Gerstenkorn am Auge

Ein Gerstenkorn (Hordeolum) ist ein roter und schmerzender Knoten an einem der Lidränder. Ein Gerstenkorn ist eine Infektion der Talgdrüsen, die einen Abszess bildet, in der Regel verursacht durch ein Staphylokokken-Bakterium.

Der Entwicklungsursprung ist eine Talgdrüse der Wimpern, die von Bakterien, Zelltrümmern oder übermäßig viel Talg befallen ist.


Gerstenkörner sind eine sehr häufige Infektionsart des Augenlids.

Es gibt zwei Arten von Gerstenkörnern:

  1. Äußeres Gerstenkorn. Dies ist die häufigste Form.
    Es erscheint entlang des Augenlids und ist Folge einer Infektion der Wurzel (Follikel) einer Wimper.
    Es kann als kleiner toter Knoten beginnen und entwickelt sich weiter, indem es einen kleinen Abszess (Ansammlung von Eiter) bildet. Es erscheint als ein gelber, eitergefüllter Fleck.
  1. Inneres Gerstenkorn. Dieses wird auch Meibomsches Gerstenkorn genannt.
    Es entsteht, wenn sich eine Drüsenart (Meibom-Drüse) im Augenlid infiziert.
    Diese Art Gerstenkorn findet man auf der inneren, gegen den Augapfel gerichteten Oberfläche des Augenlids.

 

Ursachen eines Gerstenkorns

Laut Schulmedizin wird ein Gerstenkorn durch eine Staphylokokken-Infektion verursacht.
Staphylokokken leben oftmals auf der Haut, ohne irgendeine Schädigung zu verursachen.

Ursachen der äußeren Gerstenkörner
Ein äußeres Gerstenkorn (auf der Außenseite des Augenlids) kann durch eines der folgenden Gründe auftreten:

  1. Infektion einer Wimperndrüse (ein kleines Loch in der Haut, aus dem eine einzelne Wimper wächst);
  2. Infektion der Zeis-Talgdrüse – diese Drüse ist an dem Follikel der Wimper befestigt und erzeugt eine Fettsubstanz, auch Talg genannt, die die Wimpern fettet und so eine Austrocknung verhindert;
  3. Infektion einer apokrinen Drüsen (Moll) – diese Schweißdrüse mündet im Follikel der Wimper; die Flüssigkeit vereint sich mit dem Film der Tränenflüssigkeit, die das Auge bedeckt und verhindert, dass es austrocknet.

Da das Gerstenkorn laut Schulmedizin ansteckend ist, kann man es zum Beispiel bekommen, wenn man das Gesicht mit demselben Handtuch einer Person abtrocknet, die ein Gerstenkorn hat.

Ursachen von inneren Gerstenkörnern

Ein inneres Gerstenkorn wird durch eine Infektion einer Meibomschen Drüse verursacht.
Die Meibomschen Drüsen befinden sich an den Augenlidern und erzeugen eine fette Flüssigkeit, die Teil des Tränenfilms ist, der das Auge bedeckt.


Blepharitis
Ein Gerstenkorn kann die Komplikation einer anderen Erkrankung sein, der sogenannten Blepharitis. Die Blepharitis verursacht eine Entzündung der Augenlider, die rot werden und anschwellen.

Die Symptome der Blepharitis sind zum Beispiel:

  1. Schmerz und Brennen an den Augen
  2. Verkrustete Wimpern
  3. Juckreiz an den Augenlidern

Die Blepharitis kann durch eine bakterielle Infektion verursacht oder Folge einer Hauterkrankung wie Rosacea (eine chronische Erkrankung, die zu Flecken und Rötungen des Gesichts führt) sein.

Leidet man an chronischer Blepharitis, dann ist das Risiko, ein Gerstenkorn zu entwickeln, höher.

Rezidivierende Gerstenkörner können mit einem chronischen Hautproblem des Gesichts, der sogenannten Rosacea, zusammenhängen. Der Dermatologe kann das Vorhandensein einer Rosacea feststellen und eine effiziente medikamentöse Therapie empfehlen.
Viele Menschen, die ein Gerstenkorn haben, empfinden eine millimetergroße taube Stelle, die wenige Wimpern betrifft.
Eine häufige Anwendung von heißen Umschlägen bei den ersten Anzeichen einer Infektion kann helfen, diese Störung zu beseitigen.

 

Symptome des Gerstenkorns

Die Symptome eines Gerstenkorns entwickeln sich in dieser Abfolge:

  • Eine schmerzhafte und rote Vorwölbung, die sich am Augenlid entwickelt.
  • Das Gerstenkorn wird größer und bildet möglicherweise einen weißen oder gelben Punkt. Das bedeutet, dass sich Eiter im Gerstenkorn bildet.
    Der Punkt kann sich am Rand des Augenlids (wo die Wimpern wachsen) oder im Innern des Lids befinden. Er tritt nur selten an der Außenseite des Augenlids auf.
  • Das Gerstenkorn kann das Auge irritieren, wodurch Schmerzen und Tränenfluss verursacht werden; man kann außerdem das Gefühl haben, dass sich etwas im Auge befindet (als wäre eine Wimper im Auge).
  • Bricht die Oberfläche des Gerstenkorns auf, entleert sich der Eiter nach außen.
  • Tritt der Eiter aus dem Gerstenkorn, verschwindet der Knoten ziemlich schnell wieder.
    Andernfalls kann es sehr lang dauern, bis die Schwellung vergeht.
  • Das Gerstenkorn kann vergehen, ohne dass es aufgeht, wenn nämlich das Immunsystem in der Lage ist, die Infektion unter Kontrolle zu bringen.

 

Komplikationen beim Gerstenkorn

Je länger sich ein Gerstenkorn am Auge befindet, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich zu einem Chalazion (Hagelkorn) entwickelt.

Hierbei handelt sich um eine verstopfte Talgdrüse, die sich infiziert.

Ein Chalazion verursacht:

  • Schmerzen,
  • Entzündung,
  • Beule am Augenlid.

Der Augenarzt kann zu einem Einschnitt zur Entleerung des Hagelkorns raten und eventuell eine Infiltration mit Kortison empfehlen, um die Schwellung zu verringern.

 

Diagnose eines Gerstenkorns

Gerstenkorn,Augenlid,Schwellung,Verdickung,AugeDer Arzt muss die Symptome und Anamnese kennen, ehe er seine Untersuchung beginnt.
Es ist unwahrscheinlich, dass der Arzt den Patienten für die Therapie zu einem Spezialisten überweist.
Der Hausarzt kann die Behandlung durchführen und die Erkrankung unter Kontrolle halten.

Differenzialdiagnose

Der Arzt muss andere mögliche Störungen des Augenlids ausschließen, wie:

  1. Augenlid-Xanthelasmen – es bilden sich Cholesterinablagerungen auf den Augenlidern, in der Regel treten sie im Alter auf.
    Das Xanthelasma ist harmlos, ist jedoch ein Zeichen für erhöhtes Cholesterin.
  2. Papillome – rosa- oder hautfarbene Erhebungen.
    Papillome sind harmlos, können aber langsam heranwachsen und die Sicht beeinträchtigen oder ästhetische Probleme bereiten.
    In diesem Fall können sie chirurgisch entfernt werden.
  3. Zysten – kleine, flüssigkeitsgefüllte Aussackungen, die den Blick beeinträchtigen können.

 

Therapie eines Gerstenkorns

Die meisten Gerstenkörner vergehen innerhalb weniger Tage oder Wochen von selbst wieder, eine Behandlung ist somit nicht immer erforderlich.
Wenn sich ein Gerstenkorn jedoch nicht bessert, stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Medikamente
Der Arzt kann lokal anzuwendende Antibiotika verschreiben (zum Beispiel eine Salbe mit Erythromycin, Gentamicin oder Tobramycin), wenn die Infektion schwerwiegend ist.

 

Naturheilmittel beim Gerstenkorn

Ein heißer Umschlag ist eine einfache und wirksame Behandlungsmethode bei Gerstenkörnern. Dazu verwendet man ein sauberes, in heißes Wasser getauchtes Handtuch oder Stoffstück.
Man muss dabei eine angenehme Wärme auf der Haut empfinden, es darf nicht zu heiß sein, damit man sich nicht verbrennt.
Den Umschlag sollte man über 5-10 Minuten auf das Augenlid drücken.
Auf diese Weise erwärmt sich der Inhalt im Gerstenkorn und begünstigt den Austritt.
Man sollte diesen Umschlag drei- oder viermal am Tag auflegen, bis sich das Gerstenkorn bessert.
Wichtig ist, die Umgebungszone des Augenlids sauber und frei von Fettpartikeln oder Verkrustungen zu halten, vor allem wenn das Gerstenkorn mit einer Blepharitis in Zusammenhang steht.

Man kann eine geringe Menge in Wasser gelöstes Kindershampoo benutzen.
Mit einem Wattestab längs des Augenlides auftragen und wieder abwaschen.
Hat man eine Blepharitis und gleichzeitig ein Gerstenkorn, sollte man kein Make-up (zum Beispiel Wimperntusche) an den Augen benutzen, denn dies könnte die Krankheit verschlimmern oder eine Besserung verhindern.
Auch Kontaktlinsen sollten vermieden werden, weil sie die Augen zusätzlich reizen können.

Nie ein Gerstenkorn aufdrücken
Ein Gerstenkorn darf niemals wie ein Pickel aufgedrückt werden. Man muss warten, bis sich das Gerstenkorn von selbst öffnet.
Es ist möglich, dass sich ein Gerstenkorn, das sich im Innern des Augenlids gebildet hat (das sogenannte innere Gerstenkorn), nicht öffnet und nicht von selbst vergeht.
Der Arzt kann empfehlen, ein befeuchtetes Tuch zu benutzen, um die Augenlider täglich zu reinigen.
Dies verringert das Risiko für Gerstenkörner und eine Blepharitis.

 

Wie kann man Gerstenkörner verhindern?

Wenn Gerstenkörner rezidivieren, sollte man möglicherweise eine bessere Hygiene der Augenlider in Betracht ziehen.
Das bedeutet, dass man das Augenlid regelmäßig abreiben muss, um die übermäßigen Keime und Zellreste zu entfernen.
Es ist wichtig, den Kontakt der Augenlider mit Kosmetika, schmutzigen Handtüchern oder kontaminierten Händen zu vermeiden.
Um das Infektionsrisiko zu verringern, sollten Kosmetika nicht mit anderen Personen geteilt werden; es empfiehlt sich, bereits angebrochene Verpackungen wegzuschmeißen. Außerdem ist es wichtig, das Gesicht vor dem Schlafengehen zu reinigen und die Schminke zu entfernen.
Bei einem Gerstenkorn darf man keine Kontaktlinsen verwenden; um einem Auftreten vorzubeugen, ist stets sicherzustellen, dass die Kontaktlinsen sauber sind.
Solange ein Gerstenkorn besteht, sollte man in kein Schwimmbecken gehen, weil Chlor das Auge reizt und die Entzündung verstärken kann.

Nach der Naturmedizin entsteht die Infektion in Folge einer Vergiftung des Blutes:

Ursachen sind:

  • Ernährung reich an tierischen Proteinen, gekochte, verarbeitete und umgewandelte Speisen;
  • Einnahme von Medikamenten;
  • unkorrekte Lebensweise;
  • Mangel an körperlicher Betätigung;
  • eng anliegende Kleidung, die die Transpiration verhindert und die Haut warm hält; in der Folge sinkt das Blut aus der Haut in die inneren Organe ab, wo der Blutzustrom Entzündungen hervorruft.

Nach der Blutgruppendiät wird das Gerstenkorn durch eine Reaktion des Immunsystems auf einige Lebensmittel hervorgerufen.
Es gibt Lebensmittel auf die je nach Blutgruppe verzichtet werden muss (beispielsweise sollten Angehörige der Blutgruppe A kein rotes Fleisch verzehren).

Außerdem gibt es Nahrungsmittel, die für jedermann schädlich sein können, wie:

  • Milch und Milchprodukte,
  • Gluten,
  • frittierte und geräucherte Speisen,
  • Wurstwaren und Schweinefleisch.

 

Vermeidung der Ansteckung mit einem Gerstenkorn

Empfehlungen zur Vermeidung der Infektionsverbreitung:

  1. Das Gerstenkorn nicht berühren, reiben oder ausdrücken.
  2. Gebrauchtes Verbandsmaterial im Müll entsorgen, so dass andere es nicht berühren können.
  3. Häufig die Hände waschen.

 

Genesungszeiten (Prognose)

Gerstenkörner bessern sich oft von allein, die Dauer liegt zwischen einer und drei Wochen. Jedoch können sie rezidivieren.
Das Ergebnis ist bei einer einfachen Therapie fast immer hervorragend.
Manchmal kann sich die Infektion auf den Rest des Augenlids ausbreiten.
Diese Erkrankung wird Orbitaphlegmone genannt.