Symptome der Tracheitis und Therapie

Eine Tracheitis ist eine bakterielle oder virale Infektion der Luftröhre. Diese Art von Infektion betrifft vor allem:

  • kleine Kinder (selten in den ersten 6 Lebensmonaten),
  • Jugendliche bis zu 14 Jahren.

Was ist die Luftröhre?
Die Luftröhre ist ein wichtiger Teil der Atemwege.
Tritt Luft über Nase oder Mund ein, gelangt sie über den Kehlkopf (in dem sich die Stimmbänder befinden) in die Luftröhre.

 

Tracheitis,Lungen,HustenWeiter unterhalb teilt sich dieses Organ in zwei Röhren (Bronchien), über die die Luft direkt zu den Lungen gelangt. Die Trachea:

  • transportiert Sauerstoff zu den Lungen,
  • führt beim Ausatmen Kohlendioxid aus dem Körper ab.

 

Ursachen der Tracheitis

In der Regel wird eine bakterielle Tracheitis durch Staphylococcus aureus verursacht. Es gibt aber auch noch andere Bakterien, die diese Infektion verursachen können:

  • Streptococcus pneumoniae
  • Klebsiella pneumoniae
  • Haemophilus influenzae
  • Moraxella catarrhalis

Oft entwickelt sich eine bakterielle Tracheitis nach einer akuten viralen Infektion der Atemwege, wie zum Beispiel:

  • Erkältung,
  • Krupp.

Man geht davon aus, dass die Viruserkrankung vorübergehende lokale oder systemische Veränderungen bei der Immunreaktion hervorruft, die den Patienten für eine bakterielle Infektion prädestinieren.
Viren, die diese Krankheit hervorrufen können, sind:

  • Rhinoviren,
  • Parainfluenza-Viren.

Nach einer Atemwegsinfektion dringen die Bakterien leicht in die Luftröhre ein und verursachen:

  • Infektion,
  • Entzündung,
  • Schwellung.

Neben diesen Ursachen einer Tracheitis gibt es noch andere Faktoren, die den Hals reizen:

  1. Ein gastroösophagealer Reflux kann Hals und Atemwege reizen.
  2. Der Rauch von Zigaretten, in diesem Fall kann die Tracheitis häufig rezidivieren.
  3. Chemische Substanzen in der Luft, die die die Luftröhre reizen.
  4. Allergene, die die allergische Tracheitis hervorrufen.

 

Was sind die Symptome bei einer bakteriellen Tracheitis?

Eine bakterielle Tracheitis folgt oft auf eine Infektion der oberen Atemwege.
Die Anfangssymptome (akute Phase) sind folgende:

  • Husten,
  • Halsschmerzen,
  • leichtes Fieber.


Nach zwei bis fünf Tagen entwickeln sich weitere Symptome:

  1. tiefer, produktiver und schwerer Husten,
  2. Brustschmerzen hinter dem Brustbein,
  3. erschwerte Atmung,
  4. hohes Fieber,
  5. vergrößerte Lymphknoten,
  6. geräuschvolle Atmung (Keuchen),
  7. Zyanose: eine bläuliche Verfärbung der Haut als Zeichen für Sauerstoffmangel.

Begleitsymptome und -krankheiten der Tracheitis:

  1. Pharyngitis,
  2. Laryngitis (in diesem Fall leidet der Patient auch unter Heiserkeit),
  3. Schnupfen.

Ein pfeifendes Atemgeräusch (Stridor) kann Zeichen einer schweren Infektion sein, da es bedeutet, dass die Atemwege teilweise verengt sind: diese Situation ist potentiell gefährlich.

 

Komplikationen der Tracheitis

  • Obstruktion der Atemwege: kann zum Tod führen
  • Bronchitis
  • Lungenentzündung
  • Pneumothorax
  • Lungenödem
  • Septischer Schock
  • Atemnotsyndrom
  • Toxisches Schocksyndrom: ist nur möglich, wenn die Infektion von dem Bakterium Staphylococcus verursacht wird.

 

Diagnose einer Tracheitis

Der Arzt kann diese Erkrankung durch eine körperliche Untersuchung und Abhören (Auskultation) der Lungen diagnostizieren, um Anzeichen einer Ateminsuffizienz festzustellen. Um die Diagnose zu bestätigen und andere Gesundheitsprobleme auszuschließen, kann der Arzt weitere Untersuchungen anordnen.

Zu diesen Untersuchungen gehören:

  • Sauerstoffsättigung: zeigt an, wie viel Sauerstoff im Blut gelöst ist;
  • Nasen-Rachen-Abstrich: es wird eine Probe des Sekrets vom oberen Rachenraum entnommen, um es auf Bakterien zu untersuchen;
  • Röntgenaufnahme der Luftröhre, mit der folgende Problematiken sichtbar gemacht werden:
    • Verengung im Bereich unter der Glottis
    • Opazität und Unregelmäßigkeiten der vorderen Luftröhrenwand (seltener)
  • Bronchoskopie, die Entzündung und eitrige Absonderungen aufzeigt.

Differentialdiagnose
Der Arzt muss ausschließen:

  1. Laryngitis (Entzündung des Kehlkopfs),
  2. Pneumonie (Entzündung der Lunge),
  3. Bronchitis (Entzündung des Bronchialbaums).

Diese Erkrankungen können auch gemeinsam auftreten.

 

Tracheitis,Entzündung,LuftröhreWie wird behandelt? Therapie bei Tracheitis

Die Behandlung einer bakteriellen Tracheitis besteht in folgenden Maßnahmen:

In den Atemwegen
Darauf achten, dass sich das Kind nicht aufregt.
Wenn sich die Atmung des Patienten verschlechtert, ist eine Sauerstoffmaske hilfreich.
Sollte eine Intubation notwendig sein, wird ein Endotrachealtubus der Größe 1,7 mm verwendet.
Der Durchmesser ist kleiner als das Standardmaß, um ein Trauma im entzündeten Bereich unterhalb der Glottis zu minimieren.

Antibiotikatherapie bei bakterieller Tracheitis
Das folgende Protokoll stammt von Bandar Al-Mutairi der Pediatric Respiratory Medicine and Department of Paediatrics, Faculty of Medicine, University of Calgary, Calgary, Alberta.
Intravenös verabreichte Breitbandantibiotika sollten verabreicht werden, sobald die Diagnose erstellt ist.
Ein Cephalosporin der dritten Generation in Verbindung mit Penicillin stellt die am besten geeignete Behandlung dar.
In manchen Fällen kann auch Vancomycin notwendig sein.
Wenn anaerobe Bakterien die Infektion verursachen, kann der Arzt außerdem verschreiben:

  • Clindamycin,
  • Metronidazol.

Insbesondere kann dies bei Kinder notwendig sein, bei denen die Therapie nicht anschlägt mit:

  • Cephalosporin,
  • Penicillin.

Der empfohlene Zyklus für die Antibiotika beträgt 10 bis 14 Tage (intravenös oder oral).

Man kann die intravenöse Therapie unterbrechen, wenn:

  • das Kind seit mindestens 48 Stunden fieberfrei ist;
  • die Beschwerden an der Luftröhre verschwunden sind;
  • die Stimme wieder normal geworden ist.

Zum Eindämmen der Entzündung kann der Arzt verschreiben:

  • Kortikosteroide, zum Beispiel ein Aerosol mit Beclometason (Ventolair),
  • Hustenlöser (Mukolytika) wie Ambroxol (AmbroHexal).

Bevor diese Medikamente in der Schwangerschaft eingenommen werden, muss auf jeden Fall der Arzt konsultiert werden.

Wann wird intubiert?
In der Regel bringt der Arzt einen Endotrachealtubus durch Mund oder Nase in die Luftröhre ein, wenn:

  • eine gravierende Versperrung vorliegt;
  • sich der Zustand des Patienten verschlechtert und die Untersuchungsergebnisse möglicherweise nicht rechtzeitig eintreffen.

Kleine Kinder werden häufiger intubiert, weil sie engere Atemwege haben.
Die Dauer der Intubation liegt durchschnittlich bei 3,2 Tagen (zwischen 1,5 und 7,6 Tagen).
Die Indikationen zur Entfernung des Tubus (Extubation) sind:

  • Fieberrückgang,
  • Abnahme der trachealen Absonderungen,
  • gesünderes Aussehen,
  • Flüssigkeitsvorkommen oder Absonderungen um den endotrachealen Tubus (ein Hinweis darauf, dass die Luftröhrenschwellung abgenommen hat).

Eine respiratorische Physiotherapie kann dazu beitragen, die Absonderungen durch Husten auszustoßen.

Chirurgischer Eingriff
Nur selten ist ein Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) notwendig.

Eine Tracheotomie ist unerlässlich, , wenn sich der Endotrachealtubus nicht einführen lässt.
Die Bronchialtoilette wird über eine Trachealkanüle erleichtert.

 

Naturheilmittel bei Tracheitis

Zu den natürlichen Heilmitteln bei einer Reizung der Luftröhre gehören Inhalationen (Dampf) über kochendem Wasser mit:

  • Bikarbonat,
  • ätherischem Eukalyptusöl.

In geschlossenen und beheizten Räumen sollte ein Luftbefeuchter verwendet werden, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.
Auch Gurgeln mit Propolis, das eine antibakterielle Wirkung hat, ist nützlich, vor allem, wenn der Patient auch unter Halsschmerzen leidet.

 

Genesungszeiten und Prognose für Patienten mit bakterieller Tracheitis

Die Genesung von dieser Krankheit hängt von der Behandlung ab.
Die Atemwege kleiner Kinder schwellen schnell an und erschweren das Atmen.
Die Tracheitis kann gefährlich sein, denn wenn die Luftröhre vollständig verschlossen ist, kommt es zum Tod durch Atemstillstand.

Die Sterblichkeitsrate ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen, denn:

  • es wird unverzüglich eine Therapie mit Breitbandantibiotika begonnen;
  • es werden aggressive Techniken zur Befreiung der Atemwege angewendet.

Wissenschaftlichen Studien zufolge liegt der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt zwischen 3 und 12 Tagen.