Lungenemphysem

Was ist ein Lungenemphysem?

Das Emphysem ist eine chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD), verursacht durch eine irreversible Veränderung der Lungenbläschen.

Beim Einatmen gelangt die Luft über Bronchien und Äste der Luftröhre in die Lungen.

Im Innern der Lungen sind die Bronchien in viele kleinere Atemwege unterteilt, die Bronchiolen genannt werden.
Die Alveolen befinden sich am Ende der Bronchiolen.
Emphysem,Lunge,Rauch,AlveolenDiese Strukturen sind Gruppen kleiner Luftbläschen.
Der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid erfolgt in den kleinen Blutgefäßen, die sich im Innern an den Alveolarwänden befinden.
Beim Atmen füllen sich die Luftbläschen und entleeren sich wieder aufgrund der dort enthaltenen elastischen Fasern.

Das Emphysem ist eine häufige Erkrankung in Gebieten, in denen die Luftverschmutzung ein ernstes Problem ist.

In den frühen Stadien eines chronischen Lungenemphysems entzünden sich die Bronchiolen und das verringert die Menge der Luft in den Alveolen.
Die Elastizität der Alveolarwände nimmt ab.
In einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung erleiden die Kapillaren und Alveolarwände Schäden und das Emphysem kann tödlich werden.

 

Was sind die Ursachen eines Emphysems?


Rauchen
Rauchen ist eine der Hauptursachen für ein Emphysem.
Menschen, die mindestens 20 Zigaretten am Tag rauchen, haben diese Form der Erkrankung in leichter oder schwerwiegenderer Form.
Raucht eine Person, inhaliert sie toxische Substanzen, die in Zigaretten enthalten sind.
Diese chemischen Produkte reichern sich in den Lungeninnenräumen an und beginnen, die feinen haarähnlichen Zilien zu zerstören.
Die Hauptfunktion der Flimmerhärchen besteht darin, Schleimansammlung in den Atemwegen zu verhindern.
Die Zerstörung der Flimmerhärchen verursacht massive Schleimansammlungen, was zu Sekretstau führt.
Folge des Staus ist eine Verengung der Kanäle, wodurch der Luftstrom verringert wird.
Rauchen verursacht auch die Zerstörung des Gewebes im Innern der Lungen.
Passivrauchen ist ebenso schädlich.
Risikofaktoren für einen Lungentumor sind das Alter und Rauchen, also genau die gleichen wie für das Emphysem. Es ist also leicht möglich, dass ein Patient beide Erkrankungen hat.

Zu den weniger häufigen Ursachen zählt das Fehlen eines Proteins: AAT (Alpha-1-Antitrypsin). Dieses Protein ist erforderlich für den Elastizitätserhalt der Atemmuskulatur.

Zu den Ursachen zählen:

  • Belastung durch Schadstoffe (Rauch, Staub usw.),
  • geschwächtes Immunsystem.

Zu den Risikofaktoren gehören chronische Bronchitis und allergisches Asthma.

 


Klassifizierung des Lungenemphysems

  1. Das bullöse Emphysem ist gekennzeichnet durch die Bildung großer Luftblasen in den Lungen, die die Atmung behindern. Zerplatzen die Blasen plötzlich, kann dies einen Pneumothorax (Akutphase) verursachen.
  2. Das zentrilobuläre Emphysem betrifft die proximalen Bronchioli respiratorii (näher an der Luftröhre liegend) insbesondere der oberen Bereiche.
  3. Das panlobuläre Emphysem betrifft den gesamten Lungenlappen und ist schwerer in den unteren Bereichen ausgeprägt, wo ein größerer Blutfluss besteht.
    Es ist vor allem durch einen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AAT) verursacht und verschlimmert sich mit dem Rauchen, durch Injektionen mit Methylphenidat (Ritalin) oder durch das Swyer-James-Syndrom.
  4. Das paraseptale Lungenemphysem betrifft die peripheren Teile des sekundären Lungenlappens und wird gewöhnlich angrenzend an der Pleuraoberfläche gefunden.
    Es wird durch Rauchen verursacht und kann Blasen unterhalb der Pleura bilden sowie einen Spontanpneumothorax verursachen.
  5. Das interstitielle Lungenemphysem entsteht, wenn sich Luft im Zwischenraum der Lobuli und unter der Pleura ansammelt.
  6. Das akutes Lungenemphysem ist durch erweiterte Alveolarwände aufgrund von Asthma-Attacken bei Asthma gekennzeichnet.
  7. Das Altersemphysem ist bei älteren Menschen vorzufinden, deren Alveolarwände weniger elastisch sind.
  8. Das kompensatorische Lungenemphysem betrifft die gesunde Lunge oder den Lungenlappen, der das erkrankte Organsegment zu ersetzen sucht.

 

Symptome des Lungenödems

  1. Kurzatmigkeit. Die Kurzatmigkeit ist das häufigste Symptom.
    Im Gegensatz zu anderen Atemwegserkrankungen besteht beim Emphysem das Problem nicht beim Einatmen, sondern beim Ausatmen.
    In der Anfangsphase bestehen die Schwierigkeiten unter körperlicher Belastung, doch wenn die Erkrankung fortschreitet, treten die Symptome auch in Ruhe auf.
  2. Erhöhte Atemfrequenz (Tachypnoe). Die Patienten atmen oft schnell.
    Unter normalen Umständen atmet ein Mensch 12 bis 20 Mal in der Minute, doch bei Patienten mit einem Emphysem sind die Atembewegungen viel häufiger.
  3. Husten. Chronischer und anhaltender Husten, der über lange Zeit anhält, ist ein weiteres Symptom. Er kann von Auswurf begleitet sein (produktiver Husten mit Katarrh).
    Es kann zu vermehrter Schleimbildung kommen.
  4. Blaue Haut oder Zyanose ist ein vorübergehendes Symptom, das bei einer Emphysemerkrankung zu sehen ist.
    Es tritt vor allem nach anstrengender Tätigkeit auf und vergeht im Ruhezustand wieder.
    Dies geschieht aufgrund der schlechten Sauerstoffversorgung verschiedener Körperteile.
  5. Der Fassthorax ist eine krankhafte Veränderung, bei der der Brustkorb größer und runder wird, ähnlich wie ein Fass.
    Dies wird vor allem bei fortgeschrittenem Emphysem beobachtet, bei dem eine große Menge Luft in den Alveolen eingeschlossen bleibt und die Atmung erschwert.
  6. Manche Patienten verspüren auch Brustschmerzen.
  7. Aufgrund der Atemnot werden manche Tätigkeiten schwierig, zum Beispiel auch das Essen.
  8. Im letzten Stadium der Erkrankung beobachtet man Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.

Diese Symptome treten erst auf, wenn 30% bis 50% des Lungengewebes geschädigt sind.

 

Diagnose des Lungenemphysems

Der Arzt muss die Krankengeschichte analysieren, eine körperliche Untersuchung durchführen und danach eine bildgebende Untersuchung anordnen, wie:

  1. Atemfunktionstest,
  2. Röntgenbild (Röntgenthorax),
  3. CT,
  4. Spirometrie,
  5. Atemgasanalyse,
  6. genetische Tests, um einen möglichen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel festzustellen,
  7. Blutuntersuchungen.

Der Arzt hört beim Abhorchen der Lungen eine verlängerte Ausatmungsphase und pfeifende Geräusche, die denen bei Asthmapatienten ähneln.

 

Lungenemphysem,Phasen,Stadium,Alveole,RauchenDie Phasen des Emphysems

Erstes Stadium
In dieser Phase zeigen die Atemtests normale Ergebnisse.
Die betreffende Person kann unter leichtgradigen Symptomen wie produktivem Husten (Katarrh) oder leichtem Husten leiden.

Zweites Stadium
Diese Phase ist durch eine leichte Einschränkung des Luftflusses gekennzeichnet.
Die Symptome sind die gleichen, wie in der ersten Phase (Husten und Auswurf), sie sind jedoch häufiger.

Drittes Stadium
Die dritte Phase zeigt eine deutliche Verschlechterung der Luftströmung, die in der zweiten Phase bereits auftritt.
Auswurf und Husten sind stark verschlimmert.
Der Betroffene verspürt Kurzatmigkeit bei körperlichen Betätigungen wie Gehen und schwerer Arbeit.

Viertes Stadium
Das ist die Endphase des Emphysems.
Der Patient hat große Atemschwierigkeiten.
Auch ein einfacher Spaziergang kann den Betreffenden außer Atem bringen.
In dieser Phase leidet der Patient unter Atem- oder Herzinsuffizienz.
Da sich bei einem Menschen, der an einer chronischen Bronchitis leidet, die Lungenelastizität vermindert, treten beide Pathologien oftmals gemeinsam auf.
In diesem Fall hat der Patient noch­­­ andere Symptome, zum Beispiel Fieber und diffuse Schmerzen.

Diese Atemstörung betrifft vor allem ältere Männer.
Die Erkrankung erscheint nicht plötzlich, sondern ist das Ergebnis einer langen Raucherzeit.

Die Anzeichen und Symptome (Kurzatmigkeit oder Schnaufen) können auch erst auftreten, nachdem lange gesprochen oder gelacht wurde.
Manchmal fühlen sich Patienten auch nach dem Essen kurzatmig.
Besteht die Krankheit über längere Zeit fort, kann das Herz überlastet werden. Die Folgen sind dann Herzkrankheiten.

 

Behandlung des Lungenemphysems

Mit dem Rauchen aufhören
Das ist die einzige Möglichkeit, um eine Verschlimmerung zu vermeiden, zumal eine völlige Heilung nicht möglich ist.

Arzneimittel
Der Behandlungsplan beinhaltet auch die Einnahme bestimmter Medikamente zur Verringerung der Symptome.
Bronchienerweiternde Mittel helfen bei der Behandlung von Atemnot und Husten.
Darüber hinaus gibt es einige Kortikosteroide zur Inhalation, wenn Patienten unter Asthma oder Bronchitis leiden.
Gastroösophagealer Reflux (GÖR) kann die Symptome verschlimmern.
Um mit dieser Erkrankung umzugehen, müssen die Patienten bestimmte Medikamente einnehmen und ihren Lebensstil ändern.
Atemwegsinfektionen wie Influenza, Bronchitis und Lungenentzündung kommen häufiger bei Patienten mit dieser Erkrankung vor. Daher können einige Antibiotika gegen diese Infektionen eingesetzt werden.
Dies ist eine irreversible Atemwegserkrankung und kann daher nicht geheilt werden. Trotzdem können Medikamente hilfreich sein, um die Entzündung zu behandeln und die Symptome zu lindern.

Sauerstofftherapie
Patienten mit Atemschwierigkeiten können durch eine zu Hause durchgeführte Sauerstofftherapie Erleichterung erhalten.
In manchen Fällen muss diese 24 Stunden am Tag erfolgen.

Rehabilitationsprogramm
Das ist ein intensives Programm, das Beratung, Ernährungshinweise und Erlernung von Atemtechniken der Patienten umfasst.
Auf diese Weise werden die Atemschwierigkeiten gemindert und die Lebensqualität verbessert.

Impfung
Manche Ärzte raten zu einer jährlichen Grippeschutzimpfung und zu einer Impfung gegen Lungenentzündung, die fünf Jahre Schutz bietet.

Chirurgischer Eingriff
Kann die herkömmliche Therapie keine Besserung der Erkrankung erreichen, kann den Patienten zu einer Operation geraten werden.
Es gibt verschiedene Arten einer Operation. Gibt es gesunde Bereiche der Lunge, dann kann der Chirurg Ventile in den Bronchien installieren, um emphysematöse Lungenbereiche auszuschließen.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, das erkrankte Lungengewebe zu entfernen, um dem Organ zu helfen, effektiver zu arbeiten.
In sehr schweren Fällen kann eine Lungentransplantation die einzig mögliche Alternative sein.

 

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Atemübungen
Es gibt Übungen zur Rehabilitation der Atmung, die darin bestehen, Beine oder Arme anzuheben, um die Sauerstoffversorgung der Körpergewebe zu fördern.
Empfohlen sind Atemübungen mit einer Glasflasche, in der sich eine kleine Menge Wasser befindet.

Ernährung
Sehr schwere Mahlzeiten sollten vermieden werden. Lieber wenig und dafür öfter etwas essen, mindestens 5-mal am Tag.
Die bevorzugten Lebensmittel sollten leicht verdaulich sein, vor allem Früchte und Gemüse. Fleisch, Käse und Schokoladenkuchen sollten besser vermieden werden.
Eine Diät zur Gewichtsabnahme ist nicht erforderlich, da mit fortschreitender Erkrankung der Gewichtsverlust ein negativer Faktor für die Prognose ist.

Ferien
Ein Aufenthalt am Meer ist besser als in den Bergen, denn hier gibt es eine höhere Sauerstoffkonzentration in der Luft.
Ein weiteres Risiko in den Bergen ist das Lungenödem (Wasseransammlung in den Lungen), das bei schnellem Aufstieg in größere Höhen entstehen kann.
Flugreisen sind nicht kontraindiziert, weil dort der Luftdruck geregelt ist.

 

Wie lange lebt man? Lebenserwartung und Prognose

Voraussagen über die Lebenserwartung und eine Überlebensrate sind schwierig zu treffen.
Der Goldstandard ist die Messung mittels eines Spirometers, um den Wert des FEV1 (forciertes exspiratorisches Volumen in einer Sekunde) festzustellen.
Das ist der Prozentsatz an Luft, die in einer Sekunde ausgeatmet werden kann. Der Messwert hilft, die Lebenserwartung des Patienten abzuschätzen. Für einen gesunden Menschen zeigt das Spirometer Werte von 80-100%.

Lebenserwartung gemäß der Stadien

  1. Ein Mensch mit einem Emphysem befindet sich in der ersten Phase, wenn die Spirometrie einen FEV1-Wert von über 80% des Normalen anzeigt.
    Mehr als 8 von 10 Menschen überleben mindestens 4 Jahre.
  2. Ein Emphysem befindet sich in der zweiten Phase, wenn sich der FEV1-Faktor zwischen 50% und 80% des Normalen befindet. Eine Überlebensrate von 4 Jahren haben 6-7 Patienten.
  3. In der dritten Phase beträgt der FEV1-Wert 35% bis 50%. Nur die Hälfte der Patienten können etwa 4 Jahre überleben.
  4. Das vierte (oder letzte) Stadium des Emphysems ist von einem FEV1-Wert von unter 35% gekennzeichnet.
    Es handelt sich um schwer erkrankte Patienten, bei denen der Tod nach kurzer Zeit eintritt.
    Die Patienten leiden unter einem unfreiwilligen Gewichtsverlust und können kaum gehen.

Dieses Schema ist ein Anhaltspunkt für eine Prognose, aber die Überlebensrate ist nicht immer zutreffend.
Manchmal ist die Überlebenszeit kürzer oder die Patienten leben viele Jahre weiter.
Wichtig ist, dabei auch andere Faktoren mit einzubeziehen.
Der BODE-Index (Körpergewichtsindex, körperliche Leistungsfähigkeit, Dyspnoe und Obstruktion) ist ein Instrument, das verschiedene Werte berücksichtigt, darunter:

  1. Körpergewicht des Patienten (ist es niedrig, besteht Gefahr),
  2. Fähigkeit, über eine bestimmte Zeitspanne zu gehen,
  3. Messung der Atemnot unter Belastung.