Grauer Star

Der graue Star (Katarakt) ist eine Erkrankung des Auges, bei der die Linse eintrübt. Dabei kann auftreten:

  1. eine kleine lokale Trübung,
  2. ein diffuser Verlust der Transparenz.

Um klinisch signifikant zu sein, muss der graue Star zu einer deutlichen Verminderung der Sehschärfe führen.

INDICE


Der graue Star kann an einem oder an beiden Augen auftreten.
Sie kann nicht von einem Auge auf das andere übertragen werden.

 

Was ist die Linse?

Die Linse ist eine durchsichtige Augenlinse, die das Licht oder ein Bild auf die Netzhaut fokussiert.

  • Die Retina ist ein lichtempfindliches Gewebe im hinteren Bereich des Auges.
  • In einem normalen Auge gelangt das Licht an die Retina, nachdem es die durchsichtige Augenlinse passiert hat.
  • Erreicht es die Retina, wird das Licht in Nervensignale übersetzt, die zum Gehirn weitergeleitet werden.
  • Die Augenlinse muss klar sein, um ein scharfes Bild zur Übertragung auf die Retina zu erhalten.
  • Ist die Linse durch einen grauen Star bedeckt, ist das Licht, das zu sehen ist, getrübt.

Der graue Star ist die häufigste Ursache für einen Visusverlust bei Personen über 40 Jahre und ist weltweit die häufigste Erblindungsursache.

Statistisch gesehen gibt es mehr Fälle von grauem Star in der Welt als:

 

Arten des grauen Stars

Erworbener grauer Star

Der erworbene graue Star ist an zahlreiche genetische und umweltbedingte Faktoren gebunden, einige Arten des grauen Stars sind:

Altersbedingter grauer Star. Wie der Name schon sagt, entwickelt sich diese Art der Katarakt in Folge des Alterns.


Sekundärer grauer Star. Die Katarakt kann sich erneut nach einer Katarakt-Operation bilden (Rezidiv). Es handelt sich um eine Komplikation, bei der die Linsenkapsel eintrübt.

Traumatischer grauer Star. Die Katarakt kann sich nach einer Augenverletzung bilden, manchmal auch noch nach einigen Jahren.

Der medikamentenbedingte graue Star kann verursacht sein durch die Anwendung von Kortikosteroiden und Antipsychotika.

Krankheitsbedingter grauer Star: Die Katarakt tritt mit häufiger Frequenz bei Personen auf, die unter folgenden Krankheiten leiden:

  • Diabetes mellitus (ist eine der häufigsten Ursachen für grauen Star bei Jugendlichen)
  • Augenerkrankungen
  • Hypokalzämie
  • Wilson-Krankheit
  • Muskeldystrophie
  • Down-Syndrom
  • Atopischer Dermatitis

Grauer Star durch Strahlungen. Nach Kontakt mit einigen Arten von Strahlungen kann man eine Katarakt entwickeln.

Kongenitaler grauer Star

Manche Kinder werden mit grauem Star geboren oder entwickeln diese während der Kindheit, häufig an beiden Augen. Diese Katarakterkrankungen können so gering ausgebildet sein, dass sie sich auf das Sehvermögen nicht auswirken. Tun sie das jedoch, ist möglicherweise eine Entfernung der Linse erforderlich.

  • Polarer grauer Star
  • Diese Art von angeborenem grauem Star kann in 2 Unterarten unterteilt werden:
  1. Anteriorer polarer grauer Star Der anteriore polare graue Star besteht in den meisten Fällen beidseitig und symmetrisch. Normalerweise ist diese Art des grauen Stars klein und nicht fortschreitend, ist jedoch mit anderweitigen Augenanomalien verbunden. Der anteriore polare graue Star beeinflusst das Sehvermögen nicht, eine Therapie ist nicht erforderlich.
  1. Posteriorer polarer grauer Star Gewöhnlich besteht der posteriore polare graue Star beidseitig, ist groß und befindet sich nahe dem Zentrum der Linse. Diese Art des grauen Stars beeinträchtigt in der Regel aufgrund seiner Größe und zentralen Position die Sehschärfe.
  • Lentikularer grauer Star
    Diese Art des grauen Stars hat verschiedene Formen:
  1. Cataracta suturalis
    Dieser Typ wird auch Cataracta stellata genannt.
    Diese Kataraktformen treten als verzweigte Längstrübungen auf.
    Diese Art des grauen Stars ist beidseitig und symmetrisch. Im Allgemeinen ist die Cataracta suturalis erblich.
    Diese Art des grauen Stars beeinträchtigt das Sehvermögen nicht und bedarf keiner Therapie.
  1. Cataracta zonularis oder lamellaris
    Diese ist die häufigste Art eines angeborenen grauen Stars, oft bilateral auftretend und charakterisiert durch getrübte Innenstreifen in der Linse, abwechselnd mit transparenten Schichten.
    Die Cataracta lamellaris ist fortschreitend.
    Die Cataracta lamellaris erscheint wie eine Trübung in Form einer Scheibe mit glatten Umrissen, die in beiden Augen in Größe und Dichte gleich ist.
  1. Vollständiger grauer Star
    Bei dieser Form des grauen Stars sind alle Fasern der Linse getrübt und nicht transparent. Dieser graue Star kann einseitig und beidseitig auftreten.
    Einige Kataraktformen können bei der Geburt unvollständig oder teilweise vorliegen, gewöhnlich werden sie rasch oder in kurzer Zeit vollständig.
    Dieser graue Star hat von allen Arten der angeborenen Katarakt die stärkste Auswirkung auf die Sehschärfe.

 

Klassifikation des grauen Stars nach seiner Lokalisation

  1. Ein posteriorer subkapsulärer grauer Star tritt im hinteren Bereich der Linse auf.
    Menschen mit Diabetes oder solche, die hohe Dosen von Kortikosteroiden einnehmen, haben ein höheres Risiko, einen subkapsulären grauen Star zu entwickeln.
  1. Ein nukleärer grauer Star bildet sich tief in der der zentralen Zone (Kern) der Linse.
    Der nukleäre graue Star ist meist mit dem Altern verbunden.
    Bei fortgeschritteneren Formen kann die Linse verschiedene Farbtönungen annehmen und die Krankheit teilt sich auf in:
  • weiße Katarakt,
  • braune Katarakt,
  • schwarze Katarakt.
  1. Der kortikale graue Star ist gekennzeichnet durch eine weiße, keilförmige Trübung, die am Rand der Linse beginnt und sich zur Mitte hin ausdehnt.
    Diese Art des grauen Stars tritt in der Linsenrinde auf, also dem kristallinen Teil um den zentralen Kern.

 

Grauer-StarKlassifikation auf der Grundlage der Trübung des Linsenkerns

  • Unreife Katarakt: Linse teilweise getrübt, Verschwommensehen.
  • Gereifte oder vollständige Katarakt: Linse völlig getrübt, vollständiger Verlust des Sehvermögens.
  • Überreife Katarakt: Das Rindenmaterial hat sich verflüssigt.
  • Morgagni-Katarakt: Der Kern sinkt nach unten und in eine milchige Flüssigkeit.

 

Risikofaktoren des grauen Stars

Die folgenden Faktoren können die Wahrscheinlichkeit eines Menschen erhöhen, einen grauen Star zu entwickeln:

    • Alter
    • Enge Verwandte, die einen grauen Star haben/hatten (familiäre Disposition).
    • Diabetes
    • Nach der Blutgruppendiät sind Milch und Milchprodukte die Ursache des grauen Stars.
    • Kontakt mit ionisierenden Strahlungen – Linienflugzeugpiloten haben ein größeres Risiko für einen nukleären grauen Star als andere Menschen und dieses Risiko hängt mit der Exposition gegenüber kosmischer Strahlung zusammen.
    • Statine – Forscher der Universität in Waterloo, Kanada, beschreiben in der Zeitschrift Optometry and Science of Vision, dass Personen, die Statine einnehmen, ein größeres Risiko haben, eine senile Katarakt zu entwickeln.
    • Die chronische Exposition gegenüber direktem Sonnenlicht;
  • Langzeitgebrauch von Kortikosteroiden – viele Menschen mit Asthma inhalieren oft Steroide, ebenso wie Personen mit Chronisch Obstruktiver Bronchopneumopathie; eine Studie am Wissenschaftszentrum für Sehvermögen an der Universität in Sydney, Australien, hat gezeigt, dass das Risiko für einen grauen Star bei Patienten höher ist, die diese Medikamente einnehmen.
  • Augenerkrankungen, vorausgegangene Entzündungen am Auge, Augenverletzungen, ausgeprägte Myopie, Glaukom, Netzhautablösung.
  • Der Kontakt mit Blei kann das Risiko erhöhen, einen grauen Star zu entwickeln, wie Wissenschaftler des National Institute of Environmental Health Sciences in den USA behaupten.
  • Verlust der Linsenfunktion – eine Art speziellen Proteins (Kristalline) beginnt seine Funktionalität zu verlieren, wenn das Auge altert.
  • Der Verlust der Funktionalität der Kristalline verursacht die Bildung und eine Beschleunigung der Bildung des grauen Stars im Auge.

 

Symptome des grauen Stars

Anzeichen und Symptome des grauen Stars sind:

  • Vernebelt- oder Verschwommensehen.
  • Zunehmende Schwierigkeit bei nächtlichem Sehen.
  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie) und Empfindlichkeit auf Reflexe.
  • Sehen von „Halos“ um Lichtquellen.
  • Sehkraftverlust (in fortgeschrittener Phase).
  • Verblasstes oder vergilbtes Sehen von Farben.
  • Doppelbilder in nur einem Auge.

Zunächst betrifft das vom grauen Star verursachte Verschwommensehen möglicherweise nur einen kleinen Teil der Augenlinse.
In dieser Phase kann das Sehvermögen erhalten bleiben.
Wird der graue Star größer, nimmt das getrübte Sehen zu und das Licht, das durch die Linse eindringt, wird verzerrt.

 

Komplikationen des grauen Stars

Blindheit – wenn der graue Star nicht behandelt wird, kann er zum vollständigen Verlust der Sehkraft führen.
Höhere Sterblichkeitsrate – nach der Studie eines Forschungsteams der Universität Sydney in Australien scheinen Menschen über 50 Jahre mit grauem Star und solche zwischen 49 und 74 Jahre mit altersbedingter Makuladegeneration in den nachfolgenden 11 Jahren eine höhere Sterblichkeitsrate zu haben als diejenigen ohne Sehbehinderung.

 

Diagnose des senilen grauen Stars

In der Regel erkennt der Arzt oder Augenarzt leicht den grauen Star, wenn er die Augen untersucht.
Manchmal wird ein beginnender grauer Star bei einer routinemäßigen Augenuntersuchung entdeckt, noch ehe der Patient eine Störung der Sehschärfe bemerkt.

Der graue Star wird durch eine umfassende Augenuntersuchung entdeckt, zu dieser gehören:

  1. Messung der Sehschärfe. Dieser graphische Test misst die Sehschärfe aus verschiedenen Entfernungen.
  2. Autorefraktometrie – Test auf Refraktionsprobleme (Kurzsichtigkeit, Astigmatismus und Weitsichtigkeit).
  3. Untersuchungen mit der Spaltlampe. Eine Spaltlampe ist ein mikroskopisches Gerät, das ein Licht aussendet. Diese Untersuchung ermöglicht dem Augenarzt, die Strukturen des vorderen Teils des Auges zu untersuchen.
  4. Untersuchung des Augenhintergrunds. Der Augenarzt gibt einige Augentropfen zur Erweiterung und Dilatation der Pupille in die Augen.
  5. Der Augenarzt benutzt eine computerisierte Vergrößerungslinse, um die Retina und den Sehnerv zu untersuchen. Er sucht nach Anzeichen von Schäden oder anderen Augenproblemen. Nach der Untersuchung kann das Nahsehen für einige Stunden verschwommen sein.