Pleuramesotheliom

Das Pleuramesotheliom bezieht sich auf eine Tumorentwicklung im Mesothel, das ist das Gewebe, das Lungen, Magen, Herz und andere Organe umkleidet. Der Tumor wird hauptsächlich durch längere Exposition mit Asbestfasern verursacht.

Die Entwicklung eines gutartigen oder bösartigen Tumors im Mesothel (Schutzmembran, die verschiedene Körperhöhlen auskleidet) ist eines der charakteristischen Merkmale des Mesothelioms.
Das bösartige Mesotheliom ist eine seltene Neoplasie.

Pleuramesotheliom,pulmonalMenschen, die direkt Asbestfasern ausgesetzt sind, werden in den hohen Risikogruppen eingestuft.

Atmet ein Mensch die feinen Asbestfasern ein, setzen sie sich in den Lungen fest. Haare und Kleidung von Menschen, die direkt in Kontakt mit Asbest stehen, stellen eine Gefahr für andere dar, mit denen sie in Kontakt kommen.
Man hat beobachtet, dass bis zur Entwicklung eines Pleuramesothelioms mit schwerwiegenden Folgen etwa 30-40 Jahre nach der ersten Asbestexposition liegen.

Das Pleuramesotheliom betrifft die Umkleidung, die die Lunge umgibt (Pleura). Es ist der häufigste Mesotheliomtyp und macht über 80% der Fälle aus.

 

Zelltypen des Mesothelioms

Epitheloides Mesotheliom
Das epitheloide Mesotheliom ist der häufigste Zelltyp und umfasst etwa 50-75% der in einem Jahr diagnostizierten Fälle. Alle diese Zellen zeigen eine längliche Form, die im Mikroskop leicht zu unterscheiden ist.
Diese Tumorzellart bildet das Adenokarzinom, das im Vergleich zum Mesotheliom häufiger bei einem Lungentumor auftritt.

Sarkomatöses Mesotheliom
Das sarkomatöse Mesotheliom ist eine weniger häufige Zellart und kommt bei etwa 7-20% der im Jahr diagnostizierten Fälle vor. Diese Zellen entwickeln sich hinter Stützstrukturen wie Muskeln und Knochen.


Biphasisches Mesotheliom
Das biphasische Mesotheliom wird sowohl von Epithelzellkomponenten als auch von sarkomatösen Komponenten gebildet.
Die Behandlungsmöglichkeiten des Mesothelioms variieren nicht wesentlich zwischen den verschiedenen Zelltypen, doch oft ist das sarkomatöse Mesotheliom aufgrund seiner Verbreitung in das umgebende Gewebe am schwierigsten zu behandeln.

 

Ursachen des Pleuramesothelioms

Die Hauptursache für ein Mesotheliom ist die Asbestexposition. Es gibt extrem seltene Fälle, bei denen keine Asbestexposition für den Tumor verantwortlich ist, wo es jedoch möglich ist, dass Menschen indirekt und ohne es zu wissen mit Asbest in Berührung kamen.
Obwohl das Mesotheliom keine häufige Krebsform ist, kommt es bei Menschen mit Asbestexposition nicht so selten vor.

Eine Asbestexposition kann direkt oder indirekt erfolgen.

Die direkte Exposition entsteht, wenn die betreffende Person in direkten Kontakt mit Asbestfasern gerät. Zum Beispiel Arbeiter in einem Asbestbergwerk, Bauarbeiter, Restauratoren, Schiffsbauer, Autoverschrotter und Mechaniker, die mit Bremsen und Kupplungen von Fahrzeugen zu tun haben.


Eine indirekte Asbestexposition liegt vor, wenn Menschen indirekten Kontakt mit Asbest durch Menschen haben, die direkt dem Asbest ausgesetzt sind. Zum Beispiel Familienangehörige und Freunde von Menschen mit direktem Asbestkontakt, die die Asbestfasern über Kleidungsstücke und Haare aufgenommen haben.

Man muss nicht für lange Zeit Asbestfasern ausgesetzt sein, auch eine kurzfristige Exposition könnte ein Mesotheliom verursachen.

Nach Asbestinhalation ist das Mesotheliom die häufigste gesundheitliche Auswirkung. Es können sich aber auch eine Asbestose und ein Lungentumor entwickeln.
Das Mesotheliom ist etwas anderes und darf nicht mit Asbestose und Lungentumor verwechselt werden.
Dieser Tumor ist nicht ansteckend.

 

Was ist ein Pleuramesotheliom?

Das Pleuramesotheliom ist ein Tumor, der die Pleura (Lungenfell, ein dünner Lungenüberzug) betrifft. Es ist der häufigste Mesotheliomtyp und macht über 80% der Fälle aus.

Anzeichen und Symptome des Pleuramesothelioms können sein:

  • Brustschmerzen (von leicht bis hochgradig);
  • Rückenschmerzen;
  • Pleuraerguss;
  • Atemnot;
  • Flüssigkeitsretention im Lungenumfeld;
  • anhaltender Husten (von leicht bis hochgradig);
  • Fieber;
  • Müdigkeit;
  • Gewichtsverlust;
  • Muskelschwäche;
  • konstantes Keuchen beim Atmen;
  • Blutspuren im Auswurf bei Katarrh.

 

Was ist ein peritoneales Mesotheliom?

Das peritoneale Mesotheliom ist ein Tumor, der die Umkleidung des Magens (Bauchfell) betrifft. Es ist nicht sehr häufig und macht 10-20% der Fälle eines Mesothelioms aus.
Das peritoneale Mesotheliom kommt an den Außenwänden des Magens vor. Statistiken zeigen, dass nur 10-20% der Personen mit der Diagnose Mesotheliom von dieser Variante betroffen sind.

Anzeichen und Symptome des peritonealen Mesothelioms können sein:

  • konstante Bauchschmerzen (von leicht bis hochgradig);
  • Retention überschüssiger Flüssigkeiten um den Magen herum;
  • Gewebsknötchen im Bauchraum;
  • Durchfall oder Verstopfung;
  • plötzlicher und unerklärbarer Gewichtsverlust;
  • Übelkeit.

 

Perikardiales Mesotheliom

Das perikardiale Mesotheliom betrifft den Herzbeutel. Es ist die seltenste Form eines Mesothelioms.
Es gibt nur wenige Menschen mit Metotheliom-Diagnose, die unter diesem Tumortyp leiden. Einige Symptome können anhaltender Husten, Thoraxschmerzen, Herzrasen und Atemnot sein.

 

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Die Diagnose eines Mesothelioms ist nicht einfach zu erheben, weil die Symptome anderen häufigen Erkrankungen ähneln, wie Lungenentzündung, Erkältung und jahreszeitliche Allergien.
Nach Erhebung der vollständigen Krankengeschichte des Patienten muss der Arzt andere Untersuchungen anordnen, wenn Verdacht auf ein Mesotheliom besteht.
Die beste Methode zur Erkennung eines Mesothelioms erfolgt durch die instrumentelle Untersuchung, zum Beispiel:

  • Röntgenthorax (Röntgenbild);
  • CT;
  • Magnetresonanztomographie;
  • Positronen-Emissions-Tomografie PET.

Eine andere Möglichkeit zur Bestimmung eines Mesothelioms ist die Untersuchung einer Biopsie. Dies kann durch eine Thorakoskopie oder eine Peritoneoskopie (Laparoskopie) erfolgen.

 

Therapie des Mesothelioms

Die Behandlung hängt von den Ergebnissen der durchgeführten Untersuchungen ab.
Der Arzt zieht Stadium/Lokalisation des Tumors und Alter/Gesundheitszustand des Patienten in Betracht.
Die häufigste Therapie des Mesothelioms ist die Operation, gefolgt von Radio- und Chemotherapie.
Je nach speziellem Fall kann man diese Behandlungsarten miteinander kombinieren.
Eine vollkommene Heilung des Mesothelioms ist nicht möglich; die Therapien sollen die Lebenserwartung des Patienten erhöhen.
Wer unter dieser Erkrankung leidet, sollte das Rauchen einstellen, weil der Rauch von Zigaretten die Situation stark verschlechtern kann.

 

Chirurgischer Eingriff

Chirurgen entfernen ein Mesotheliom, wenn es in einem frühen Stadium diagnostiziert wurde und noch operabel ist.
In einigen Fällen kann diese Operation die Krebserkrankung heilen.
Manchmal ist es nicht möglich, den ganzen Tumor zu entfernen.
In solch einem Fall kann die Operation die Anzeichen und Symptome verringern, die das sich im Körper ausbreitende Mesotheliom verursacht.
Es gibt folgende chirurgische Optionen:

  1. Operation, um Flüssigkeitsansammlungen zu verringern.
    Das Pleuramesotheliom kann Flüssigkeitsansammlung im Brustkorb verursachen und damit Schwierigkeiten bei der Atmung hervorrufen.
    Der Chirurg führt einen Schlauch oder Katheter zur Drainage der Flüssigkeit in den Brustkorb ein. Er kann auch ein Medikament in den Brustkorb einbringen, um ein Wiederkehren der Flüssigkeitsansammlung (Pleurodese) zu verhindern.
  2. Operativer Eingriff, um das die Lunge oder den Bauchraum umgebende Gewebe zu entfernen. Dieses Vorgehen heilt das Mesotheliom nicht, doch können die Anzeichen und Symptome verringert werden.
  3. Chirurgischer Eingriff, um den größten Teil des Krebsgewebes zu entfernen (Debulking oder Zytoreduktion).
    Ist die Entfernung des gesamten Tumors nicht möglich, können Chirurgen den größtmöglichen Teil zu entfernen versuchen. Debulking ermöglicht dem Arzt, eine präzisere Radiotherapie durchzuführen, um Schmerzen zu lindern und die Flüssigkeitsansammlung durch das Mesotheliom zu verringern.
  4. Chirurgischer Eingriff, um eine Lunge und das umgebende Gewebe zu entfernen. Die Entfernung der betroffenen Lunge und des sie umgebenden Gewebes kann die Beschwerden und Symptome des Pleuramesothelioms verringern. Erfolgt nach dieser Operation eine Strahlentherapie des Brustkorbs, kann mit einer höheren Strahlendosis behandelt werden, weil kein Lungengewebe von den schädigenden Nebenwirkungen betroffen werden kann.

 

Chemotherapie
Chemotherapie wird mit chemischen Substanzen durchgeführt, die die Tumorzellen töten. Die systemische Chemotherapie erfasst den gesamten Körper und kann das Wachstum eines nicht operablen Mesothelioms verringern oder verlangsamen.
Eine Chemotherapie kann auch vor der Operation durchgeführt werden (neoadjuvante Chemotherapie), um den Eingriff zu erleichtern, oder nach der Operation (adjuvante Chemotherapie), um die Möglichkeit eines Rezidivs zu verringern.
Pharmaka zur Chemotherapie können bei einem peritonealen Mesotheliom auch angewärmt und direkt in die Bauchhöhle (intraperitoneale Chemotherapie) oder bei einem Pleuramesotheliom in die Thoraxhöhle (intrapleurale Chemotherapie) eingebracht werden.
Bei Anwendung dieser Therapie kann das Mesotheliom direkt erreicht werden, ohne gesunde Zellen in anderen Teilen des Körpers zu schädigen.
Es erlaubt Ärzten die Anwendung hoher Dosen der chemotherapeutischen Pharmaka.

Röntgentherapie
Die Strahlentherapie beinhaltet die Verabreichung hochenergetischer Strahlen wie Röntgenstrahlen auf einen oder mehrere bestimmte Punkte des Körpers.
Die Strahlen können Beschwerden und Symptome bei Menschen mit Pleuramesotheliom verringern.
Manchmal erfolgt eine Strahlentherapie nach Biopsie oder Operation, um eine Ausbreitung des Mesothelioms nach einem chirurgischen Eingriff zu verhindern.

Neue Behandlungswege
Derzeit werden wissenschaftliche Studien über einen Impfstoff gegen durch Asbest verursachte Erkrankungen durchgeführt.
Dieses Medikament besteht auf der Basis von Survivin und könnte zur Blockade des Tumorwachstums dienlich sein.

 

Prognose, Überleben und Lebenserwartung

Das Mesotheliom ist nicht nur ein sehr seltener Tumor, es ist auch der tödlichste Tumor. Es betrifft die seröse Haut, die Lunge, Magen und Herz bekleidet. Die Überlebenszeit nach Diagnosestellung (die gewöhnlich 30-40 Jahre nach einer Asbestexposition erfolgt) beträgt lediglich 12-18 Monate oder weniger ohne Therapie/Medikamente.
Einer der Hauptfaktoren für die Überlebenszeit ist das Stadium, in das die Krankheit fortgeschritten ist.

 

Verlauf und Entwicklung der Krankheit

Eines der typischen Charakteristika des Mesothelioms ist die Latenzzeit (das ist die Zeit zwischen Asbestexposition und Auftreten der Erkrankung), die etwa bei 15 bis 40 Jahren liegt.

  • Stadium I: in der Anfangsphase ist das Mesotheliom auf einer Pleuraschicht lokalisiert und der Tumor könnte sich zum Herzbeutel oder zum Zwerchfell ausgebreitet haben. Studien zeigen, dass 50% der Patienten, bei denen ein Mesotheliom diagnostiziert wurde, mit einer forcierten Therapie weitere fünf Jahre überleben können.
  • Stadium II: in der zweiten Phase ist die Einbeziehung beider Pleurablätter auf nur einer Körperseite zu beobachten. Die Lebenserwartung in diesem Stadium beträgt etwa 2-4 Jahre nach Erhebung der Diagnose.
  • Stadium III: in der dritten Phase verteilt sich der Tumor auf Brustwand, Speiseröhre und die Lymphknoten einer Körperseite. Die Lebenserwartung in dieser Phase beträgt etwa 6-8 Monate.
  • Stadium IV (letztes Stadium): im vierten Stadium (Endstadium) des Mesothelioms erfolgt die Verbreitung auch in andere Körperorgane und es bilden sich Metastasen in Knochen, Leber, Lymphknoten, Gehirn oder anderen Körperbereichen.
    Im vierten Stadium des Mesothelioms liegt die Hoffnung auf ein Überleben bei weniger als 6 Monaten.