spinat,
  • Rüben,
  • Chicorée.

Eine andere empfohlene Substanz ist das Karotin in Karotten und Vitamin A.

Wer am Computer arbeitet, kann vorübergehend das Problem lösen, indem er einen dunkleren Hintergrund mit weniger Kontrast wählt.

Diät und Ernährung bei Lichtempfindlichkeit

Nach der Naturmedizin können eine gesunder Lebensweise und korrekte Ernährung:

  1. die Reizung und Entzündung im Auge vermindern;
  2. die Krankheit heilen, die die Lichtscheu verursacht.

Gesundheitshygieniker empfehlen Veganern eine Ernährung, die sich wie folgt zusammensetzt:

  • rohe Speisen, vor allem Obst und Gemüse,
  • Nüsse und Samen,
  • Kartoffeln,
  • Hülsenfrüchte, vorzugsweise frisch.

Nach der Naturhygiene sind folgende Lebensmittel zu vermeiden:

  • alle Nahrungsmittel mit tierischen Proteinen (Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier),
  • gekochte Speisen, vor allem bei hohen Temperaturen (auch Cracker und Grissini werden bei sehr hohen Temperaturen zubereitet),
  • verarbeitete und umgewandelte Lebensmittel.

Erkrankungen wie Photophobie lassen sich auch mit der Blutgruppendiät behandeln, die schon vielen Patienten zur Heilung verholfen hat.
Nach dieser Ernährungsweise sind die Proteine der wichtigste Bestandteil der Diät, vor allem:

  • Fleisch (zu vermeiden sind jedoch Wurstwaren und Schweinefleisch),
  • Fisch (vor allem Fettfische),
  • Eier,
  • Hülsenfrüchte,
  • Pseudogetreide wie Quinoa und Amarant.

Grundsätzlich zu vermeiden sind:

  1. Milch und Milchprodukte,
  2. glutenhaltiges Getreide,
  3. Kaugummi,
  4. frittierte und geräucherte Speisen.

Nach der Blutgruppendiät gibt es Lebensmittel, die die Krankheit verschlimmern können, zum Beispiel:

  • Personen der Blutgruppe 0 können nach dem Verzehr von Obst, Linsen usw. Symptome aufweisen.
  • Angehörige der Blutgruppe A haben Schwierigkeiten, rotes Fleisch zu verdauen.
  • Unwohlsein kann bei Individuen der Blutgruppe B durch Tomaten, Sonnenblumenöl, Erdnüsse usw. auftreten.
  • Bei Blutgruppe AB sollte auf weiße Bohnen, Kürbiskerne, Chilischoten, Apfelsinen usw. verzichtet werden.