Symptome der Mandelentzündung und Heilmittel

Die Mandelentzündung oder Tonsillitis ist eine Entzündung der Gaumenmandeln.

Die Gaumenmandeln befinden sich im hinteren Rachenraum und sind ein Teil des Immunsystems des Körpers.

Diese Organe bestehen aus mandelförmigem Drüsengewebe und befinden sich knapp unterhalb der Mundhöhle.
Sie sind integraler Bestandteil des Immunsystems und bilden weiße Blutkörperchen.
Manchmal werden die Mandeln von Krankheitserregern überfallen. Als Folge reagieren sie mit:

  • Schwellung,
  • Rötung,
  • Entzündung.

Eine Hypertrophie der Tonsillen kommt häufig vor, kann jedoch Komplikationen verursachen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

 

Arten der Tonsillitis

1. Erythematöse Tonsillitis – Die häufigste Form der Mandelentzündung wird als erythematös bezeichnet und kann durch eine virale oder bakterielle Infektion verursacht werden. In diesem Fall sind in der Regel beta-hämolysierende Streptokokken (GBS) die Erreger. Bei einer erythematösen Tonsillitis sind die Mandeln typischerweise:

  • gerötet,
  • geschwollen.

2. Akute follikuläre oder exsudative Tonsillitis – Sie ist an einem Exsudat erkennbar, das weiße Beläge bildet, die Eiter und Bakterien enthalten. Die Tonsillen sind:

  • mit weißen Belägen bedeckt,
  • gerötet,
  • geschwollen.

3. Vesikuläre Mandelentzündung – Dieser Typ der Tonsillitis ist durch Bildung von weißlichen Bläschen an Mandeln und Rachen gekennzeichnet und wird vom Herpes-Virus hervorgerufen.

4. Pseudomembranöse Tonsillitis – Die gesamte Tonsille ist von einer weiß-gräulichen Membran bedeckt und zeigt weiße Beläge.

5. Ulzerösnekrotisierende Tonsillitis – Es zeigt sich eine nekrotische Situation der Tonsille.
Die häufigste Form ist die Angina Plaut-Vincent.

6. Chronisch parenchymatöse Tonsillitis – Vordergründig ist eine Hyperplasie (Größenzunahme) des Tonsillengewebes. Die Mandeln sind stark vergrößert und können Schwierigkeiten hervorrufen beim:

  • Sprechen,
  • Schlucken,
  • Atmen.

7. Chronische kryptogen-verkäsende Tonsillitis – Eine Erkrankung, die in der Regel bei Jugendlichen auftritt.
Wenn das Kind heranwächst:

  • verringert sich das lymphatische Gewebe der Tonsillen,
  • aber es kann stützendes Bindegewebe verbleiben.

In der Folge bilden sich leere Krypten in den Tonsillen, dort wo sich zuvor das Lymphgewebe befand. Dort lagern sich Rückstände von Speiseresten oder Bakterien ab.
Dieses Material degeneriert und führt zu:

  • weißlichen Belägen,
  • Mundgeruch.

 

Ursachen der Mandelentzündung

Bakterielle und virale Infektionen können eine Mandelentzündung verursachen. Eine häufige Ursache ist das Streptokokken-Bakterium (Streptokokken-Angina). Zu den Viren gehören:

  • Adenovirus
  • Rhinovirus
  • Influenza-Virus
  • Epstein-Barr-Virus
  • Parainfluenza-Virus
  • Enterovirus
  • Herpes-simplex-Virus


Tonsillensteine
Bei dieser Erkrankung zeigen sich weiße, harte Ablagerungen an den Rändern der Mandeln: es handelt sich um:

  • Schleim,
  • Bakterien,
  • abgestorbene Zellen,
  • Speisereste.

Halsschmerzen
Die Bezeichnung „Halsschmerzen“ bezieht sich auf eine bakterielle oder virale Infektion des Halses.
Bei bakteriell verursachten Halsschmerzen bilden sich Beläge in Form weißer Flecke auf den Mandeln.

Soor
Candida orale ist nichts anderes, als eine Mykoseinfektion (Pilz) im Mund, die auch zum Erscheinen weißer Flecke auf den Mandeln führen kann.

Infektiöse Mononukleose
Mononukleose ist eine virale Infektion, die:

  • Fieber,
  • Kopfschmerzen,
  • anhaltende Müdigkeit verursachen kann.

Bei einer Mononukleose können die Tonsillen vollständig von einem weiß-gräulichen Belag bedeckt sein (pseudomembranöse Tonsillitis).

Diphtherie
Diphterie ist eine schwerwiegende Infektion der Atemwege, die vor allem befällt:

  • Rachen,
  • Nasenraum.

Auch bei Diphterie sind die Tonsillen von einer gräulichen Membran bedeckt.

Angina Plaut-Vincent
Die Angina Plaut-Vincent ist eine bakterielle Infektion, die mit der Bildung einer nekrotisch ulzerösen Tonsillitis einhergeht und meist einseitig auftritt.

Pharyngitis
Die Pharyngitis ist eine Infektion des Rachens. Das ist ein Teil des Halsbereichs, der an den Mandeln beginnt und im Kehlkopf (Stimmbänder) endet.
In der Regel tritt die Rachenentzündung zusammen mit der Mandelentzündung auf, in diesem Fall spricht man von einer Angina.

Symptome der akuten Mandelentzündung

Hauptsymptome sind:

  • Entzündung der Mandeln
  • Schwellung der Mandeln

Die Schwellung ist manchmal so stark ausgeprägt, dass die Atemwege beengt werden. Unter anderem sind die Symptome:

  • Halsschmerzen
  • Rötung der Tonsillen
  • Gelbe oder weiße Plaques auf den Mandeln
  • Bläschen oder schmerzhafte Geschwüre im Hals
  • Heiserkeit
  • Kopfschmerzen
  • Appetitverlust
  • Ohrenschmerzen, wobei es auch zu verstopften Ohren kommen kann
  • Schluckbeschwerden
  • Schwierigkeiten bei der Mundatmung
  • Vergrößerte Halslymphknoten
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Mundgeruch

 

Weiße Plaques auf den Mandeln

Die Bildung von weißen Formationen und die Entzündung der Mandeln weisen auf Eiter (Tonsillitis purulenta) hin. Die Plaques werden durch bakterielle Infektionen hervorgerufen.

Bakterielle Infektionen von Mandeln und Hals unterscheiden sich von Virusinfektionen, denn sie verursachen:

  • weiße Plaques auf den Mandeln,
  • grau-weißliche Flecken auf der Zunge.

 

Ist eine Mandelentzündung ansteckend?

In abgeschlossenen Räumen, in denen sich Menschen über längere Zeit eng beieinander aufhalten, kann eine Übertragung der Mandelentzündung erfolgen, zum Beispiel in der Schule.
Bei einer viralen Mandelentzündung ist die Ansteckung leichter möglich.
Die Übertragung erfolgt durch:

  • Körperkontakt (nachdem man den Mund berührt hat),
  • Niesen,
  • Husten,
  • die gemeinsame Benutzung von Zahnbürste, Besteck usw.

Wie lange ist die Inkubationszeit?
In der Regel beträgt die Zeit zwischen Ansteckung und Erscheinen der Symptome etwa 3-4 Tage.

 

Komplikationen einer akuten Tonsillitis

Zu den Komplikationen gehören Infektionen mit Eiterbildung:

  • Rachenabszesse,
  • Otitis (Ohrentzündung)
  • Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

Weitere mögliche langfristige Komplikationen sind:

  • Rheumatismen,
  • Entzündung der Nieren (Glomerulonephritis)

Die chronische oder wiederkehrende Mandelentzündung ist eine Komplikation der akuten Mandelentzündung.

 

Chronische Tonsillitis

Eine Mandelentzündung wird als chronisch bezeichnet, wenn sie mindestens fünfmal im Jahr auftritt.
Das ist eine typische Erkrankung bei:

  • Kindern,
  • Jugendlichen im Alter von unter 15 Jahren.

Erreicht ein Mensch das Erwachsenenalter, verkleinern sich die Tonsillen, da das Immunsystem ausgereift ist.
Trotzdem treten Episoden einer chronischen Tonsillitis auch bei Erwachsenen auf. Sie sind jedoch selten.

Ursachen einer chronischen Mandelentzündung
Eine häufige Ursache für diese Entzündung ist dasselbe Virus, das eine Erkältung verursacht. Allerdings kann die chronische Tonsillitis auch durch Bakterien verursacht werden. Oftmals ist Streptokokkus pyogenes verantwortlich.
Dieser Erreger ist derselbe, der zu Halsschmerzen führt.
Diese Erkrankung kann leicht von einer erkrankten Person auf eine gesunde übertragen werden.
Die Keimübertragung erfolgt sowohl bei viralen als auch bei bakteriellen Mikroorganismen.

 

Symptome einer chronischen Tonsillitis

  1. Rötung, Überwärmung und Schwellung
  2. Halsschmerzen
  3. Weiße oder gelbe Plaquebildungen auf den Mandeloberflächen
  4. Beschwerden beim Schlucken von Speisen, Wasser oder Speichel
  5. Fieber
  6. Vergrößerung der Halslymphknoten
  7. Heiserkeit
  8. Mundgeruch
  9. Stets wiederkehrende und anhaltende Kopfschmerzen

Diese Symptome können bei kleinen Kindern auftreten, die sich jedoch nicht immer mitteilen können.
Die Eltern müssen auf Anzeichen wie Appetitverlust achten.
Kinder weinen:

  • wenn sie zum Essen den Mund öffnen
  • oder beim Schlucken.

Zudem erhöht sich ihre Reizbarkeit und ihre Mimik scheint auf Nackenschmerzen hinzudeuten.

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Zungenmandel (Tonsilla lingualis)
Die Zungenmandeln sind am Zungengrund angelegt. Sie haben die wichtige Aufgabe, weiße Blutkörperchen zu bilden, die gegen virale oder bakterielle Infektionen nützlich sind.
Eine Infektion der Zungenmandeln kann:

  • bakterieller
  • oder viraler Art sein.

Die Infektion verursacht die Entzündung dieser Organe am Zungengrund.
Diese Krankheit wird ebenfalls als Tonsillitis bezeichnet.
Die Vergrößerung dieses lymphatischen Gewebes kann Beschwerden bereiten.
Bei entzündeten Zungenmandeln kann Essen ein schmerzhafter und entmutigender Vorgang sein.
Denn jedes Mal, wenn ein Bissen geschluckt wird, verspürt man Schmerzen.
Streptokokkus oder Haemophilus influenzae sind die verantwortlichen Bakterien einer Zungenmandelentzündung.
Virusinfektionen werden verursacht durch:

  • Epstein-Barr-Virus,
  • Adenovirus.

Tumor der Zungenmandel
Krebserkrankungen, die mit der Zungenmandel in Zusammenhang stehen, können:

  • ein Plattenepithelkarzinom (PEC)
  • oder ein Lymphom sein.

Ein PEC führt zu:

  • unkontrolliertem Wachstums von Epithelzellen der Tonsillen,
  • Geschwürbildung in den Tonsillen

Ein solches Geschwür kann die Folge sein von:

  • Rauchen,
  • exzessivem Alkoholgenuss.

 

Behandlung der Mandelentzündung

Die meisten Fälle einer leichten Mandelentzündung benötigen kein medizinisches Vorgehen.
Eine Selbstbehandlung und die Anwendung alter Hausmittel kürzen die Genesungszeit ab.

Ruhepausen sind grundlegend wichtig für die Genesung.

Luftbefeuchter
Trockene Luft kann die Symptome verschlimmern. Daher ist die Verwendung eines Luftbefeuchters im Zimmer empfehlenswert. Alternativ dazu kann man einen Wasserkocher dazu benutzen, die Raumluft feucht zu halten. Der Wasserdampf hilft, die Luft feucht zu halten.

Empfohlen wird:

  • Zigarettenrauch,
  • Lacke und ähnliche Substanzen zu vermeiden.

Diese Stoffe reizen den Hals und können den Zustand verschlimmern.

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Ist die Mandelentzündung durch eine bakterielle Infektion verursacht, verschreibt der Arzt eine Behandlung mit Antibiotika. In der Regel wird er die orale Einnahme von Penicillin über 10 Tage verordnen.

Ist das Kind auf Penicillin allergisch, verschreibt der Arzt ein alternatives Medikament.
Ist die Mandelentzündung durch Streptokokkus pyogenes hervorgerufen, ist Amoxicillin (Augmentin) angezeigt.
Das Kind muss die gesamte Dosis der verschriebenen Antibiotika einnehmen, auch nachdem die Symptome völlig abgeklungen sind. Erfolgt dies nicht, kann:

  • eine Verschlimmerung der Infektion eintreten
  • oder die Verbreitung der Krankheitserreger erfolgt in andere Bereiche des Körpers.

Erfolgt die Antibiotikaeinnahme nicht vollständig, erhöht sich das Risiko für:

  1. rheumatisches Fieber,
  2. schwere Niereninfektionen.

Diese Komplikationen treten jedoch fast ausschließlich in Entwicklungsländern auf.
Der Arzt kann begleitend zu den Antibiotika nichtsteroidale Entzündungshemmer gegen die Schmerzen verordnen, wie zum Beispiel Gabrilen.

 

Chirurgischer Eingriff

Ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) wird bei Patienten mit rezidivierenden Mandelentzündungen, bei chronischer Tonsillitis (länger als ein Monat) oder bakterieller Tonsillitis, die nicht vergeht (nicht auf antibiotische Behandlung reagiert) vorgenommen.
Eine Tonsillektomie wird auch durchgeführt, wenn die Tonsillitis schwierig zu behandelnde Komplikationen verursacht, zum Beispiel:

  • Obstruktive Schlafapnoe
  • Atembeschwerden
  • Hämorrhagische Tonsillitis
  • Schluckbeschwerden, besonders bei Fleisch und anderen großen Speisebrocken
  • Abszess, der sich trotz antibiotischer Therapie nicht bessert

Die Tonsillektomie erfolgt meist unter stationären Bedingungen und ist mit einem Klinikaufenthalt von fünf bis acht Tagen verbunden. Die Genesungszeit beträgt 7-14 Tage.

Naturheilmittel bei geschwollenen Mandeln

  • Gurgeln mit antiseptischen Substanzen hilft, die Bakterien zu beseitigen.
    Mit Salzwasser zu gurgeln ist nützlich bei:
    – akuter und
    – chronischer Mandelentzündung.
    Diese Therapie mehrmals am Tag zu wiederholen hilft gegen Halsschmerzen beim Schlucken.
    Man kann Spülungen mit einem einem Getränk auf Sodabasis vornehmen (Pepsi oder Coca Cola).
  • Zitrone und Honig – Den Saft einer Zitrone in ein Glas Wasser geben, 4 Teelöffel Honig und eine Prise Salz zugeben. Schluckweise diese Lösung trinken.
  • 2 Esslöffel Bockshornklee in einen Liter Wasser geben und das Gemisch 30 Minuten lang erhitzen. Einige Zeit abkühlen lassen und dann mit dieser Lösung gurgeln.
    Dieses Heilmittel hat eine hohe Wirksamkeit bewiesen.
  • Eine andere Möglichkeit ist der Saft von zentrifugiertem Gemüse. Man kann den Extrakt von Gurke, Rübe und Karotte kombinieren; das Mengenverhältnis sollte bei 300 ml Karottensaft und jeweils 100 ml Rüben- und Gurkensaft liegen. Man kann diese zentrifugierten Säfte je nach Geschmack zubereiten.
  • 12 Gramm Banafsha-Blüten (Duftveilchen) in Ingwertee aufkochen und nachts trinken. Die Tee muss abgeseiht und heiß getrunken werden.

 

Diät und Ernährung bei Tonsillitis

Bei Infektionen wird grundsätzlich dazu geraten, wenig und ausschließlich natürliche Lebensmittel zu essen.
Der Organismus kann sehr schnell wieder genesen, wenn er keine Energien für die Verdauung aufwenden muss.
Laut Naturmedizin:

  • Eine kurzzeitige Fastenkur (1 bis 3 Tage) kann die wirksamste Therapie darstellen.
  • Alternativ dazu kann es bereits ausreichen, sich einige Tage lang von Obst und Gemüse zu ernähren.

Es besteht die allgemeine Überzeugung, dass heiße Hühnerbrühe helfen kann; in Wirklichkeit absorbiert diese Flüssigkeit die Toxine, die in den Muskeln der Tiere enthalten sind.
Ein anderer häufiger Fehler liegt in der Verwendung von Kuhmilch als Medizin; eigentlich kann dieses Getränk die Situation verschlimmern, weil es nicht für den Menschen bestimmt ist.

 

Wie lange dauert eine Mandelentzündung? Wann vergeht sie? Prognose

Die akute Mandelentzündung dauert 4-5 Tage, doch wenn sie chronisch geworden ist, hält sie mindestens 1 Monat an.

 

Symptome der Mandelentzündung und Heilmittel ultima modifica: 2015-10-14T09:31:23+00:00 da daggy