Armschmerzen

Armschmerzen bezeichnen jede Art von Schmerzen oder Beschwerden, die zwischen Schulter und Handgelenk auftreten. Die Arme bestehen aus Knochen, Gelenken, Muskeln, Sehnen, Bändern, Nerven und Blutgefäßen.

All diese Strukturen können Verletzungen, Infektionen oder andere Erkrankungen erleiden, die wohlmöglich Schmerzen verursachen.
Armschmerzen können konstant oder unregelmäßig auftreten, den gesamten Arm oder nur eine bestimmte Region betreffen.

Der Schmerz kann ziehend, stechend oder wie ein Kribbeln  auftreten.
Schmerzempfindungen, wie Ameisenlaufen, Kribbeln oder Brennen werden als Parästhesien bezeichnet.
Armschmerzen können einfach nur als unangenehm und störend wahrgenommen werden, oder sie können dermaßen entkräftend wirken, dass der Arm nicht mehr angehoben werden kann.
Es gibt viele mögliche Ursache für Armschmerzen, von traumatischen Verletzungen bis hin zu Nervenschädigungen.
Die Symptome können auch in einem anderen Körperteil, beispielsweise in der Nackengegend entstehen; in diesem Fall spricht man von übertragenen Schmerzen.

Auch bei einem Herzinfarkt können Schmerzen im Arm verspürt werden.
Schmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen, sind ein kennzeichnendes Symptom für einen Herzanfall; sie können zusammen mit einem Gefühl der Brustenge, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüchen, Pulsunregelmäßigkeiten und Atemnot auftreten.

 

Ursachen für Schmerzen im linken Arm

1. Herzinfarkt
Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) tritt ein, wenn die Herzmuskeln aufgrund von Durchblutungsstörungen unzureichend mit Sauerstoff versorgt werden. Die Folge ist das Absterben von Herzmuskelzellen.
Der Herzanfall kann durch ein Blutgerinnsel in einem der Herzkranzgefäße (Koronargefäße) oder einen Krampf (Verengung) dieser Gefäße verursacht werden. Eine Herzattacke kann bei intensiver Belastung oder in einer Ruhephase auftreten; auch Emotionen können ein Auslöser sein.
Zu den Symptomen eines Herzinfarkts gehören: Schmerzen in der Brust, die in den linken Arm, Schulterblatt, Unterkiefer und Hals ausstrahlen können.
Typisch bei Schmerzen im Brustkorb ist ein starkes Druckgefühl hinter dem Brustbein.
Außerdem können Schweißausbrüche, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen auftreten. In einigen Fällen sind diese Symptome nicht vorhanden, man spricht hier von einem stummen Infarkt; mir sind vor allem Diabetiker begegnet, die keine Symptome verspürt haben.
Ein Herzinfarkt muss unverzüglich behandelt werden, weil er zum Verhängnis werden kann. Die Therapie umfasst die Einnahme von speziellen Medikamenten zur Auflösung der Blutgerinnsel und Verbesserung der Herzfunktionen. Zuweilen ist eine Operation notwendig, um die verengten oder verschlossenen Blutgefäße des Herzens zu erweitern (Angioplastie) oder um einen Bypass zu legen, das heißt der versperrte Gefäßabschnitt wird umgangen.

2. Angina pectoris
Angina  pectoris ist ein Symptom, das durch die Herzkranzgefäße verursacht wird. Es wird häufig als Engegefühl oder Druckschmerz im Brustkorb bezeichnet.
Der Schmerz tritt im Brustbereich auf, kann aber in Bauch (was häufig mit einer Magenverstimmung verwechselt wird), Schultern und linkes Schulterblatt, linken Arm, Nacken und Unterkiefer ausstrahlen.
Die Behandlung einer Angina pectoris sieht eine Kombination aus Medikamenten (Nitrate, Betablocker, Ranolazin und Kalziumantagonisten) und eine Änderung der Lebensgewohnheiten vor, um die Durchblutung des Herzens zu verbessern.
Zur Verbesserung des Lebensstils gehören eine gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivitäten, weniger Stress, Verzicht auf das Rauchen.
In einigen Fällen ist eine Angioplastie oder Bypass-Operation notwendig.

3. Stress oder Panikattacke
Übermäßiger Stress kann eine Panikattacke auslösen, deren Symptomatik der eines Herzinfarkts ähnelt. Zu den Symptomen gehören: Schweißausbrüche, Herzrasen, Engegefühl in der Brust und Schmerzen im linken Arm.
Die Therapie bei Panikattacken und extremem Stress sieht folgende Maßnahmen zur Stressbewältigung vor:

  • Vermeidung von unnötigem Stress,
  • gesunder Lebensstil,
  • regelmäßige sportliche Aktivitäten, kein Leistungssport.

Die häufigsten Ursachen für Schmerzen im rechten oder linken Arm

Muskelriss oder Zerrung
Wenn die Schmerzen infolge einer sportlichen oder beruflichen Belastung auftreten, handelt es sich vermutlich nur um eine Muskelzerrung.
Das bedeutet, dass die Gewebestrukturen des Arms übermäßig gedehnt, aber nicht dauerhaft geschädigt sind.
Der Arm sollte geschont werden; außerdem werden Schmerzmittel und Eisbeutel eingesetzt.
Halten die Schmerzen länger als zwei Tage an, sollte ein Arzt kontaktiert werden; eine Ultraschalluntersuchung zeigt den Zustand des Muskels an.
Liegt eine Muskelverletzung vor, kann ein Physiotherapeut die Resorbierung des Blutergusses und Schließung des Muskelrisses hilfreich unterstützen.

Trauma
Bei einem Unfall kann ein Knochenbruch oder eine Prellung des Arms entstehen.
In Zusammenhang mit einem gebrochenen oder verrenkten Knochen sind Schmerzen und Blutung eine absolute Priorität, die einen sofortigen Arztbesuch erforderlich macht.

Mastektomie
Frauen, deren Brust/Brüste wegen Brustkrebs entfernt wurden, verspüren nach dem Eingriff normalerweise Schmerzen im Arm.
Die Armbewegung ist durch die Narbenverwachsung und durch die Steifigkeit zur Schmerzabwehr eingeschränkt.

Verletzungen des Plexus brachialis
Wenn bei einer Sportverletzung oder bei einem leichten Unfall das Armnervengeflecht (Plexus brachialis) direkt getroffen wird, ist der Arm vorübergehend gebrauchsunfähig und schmerzt.
Der Plexus brachialis ist ein Nervengeflecht, das das Rückenmark mit dem Arm verbindet; eine Schädigung dieses Nervengeflechts führt zu Zeichen und Symptomen, die denen einer Lähmung ähneln.
Weitere, bekannte Erscheinungsbilder sind ein “elektrisierendes” Gefühl, Schmerzen und Unvermögen, den betroffenen Arm zu bewegen.

Tendinitis
Eine übermäßige Beanspruchung der Schulter kann eine Entzündung und viele Mikroverletzungen der Sehne, die Muskeln und Knochen verbindet, verursachen.
Dadurch entstehen Schmerzen von der Schulter bis in den Arm und – in seltenen Fällen – Schwellung.
Ausgelöst wird eine Tendinitis im Arm durch schwere körperliche Arbeiten, Sportarten wie Schwimmen, Tennis und Volleyball.
Wird viel mit der PC-Mouse gearbeitet und dabei eine Fehlhaltung eingenommen, kann Gefühllosigkeit am Handgelenk, Ellbogen und Arm auftreten.

Die Tendinitis der langen Bizepssehne ist an der Vorderseite des Arms spürbar, die Tendinitis der Supraspinatussehne dagegen an der Außenseite.
Die beste Therapie besteht in Schonung und Physiotherapie; auf diese Weise kann die Entzündung abklingen und die Mikroverletzungen der Sehnen heilen.
Kortisoninfiltrationen sind in diesem Fall nicht sinnvoll, weil sie die Sehne schwächen und Läsionen begünstigen können.

Muskelverspannungen

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Schwere Arbeiten und Bodybuilding können zu einer Verspannung der Armmuskeln führen, besonders des Oberarmbizeps.
Werden zu viele Übungseinheiten durchgeführt, kann das zu einer Ansammlung von Milchsäure führen, die im Laufe von zwei Tagen von selbst wieder verschwindet.
Die Schmerzen treten nur bei Bewegung und Muskeldehnung auf.
Die Behandlung besteht in sanften und leichten Bewegungen, aber wenn die Schmerzen länger als eine Woche anhalten, ist eine Massagetherapie nötig.

Engpasssyndrom der oberen Thoraxapertur
Es wird durch die Kompression der Arterien im Raum zwischen erster Rippe und Schulter (obere Thoraxapertur) hervorgerufen. Zeichen und Symptome sind Schmerzen im Arm, Kribbeln und Farbveränderung der Hand.

Periphere Neuropathie
Hier sind die Nerven des Arms geschädigt, als Folge treten Schmerzen in der betroffenen Region auf.
Periphere Neuropathien werden verursacht durch: Diabetes, eine Ansammlung von Toxinen im Körper, Infektionen, Traumata oder Stoffwechselstörungen. Weitere Symptome sind Taubheitsgefühl und Schmerzen in den betroffenen Gliedmaßen.

Sodbrennen
Personen, die an der Refluxkrankheit oder an Sodbrennen leiden, können Druck oder Schmerzen in der Brust verspüren, die zuweilen bis in den Arm ausstrahlen.

 

Eingeklemmter Nerv
Es kann vorkommen, dass die Rückenmarksnerven aufgrund von Verschleißerscheinungen an Gelenken und Knochen der Wirbelsäule eingeklemmt werden, das ist besonders bei älteren Menschen der Fall. Dadurch können Schmerzen entstehen, die vom Nacken bis in den Arm ausstrahlen (Zervikobrachialgie), zuweilen macht sich auch ein Kribbeln bemerkbar.
Diese Form von Verschleißerscheinung wird als Spinalstenose oder zervikale Spondylose bezeichnet.
Armschmerzen, die durch zervikale Arthrose entstehen, sind individuell sehr verschieden; ganz normal ist es, dass es gute und schlechte Tage gibt.

In den meisten Fällen lassen sich die Symptome mit Bewegungsübungen und rezeptfreien, entzündungshemmenden Medikamenten (Ibuprofen oder Paracetamol) lindern. Lesen Sie dazu weitere Informationen zur Behandlung der zervikalen Spondylose.

Schlechte Durchblutung
Eine schlechte Durchblutung verursacht häufig Schmerzen im linken Arm. Der linke Arm ist wegen der Fließrichtung des Blutes im Körper häufiger betroffen als der rechte, aber bei Kreislaufbeschwerden ist der gesamte Körper betroffen.  Wenn Finger oder Gliedmaße häufig einschlafen oder kalt sind, ist dies ein Anzeichen dafür, dass die Durchblutung nicht optimal erfolgt. Das kann sich auch als dumpfer Schmerz oder Druckgefühl in den Extremitäten äußern, besonders wenn man längere Zeit in derselben Position verharrt.

Medikamente
Manche Medikamente können die Durchblutung mindern, auf diese Weise können mit der Zeit Schmerzen im linken Arm auftreten.
Wenn ein neues Medikament eingenommen wird und einige der oben genannten Nebeneffekte auftreten, sollte der Beipackzettel gründlich studiert werden.
Es ist möglich, dass eine Nebenwirkung des Arzneimittels für die Schmerzen im Arm verantwortlich ist.
Das sollte mit dem Arzt besprochen werden.

Belastungen
Intensive Belastungen können unangenehme Armschmerzen hervorrufen.
Eine übermäßige Beanspruchung des Arms oder schwere körperliche Aktivitäten, wie das Stämmen von Gewichten im Fitnessstudio oder Training an zwei oder mehr Tagen in Folge, können die Ursache für Armschmerzen sein.
Bei intensiven oder sehr starken Schmerzen können die Muskeln oder Gelenke im Arm verletzt sein. Sinnvoll ist es zu überlegen, welche Aktivitäten in letzter Zeit ausgeführt wurden, um die Hauptursache für die Schmerzen zu ergründen.

Schlechte Körperhaltung
Eine schlechte Haltung oder ungünstige Schlafposition kann mit der Zeit Schmerzen im linken Arm hervorrufen. Schläft der linke Arm häufig ein und ist ein Kribbeln zu spüren, kann ein Nerv bedrängt oder komprimiert sein.
Wenn man lange eine unbequeme Position einnimmt oder eine Körperseite deutlich mehr beansprucht als die andere, können diese Beschwerden auftreten.

Impfung
Eine in den Arm verabreichte Impfung kann Bewegungs- und Druckschmerzen verursachen.
Diese verschwinden nach 1 bis 2 Tagen von selbst; das Massieren der betreffenden Stelle beschleunigt die Heilung.

Maßnahmen gegen die Schmerzen im linken Arm
Schmerzen im linken Arm sind mitunter sehr unangenehm.
Nachfolgend einige Maßnahmen, die Abhilfe schaffen können.
Hausmittel
Wenn die Armschmerzen durch eine übermäßige Beanspruchung hervorgerufen werden, lassen sie sich leicht mit Hausmitteln behandeln. Zu diesem Zweck sollten alle Tätigkeiten vermieden werden, die den linken Arm belasten. Um die Abschwellung zu begünstigen, Kältepackungen oder Druckverband an der schmerzenden Stelle anlegen und den Arm hochlagern.

Arztbesuch
Wenn die Schmerzen im Arm durch starke Rötung oder Schwellung begleitet werden, die Schmerzen einige Tage ohne Zeichen der Besserung andauern, Blutung oder plötzliche Schmerzen  auftreten, ist ein Arztbesuch wichtig. Wenn im Moment der Verletzung ein Reißen oder anderes Geräusch aufgetreten ist oder das Bewegen des Arms Schwierigkeiten bereitet, muss so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden.

Psychosomatisch
Angstzustände können nachteilige Auswirkungen mit sich bringen, dazu gehört das Empfinden von Schmerzen, die gar nicht vorhanden sind, weil sie im Kopf entstehen.
Man sollte sich fragen, ob die Schmerzen begonnen oder sich intensiviert haben, nachdem man einen Artikel über Infarktschmerzen gelesen hat.
Vielen Personen fällt auf, dass die Schmerzen häufiger aufgetreten sind, nachdem sie erfahren haben, dass Herzanfälle ein Ausstrahlen der Schmerzen in den linken Arm und in die Brust hervorrufen.
Bei starken Stresssituationen, wie große finanzielle Schwierigkeiten oder familiäre Probleme, können die Schmerzen auch in beiden Armen verspürt werden.
Die Bestätigung für diese Schmerzursache ist gegeben, wenn die Beschwerden durch die Einnahme von Antidepressiva verschwinden.

Behandlung von psychosomatischen Armschmerzen
Wer unter psychosomatischen Armschmerzen leidet, braucht sich keine großen Sorgen zu machen.
Angstzustände können keine langfristigen Schäden am Arm verursachen; wenn die psychische Situation wieder ausgeglichen ist, verschwinden die Schmerzen von selbst. Die drei  Behandlungsmaßnahmen umfassen:

  • Bewegung und Massage des Arms.
  • Durch Entspannung vom Schmerz ablenken, zum Beispiel beim Yoga.
  • Schmerzmittel einnehmen.

Das sind kurzfristige Maßnahmen, man muss die Ernsthaftigkeit der Armschmerzen mindern und die Lebensqualität verbessern.
Es muss ein Weg gefunden werden, die Angstzustände zu kurieren.

Schmerzen in der Achselhöhle
Schmerzen in der Achselhöhle können durch das Anschwellen der Lymphknoten oder durch dort verlaufende Nerven und Muskeln hervorgerufen werden.
Eine Zwischenrippenneuralgie im oberen Rückenbereich kann bis vorn zur Brust ziehen und dabei die Achselhöhle passieren.

Die Lymphknoten können im Falle eines Tumors Schmerzen verursachen, aber sie sind auch oft wegen einer Infektion geschwollen und schmerzhaft; hier sollte zunächst die Ursache erforscht werden, bevor unnötige Besorgnis entsteht.

 

 

Natürliche Hausmittel gegen Armschmerzen

  • Schonung. Wenn die betroffene Region ruhig gestellt wird, kann der Körper die Schäden reparieren, die Schmerzen im Arm hervorrufen.
  • Kälte. Eispackungen sind hilfreich, um die die Beschwerden verursachende Schwellung zu lindern. Für eine optimale Wirkung sollte der Eisbeutel jeweils für 10 bis 20 Minuten mindestens dreimal täglich aufgelegt werden. Nach 72 Stunden abwechselnd mit Kälte und Wärme behandeln und sanfte Gymnastikübungen durchführen, um die Beweglichkeit zu fördern.
  • Kompression. Ein Verband am schmerzenden Arm kann die Schwellung lindern.
    Das Kinesio-Taping ist dafür ideal, weil es nicht die Nachteile eines zu eng gebundenen Verbandes mit sich bringt.
  • Hochlage. Die Hochlagerung der schmerzenden Gliedmaße kann das Abschwellen begünstigen. Die beste Wirkung kann erzielt werden, wenn der Arm im Liegen oberhalb des Herzens gelagert wird.
  • Massage. Eine Massage des schmerzenden Arms regt die Blutzirkulation an und lindert in der Regel die Schmerzen. Die Massage abbrechen, wenn sie als schmerzhaft empfunden wird.
  • Rauch-Stop. Rauchen mindert die Blutversorgung im ganzen Körper und verlangsamt somit den Heilungsprozess. Bis der Arm vollständig ausgeheilt ist, sollte auf das Rauchen verzichtet werden.
  • Uhren und Schmuck ablegen. Wenn der Arm verletzt ist, kann das Tragen von Armbanduhren und Schmuck gefährlich werden; wenn der Arm erst einmal anschwillt, kann das Abnehmen Probleme bereiten und sie können die Blutzirkulation in anderen Körperbereichen behindern.