Symptome der Mandelentzündung und Heilmittel

Die Mandelentzündung oder Tonsillitis ist eine Entzündung der Gaumenmandeln.

Die Gaumenmandeln befinden sich im hinteren Rachenraum und sind ein Teil des Immunsystems des Körpers. Das Immunsystem hilft, schädigende Keime zu bekämpfen.

Manchmal sind die Mandel vergrößert und entzündet. Eine Hypertrophie der Tonsillen kommt häufig vor und kann zu Komplikationen führen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

Die häufigste Form der Mandelentzündung wird als erythematös bezeichnet und kann durch eine virale oder bakterielle Infektion verursacht werden. In diesem Fall sind in der Regel beta-hämolysierende Streptokokken (GBS) die Erreger.

 

Arten der Tonsillitis

Akute follikuläre Tonsillitis – sie ist an einem Exsudat erkennbar, das von Follikeln gebildet wird.

Akute eitrige Mandelentzündung – dieser Typ der Tonsillitis ist durch Bildung eines Abszesses gekennzeichnet.

Pseudomembranöse Tonsillitis – nekrotische Schleimhaut wird von einer Exsudatschicht bedeckt. Es zeigt sich eine Situation, die der Diphtherie oder einer Plaut-Vincent-Angina ähnelt.

Chronisch parenchymatöse Tonsillitis – vordergründig ist eine Hyperplasie des lymphatischen Gewebes. Die Mandeln sind stark vergrößert und können Schwierigkeiten beim Sprechen, Schlucken und Atmen machen. Es können Anfälle von Schlafapnoe auftreten.

 

Ursachen der Mandelentzündung

Bakterielle und virale Infektionen können eine Mandelentzündung verursachen. Eine häufige Ursache ist das Streptokokken-Bakterium (Streptokokken-Angina). Andere Viren sind:

  • Adenovirus
  • Influenza-Virus
  • Epstein-Barr-Virus
  • Parainfluenza-Virus
  • Enterovirus
  • Herpes-simplex-Virus


Tonsillensteine
Bei dieser Erkrankung zeigen sich weiße, harte Ablagerungen an den Rändern der Mandeln: es handelt sich um Schleim, Bakterien, abgestorbene Zellen und Speisereste.

Halsschmerzen
Die Bezeichnung „Halsschmerzen“ bezieht sich auf eine bakterielle Infektion des Halses. Die Keime führen zur Bildung weißer Flecke auf den Mandeln.

Soor
Candida orale ist nichts anderes, als eine Mykoseinfektion (Pilz) im Mund, die auch zum Erscheinen weißer Flecke auf den Mandeln führen kann.

Infektiöse Mononukleose
Mononukleose ist eine virale Infektion, die Fieber, Kopfschmerzen und anhaltende Müdigkeit verursachen kann.

Diphtherie
Diphterie ist eine schwerwiegende Infektion der Atemwege, die vor allem den Rachen und Nasenraum befällt.

Angina Plaut-Vincent
Die Angina Plaut-Vincent ist eine bakterielle Infektion, die mit der Bildung einer nekrotisch ulzerösen Tonsillitis einhergeht und meist einseitig auftritt.

Pharyngitis
Die Pharyngitis ist eine Infektion des Rachens. Das ist ein Teil des Halsbereichs, der an den Mandeln beginnt und im Kehlkopf (Stimmbänder) endet.

 

Symptome der akuten Mandelentzündung

Hauptsächliche Symptome sind Entzündung und Schwellung der Mandeln, die manchmal so stark ausgeprägt sind, dass die Atemwege beengt werden. Unter anderem sind die Symptome:

  • Halsschmerzen
  • Rötung der Tonsillen
  • Gelbe oder weiße Plaques auf den Mandeln
  • Bläschen oder schmerzhafte Geschwüre im Hals
  • Heiserkeit
  • Kopfschmerzen
  • Appetitverlust
  • Ohrenschmerzen, wobei es auch zu verstopften Ohren kommen kann
  • Schluckbeschwerden
  • Schwierigkeiten bei der Mundatmung
  • Vergrößerte Halslymphknoten
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Mundgeruch

 

Weiße Plaques auf den Mandeln

Die Bildung von weißen Formationen und die Entzündung der Mandeln weisen auf Eiter (Tonsillitis purulenta) hin. Plaques werden durch Erkrankungen wie Halsschmerzen und Mandelentzündung hervorgerufen.
Wenn es im Hals anhaltend kratzt, hängt es oft mit den Mandeln zusammen. Diese Organe bestehen aus mandelförmigem Drüsengewebe und befinden sich knapp unterhalb der Mundhöhle.
Sie sind integraler Bestandteil des Immunsystems und bilden weiße Blutkörperchen, um Infektionen des Körpers mit Mikroben zu verhindern.
Manchmal überfordern die Krankheitserreger das Tonsillengewebe. Als Folge reagieren sie mit Rötung und Entzündung.

 

Ist eine Mandelentzündung ansteckend?

In abgeschlossenen Räumen, in denen sich Menschen über längere Zeit eng beieinander aufhalten, kann eine Übertragung der Mandelentzündung erfolgen, zum Beispiel in der Schule.
Bei einer viralen Mandelentzündung ist die Ansteckung leichter möglich.
Die Übertragung erfolgt durch Körperkontakt (nachdem man den Mund berührt hat), durch Niesen und Husten oder durch die gemeinsame Benutzung von Zahnbürste, Besteck usw.

Wie lange ist die Inkubationszeit?
In der Regel beträgt die Zeit zwischen Ansteckung und Erscheinen der Symptome etwa 3-4 Tage.

 

Chronische Tonsillitis

Das ist eine typische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von unter 15 Jahren. Erreicht ein Mensch das Erwachsenenalter, verkleinern sich die Tonsillen, da das Immunsystem ausgereift ist.
Wenn die Mandeln also nicht mehr Krankheitserreger bekämpfen müssen, sind sie weniger anfällig. Trotzdem treten Episoden einer chronischen Tonsillitis auch bei Erwachsenen auf. Sie sind jedoch selten.

Die Symptome einer chronischen Tonsillitis sind folgende:

  1. Rötung, Überwärmung und Schwellung
  2. Halsschmerzen
  3. Weiße oder gelbe Plaquebildungen auf den Mandeloberflächen
  4. Beschwerden beim Schlucken von Speisen, Wasser oder Speichel
  5. Fieber
  6. Vergrößerung der Halslymphknoten
  7. Heiserkeit
  8. Mundgeruch
  9. Bauchschmerzen, besonders bei kleinen Kindern
  10. Gefühl von Steifigkeit und Schmerzen im Nacken
  11. Stets wiederkehrende und anhaltende Kopfschmerzen

Diese Symptome können bei kleinen Kindern auftreten, die sich jedoch nicht immer mitteilen können.
Die Eltern müssen auf Anzeichen wie Appetitverlust achten.
Kinder weinen, wenn sie zum Essen den Mund öffnen oder schlucken; zudem erhöht sich ihre Reizbarkeit und ihre Mimik scheint auf Nackenschmerzen hinzudeuten.

Mandelentzündung,Tonsillen,Schwellung,rotUrsachen einer chronischen Mandelentzündung
Eine häufige Ursache für diese Entzündung ist dasselbe Virus, das eine Erkältung verursacht. Allerdings kann die chronische Tonsillitis auch durch Bakterien verursacht werden. Oftmals ist Streptokokkus pyogenes verantwortlich.
Dieser Erreger ist derselbe, der zu Halsschmerzen führt.
Diese Erkrankung kann leicht von einer erkrankten Person auf eine gesunde übertragen werden.
Die Keimübertragung erfolgt sowohl bei viralen als auch bei bakteriellen Mikroorganismen.
Die chronische kryptogen-verkäsende Tonsillitis ist eine Erkrankung, die durch Rückstände von Speiseresten oder Bakterien in den Krypten der Mandeln entsteht.
Sammeln sich viele Zerfallsprodukte an, bilden sich Furchen in den Schutzorganen.

Zungenmandel (Tonsilla lingualis)
Die Zungenmandeln sind am Zungengrund angelegt. Sie haben die wichtige Aufgabe, weiße Blutkörperchen zu bilden, die gegen virale oder bakterielle Infektionen nützlich sind.
Eine Infektion der Zungenmandeln kann bakterieller oder viraler Art sein.
Der Ausbruch einer Infektion verursacht die Entzündung dieses Organs am Zungengrund.
Diese Krankheit wird ebenfalls als Tonsillitis bezeichnet.
Die Vergrößerung dieses lymphatischen Gewebes kann Beschwerden bereiten.
Bei entzündeten Zungenmandeln kann Essen ein schmerzhafter und entmutigender Vorgang sein.
Denn jedes Mal, wenn ein Bissen geschluckt wird, verspürt man Schmerzen.
Streptokokkus oder Haemophilus influenzae sind die verantwortlichen Bakterien einer Zungenmandelentzündung.
Virusinfektionen werden verursacht durch das Epstein-Barr-Virus oder durch Adenoviren.

Tumor der Zungenmandel
Krebserkrankungen, die mit der Zungenmandel in Zusammenhang stehen, können ein Plattenepithelkarzinom (PEC) oder ein Lymphom sein. Daten weisen darauf hin, dass das PEC 90% der Fälle eines Zungenmandeltumors repräsentiert.
PEC führt zu einem unkontrollierten Wachstums von Hautzellen, das meist von Geschwürbildung in den Tonsillen begleitet wird. Ein solches Geschwür ist häufig die Folge von Rauchen und exzessivem Alkoholgenuss.

 

Behandlung der Mandelentzündung

Die meisten Fälle einer leichten Mandelentzündung benötigen kein medizinisches Vorgehen.
Eine Selbstbehandlung und die Anwendung alter Hausmittel kürzen die Genesungszeit ab.
Mit Salzwasser zu gurgeln ist bei akuter und chronischer Mandelentzündung nützlich.
Diese Therapie mehrmals am Tag zu wiederholen hilft gegen Halsschmerzen beim Schlucken.
Ruhepausen sind grundlegend wichtig.
Kinder müssen tagsüber viel trinken, um den Mund feucht zu halten und einer Dehydratation vorzubeugen.
Eine heiße Suppe ist empfehlenswert.
Trockene Luft kann die Symptome verschlimmern. Daher ist die Verwendung eines Luftbefeuchters im Zimmer empfehlenswert. Alternativ dazu kann man einen Wasserkocher dazu benutzen, die Raumluft feucht zu halten.
Empfohlen wird, Zigarettenrauch, Lacke und ähnliches zu vermeiden.
Diese Substanzen reizen den Hals und können den Zustand verschlimmern.

 

Tonsillen,vergrößert,entzündetArzneimittel und Antibiotika

Ist die Mandelentzündung durch eine bakterielle Infektion verursacht, verschreibt der Arzt eine Behandlung mit Antibiotika. In der Regel wird er die orale Einnahme von Penicillin über 10 Tage verordnen.

Ist das Kind auf Penicillin allergisch, verschreibt der Arzt ein alternatives Medikament.
Ist die Mandelentzündung durch Streptokokkus pyogenes hervorgerufen, ist Amoxicillin (Augmentin) angezeigt.
Das Kind muss die gesamte Dosis der verschriebenen Antibiotika einnehmen, auch nachdem die Symptome völlig abgeklungen sind. Erfolgt dies nicht, kann eine Verschlimmerung der Infektion eintreten oder die Verbreitung der Krankheitserreger erfolgt in andere Bereiche des Körpers.
Erfolgt die Antibiotikaeinnahme nicht vollständig, erhöht sich das Risiko für rheumatisches Fieber und schwere Niereninfektionen.

Der Arzt kann begleitend zu den Antibiotika nichtsteroidale Entzündungshemmer gegen die Schmerzen verordnen, wie zum Beispiel Gabrilen.

 

Chirurgischer Eingriff

Ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) wird bei Patienten mit rezidivierenden Mandelentzündungen, bei chronischer Tonsillitis (länger als ein Monat) oder bakterieller Tonsillitis, die nicht vergeht (nicht auf antibiotische Behandlung reagiert) vorgenommen.
Eine Tonsillektomie wird auch durchgeführt, wenn die Tonsillitis schwierig zu behandelnde Komplikationen verursacht, zum Beispiel:

  • Obstruktive Schlafapnoe
  • Atembeschwerden
  • Hämorrhagische Tonsillitis
  • Schluckbeschwerden, besonders bei Fleisch und anderen großen Speisebrocken
  • Abszess, der sich trotz antibiotischer Therapie nicht bessert

Die Tonsillektomie erfolgt meist unter stationären Bedingungen und ist mit einem Klinikaufenthalt von fünf bis acht Tagen verbunden. Die Genesungszeit beträgt 7-14 Tage.

 

Naturheilmittel bei geschwollenen Mandeln

  • Gurgeln mit antiseptischen Substanzen hilft, die Bakterien zu beseitigen.
  • Man kann Spülungen mit dunkelfarbigen kohlensäurehaltigen Getränken durchführen (Pepsi oder Coca Cola).
  • Den Saft einer Zitrone in ein Glas Wasser geben, 4 Teelöffel Honig und eine Prise Salz zugeben. Schluckweise diese Lösung trinken.
  • 2 Esslöffel Bockshornklee in einen Liter Wasser geben und das Gemisch 30 Minuten lang erhitzen. Einige Zeit abkühlen lassen und dann mit dieser Lösung gurgeln.
    Dieses Heilmittel hat eine hohe Wirksamkeit bewiesen.
  • Auch Milch hat eine beruhigende Wirkung. Ein wenig Curcuma und Pfeffer in ein Glas sehr heiße Milch geben und in der Nacht an drei aufeinanderfolgenden Tagen trinken.
  • Eine andere Möglichkeit ist der Saft von zentrifugiertem Gemüse. Man kann den Extrakt von Gurke, Rübe und Karotte kombinieren; das Mengenverhältnis sollte bei 300 ml Karottensaft und jeweils 100 ml Rüben- und Gurkensaft liegen. Man kann diese zentrifugierten Säfte je nach Geschmack zubereiten.
  • 12 Gramm Banafsha-Blüten (Duftveilchen) in einer Tasse Milch aufkochen und nachts trinken. Die Milch muss abgeseiht und heiß getrunken werden.

 

Wie lange dauert eine Mandelentzündung? Wann vergeht sie? Prognose

Die akute Mandelentzündung dauert 4-5 Tage, doch wenn sie chronisch geworden ist, hält sie mindestens 1 Monat an.