Plattfuß

Ein Plattfuß besteht, wenn sich die Fußsohle abflacht. Diese Fehlstellung kommt ziemlich häufig vor.

Diese Fehlstellung ist das Gegenteil zum Hohlfuß, bei dem eine verstärkte Fußwölbung vorliegt: Der Fuß hinterlässt daher im Boden einen anormalen Abdruck, bei dem man nur die Ferse und den Vorfuß sieht.
Plattfüße entstehen, wenn sich das Fußgewölbe während der Kindheit nicht entwickelt.

In anderen Fällen entstehen Plattfüße nach Verletzungen oder aufgrund von Verschleiß und im Alter.
Gewöhnlich tritt diese Störung beidseitig auf, doch oft ist ein Fuß platter als der andere.

 

Klassifikation

Es gibt 4 mögliche Grade, in die Plattfüße eingeordnet werden.

  1. Grad, der Fußabdruck am Boden zeigt den mittleren und äußeren Teil, die innere Seite liegt leicht auf.
  2. Grad, der Abdruck zeigt ein diskretes, aber nicht vollständiges Aufliegen der Innenseite.
  3. Grad, die Innenseite berührt vollständig den Boden.
  4. Grad, das ist die stärkste Form, bei der der Fuß vor allem an der Innenseite aufliegt.

 

Ursachen des Plattfußes

Kinder
Neugeborene haben eine weniger starre Fußsohle.
Oft haben Kinder einen Plattfuß, der Vorfuß proniert (dreht nach innen) und die Ferse „weist nach außen“ (Valgismus).
Der kindliche Plattfuß besteht aufgrund des lockeren Weichgewebes, das heißt, die Bänder sind zu lang und können die Knochen nicht stabilisieren.
Diese Art der Fehlbildung ist reversibel und kann mit orthopädischen Einlagen und Physiokinesitherapie behandelt werden.
Die meisten Kinder entwickeln innerhalb von 10 Jahren ein normales Fußgewölbe.
Die anormale Entwicklung des Fußes wird verursacht durch:

  • neurologische Probleme (infantile Zerebralparese, Kinderlähmung),
  • Anomalie der Knochen oder Bänder (Fusion der Fußwurzelknochen, akzessorischer Fußwurzelknochen).

Ein kleiner Prozentsatz „gutartiger“ Plattfüße korrigiert sich nicht mit dem Wachstum.

Erwachsene
Physiologischer Plattfuß:
Eine anormale Entwicklung des Fußgewölbes wird durch eine Bänderschwäche hervorgerufen.
Etwa 20% der Erwachsenen haben Plattfüße. Die meisten haben einen flexiblen Plattfuß ohne Symptome.
Ursachen für Plattfüße sind:

  • Dysfunktion oder Spasmus des hinteren Schienbeinmuskels (häufige Ursache),
  • Pfannenbandriss (selten),
  • Muskel- oder Sehnenriss des vorderen Schienbeinmuskels (selten),
  • neuropathischer Fuß (Diabetes, Polio oder andere Neuropathien),
  • Degeneration der Fußgelenke und der Knöchel,
  • entzündliche Arthropathie (rheumatoide Arthritis),
  • Arthrose,
  • Fraktur,
  • Knochenanomalien: Rotationsfehlstellung, Schienbeindeformitäten, Fusion der Fußwurzelknochen, Klumpfuß.

Andere Faktoren

  • Schuhwerk: Schuhe, die die Bewegung der Fußzehen einschränken, hohe Absätze. Barfußgehen auf der Wiese, im Sand oder auf Kies kann nützlich sein.
  • Die Kontraktur eines Wadenmuskels zerrt die Achillessehne. Das kann zu Plattfüßen führen oder Schmerz verursachen.
  • Übergewicht.
  • Marfan-Syndrom.
  • Ehlers-Danlos-Syndrom.
  • Down-Syndrom.
  • In manchen Fällen kann er erblich sein.

Andere Faktoren, die zu einer Pronation des Fußes oder der Hüfte führen, sind zum Beispiel Schwäche der Abduktoren und das Valgusknie (X-Beine).

 

Symptome des Plattfußes

Je nach Ursache, die den Plattfuß verursacht, kann der Patient verschiedene Symptome verspüren, wie:

  • Schmerzen im Innern des Fußes und im Sprunggelenk (entlang der Sehne des hinteren Wadenmuskels),
  • Knöchelschwellungen,
  • Schmerzzunahme bei Bewegung und beim Laufen,
  • Schwierigkeiten beim Gehen oder Stehen über längere Zeit.

Das Fersenbein kann sich verlagern und auf das Wadenbein (äußerer Knochen des Sprunggelenks) drücken. Das verursacht Schmerzen an der Außenseite des Knöchels. Eine Arthritis in der Ferse verursacht dieselbe Art von Schmerzen.
Patienten mit vorausgegangenen Verletzungen oder einer Arthritis des Fußes können schmerzhafte Knochenvorsprünge haben. Der knöcherne Sporn kann sehr groß sein und die Nerven reizen. Gereizte Nerven verursachen ein Taubheitsgefühl und Kribbeln in den oberen Bereichen des Fußes und in den Zehen.
Schmerzen zeigen sich in den folgenden Bereichen:

  • Knöchel,
  • gesamter Fuß,
  • Fußgewölbe,
  • Wade,
  • Knie,
  • Hüfte,
  • Unterschenkelbereich.

 

Plattfuß
Plattfuß

Wie erkennt man Plattfüße? Diagnose

Der dafür in Frage kommende Arzt ist der Orthopäde.
Tests zur Untersuchung des Patienten auf Plattfüße:

  1. Fußsohlen befeuchten.
  2. Auf einem Material stehen, auf dem ein Abdruck hinterlassen werden kann (Zement, Sand).
  3. Den Abdruck anschauen. Ist der Fußabdruck in seiner ganzen Form zu sehen, handelt es sich um Plattfüße.

Viele Kleinkinder haben Plattfüße.
Stellt sich das Kind auf die Füße, scheinen diese platt zu sein.
Doch wenn sich das Kind auf die Zehenspitzen stellt, sieht man eine leichte Wölbung.
Diese Fußfehlstellung wird funktionelle oder flexible Plattfußform genannt.
Oftmals löst sich das Problem beim Heranwachsen von selbst.
In der Röntgenaufnahme kann man den Plattfuß beurteilen, indem man den Costa-Bertani-Winkel misst. Dieser Winkel wird von zwei Geraden gebildet:

  1. Man verbindet die Unterseite des Hallux mit der Spitze des unteren/vorderen Sprungbeins;
  2. Vom Sprungbein zum untersten und vordersten Punkt der Ferse.

Der normale Winkel beträgt 125°. Ist er größer, bedeutet das, dass es sich um einen Plattfuß handelt.

 

Komplikationen und Konsequenzen

Physiologischer Plattfuß
Fachleute meinen, dass der physiologische Plattfuß dem Fuß keine Probleme bereitet. Trotzdem meinen manche Ärzte, dass eine ausgeprägte Pronation des Fußes (oft zusammen mit dem Plattfuß vorhanden) Schmerzen und Probleme für den Fuß verursacht, wie:

  • Dysfunktion des hinteren Schienbeinmuskels,
  • Hallux valgus  (Mehrbelastung für die medialen Mittelfußknochen),
  • Metatarsalgie,
  • Plantarsehnenentzündung.

Eine Fußfehlbildung kann folgende Auswirkungen haben:

  • Knieschmerzen,
  • Kniegelenksarthrose,
  • Rückenschmerzen (die Fehlbildung verringert die Dämpfungsfunktion des Fußes).

Andere Plattfußarten
Der Plattfuß kann sich bei Einbruch des Mittelfußes verschlimmern.
Ein flexibler Plattfuß kann versteifen und schmerzen. Dies kann zu Problemen wie Gehunfähigkeit führen und der Arzt könnte einen chirurgischen Eingriff durchführen.
Die folgenden Erkrankungen müssen behandelt werden, anderenfalls entsteht ein schneller und fortschreitender Verlust der Fußwölbung:

  • Neuropathie,
  • Tibialis-posterior-Dysfunktion,
  • Zerebralparese.

 

Behandlung des Plattfußes und Naturheilmittel

Nicht-chirurgische Behandlung
Wenn Symptome eines flexiblen Plattfußes auftreten, empfiehlt der Chirurg eine nicht-chirurgische Behandlung, unter anderem:

  • Alltägliche Aktivitäten ändern. Tätigkeiten, die Schmerzen verursachen, vermeiden und die Füße nach langem Stehen ausruhen.
  • Abnahme des Körpergewichts. Es wird empfohlen, Übergewicht abzubauen.
  • Orthesen. Der Chirurg empfiehlt Einlagen in den Schuhen. Die Einlagen (oder Schuhsohlen) sind maßgefertigt und unterstützen das Fußgewölbe.
  • Medikamente. Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR) vermindern den Schmerz und die Entzündung.
  • Physiotherapie. Ultraschall und andere physikalische Therapien dienen der vorübergehenden Linderung der Beschwerden.
  • Änderungen des Schuhwerks. Das Tragen von Schuhen mit einer Verdickung unter dem Fußgewölbe ist sehr nützlich.

 

Übungen zur Rehabilitation bei Plattfüßen

Plattfüße sind ein Problem, das sich vor allem bei Kindern zeigt, die Schuhe tragen.
Der beste und einfachste Sport ist Barfußgehen auf unebenem Boden.
Man kann folgende Übungen zur gymnastischen Korrektur durchführen:

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Pick Up

Pick Up
Es werden kleine Gegenstände auf den Boden gelegt (Steine, Kunststoffkugeln, Wattebäusche usw.). Die Gegenstände mit den Füßen einsammeln und in ein Körbchen legen.

Zehenspitzengang
Auf den Zehenspitzen gehen, nach kurzer Pause auf den Hacken laufen. Diese Übung ist sehr hilfreich.

Curl Up
Die Übung im Liegen auf dem Bett beginnen und die Zehen krümmen. Die Muskulatur wieder entspannen und wiederholen. Diese Übung mehrmals durchführen.

Fußzehen spreizen
Füße strecken und die Zehen wie zu einem Fächer spreizen.
Diese Position für ein paar Sekunden halten, dann die Muskeln wieder entspannen.
Bei dieser Übung werden Fußgelenke, Waden, Füße und Fersen gedehnt.

Fußspitzen auf der Stufe
Die Ausgangsposition ist im Stehen, auf einer Stufe oder einem stabilen Hocker, der das Gewicht trägt. Die Fußsohle steht auf der Stufe, wobei die Zehenspitzen über die Oberfläche hinausragen. Die Übung besteht im Ausstrecken und Krümmen der Zehen.

Gegenstände werfen
Einige Gegenstände werden auf dem Fußboden verteilt und langsam mit den Füßen eingesammelt. Danach werden sie so weit wie möglich geworfen.


Tanzbewegung
Die Übung wird seitlich an der Wand ausgeführt, um dabei eine Stütze zu haben. Ein Bein anheben. Dann die Ferse vom Boden anheben. Nur die Zehen eines Fußes berühren den Boden. In dieser Position für ein paar Sekunden verbleiben und sich wieder auf beide Beine stellen.

 

Orthopädische Schuhe bei Plattfüßen


Nicht jeder Schuh ist geeignet.
Man muss Schuhe kaufen, die nach Maß angefertigt sind. Die Schuhe haben eine Verdickung, die zur Stabilisierung des Fußes dient und das Gehen verbessern. Diese Art von Schuhwerk dient dazu, die Bewegung zu kontrollieren und den Druck auf den Fuß zu verringern. Schuhe für Plattfüße haben eine Erhöhung unter der Ferse, die das Gewicht beim Gehen korrekt unterstützt. Außerdem haben orthopädische Schuhe Sohlen, die das Fußgewölbe unterstützen.

Im Handel findet man je nach Schwere der Fehlstellung viele Modelle von orthopädischen Schuhen.
Man denke daran, dass das Tragen der richtigen Schuhe Schmerzen vermindert.
Schuhe mit zu weicher Polsterung sollten vermieden werden. Wichtig ist, im Schuhinneren zu prüfen, ob eine Verdickung für das Fußgewölbe, ein Fersenanstieg und eine Sohle enthalten sind.

 

Wann ist eine Operation erforderlich?

Man kann operieren, wenn der Schmerz durch eine konservative Behandlung nicht verringert werden kann.
Die Operation besteht im Einsetzen einer Schraube in das Sprungbein oder das Fersenbein.
Der Eingriff dauert etwa 20 Minuten und wird in Lokalanästhesie durchgeführt.